Kultur und Geschichte

Newsletter zu Said Baalbaki und Tobias Zielony – neue Fokusausstellungen im FORUM KUNST im Bundestag

Said Baalbaki Mon(t) Liban Der deutsch-libanesische Künstler Said Baalbaki (geb. 1974 in Beirut, Libanon) erlebte während seiner Kindheit und Jugend den libanesischen Bürgerkrieg, der seine Familie immer wieder dazu zwang, neue Wohnungen und Lebenszentren innerhalb Beiruts zu finden. Vertreibung, Heimatlosigkeit und Heimatsuche wurden so zu einem zentralen Thema in Baalbakis Werk. Der Gemäldezyklus „Mon(t) Liban“, der im Mittelpunkt seiner Fokusshow steht, zeigt Berge, die bei flüchtiger Betrachtung wie das Libanongebirge wirken und sich bei näherem Hinsehen als Türme übereinandergestapelter Koffer und Kleidung entpuppen: Zeichen für die am eigenen Leib erfahrene Heimatlosigkeit und das verlorene, vergessene, zerrissene Leben auf der Flucht, zugleich auch ein Zeichen der Sehnsucht, denn die Farbigkeit der Gemälde weckt Erinnerungen an blaue Abendstunden, in denen der Sonnenuntergang die Landschaft still erleuchtet. In den Grafikserien „Wadi Abou Jmil“ und „Nos Âmes en Chantier“ spürte er den unfreiwilligen Verwandlungen der Häuser seiner Heimatstadt Beirut nach. Die Stadt galt vor dem Libanonkrieg als „Paris des Ostens“. Es war eine kosmopolitische, wohlhabende Stadt, deren Viertel von bürgerlichem Wohlstand zeugten und in einer Mischung aus westlichem und östlichem Lebensstil gerade auch viele Europäer in ihren Bann zog. Der Libanonkrieg zerstörte dieses alte Beirut. Baalbaki erzählt diese Geschichte am Beispiel der Häuser und Fassaden, indem er die Zeitschichten des einstigen Wohlstands mit denen der Zerstörung, der Unbehaustheit und des Wiederaufbaus überlagert – wissend, dass das Neue eher eine neue Realität baut, in der die Erinnerung an das Vergangene getilgt und vergessen ist.

Installationsansicht Fokusshow (© Said Baalbaki)

+++ Bilder und Formatierungen nur in HTML sichtbar +++ 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstinteressierte, 

im Rahmen unserer laufenden Ausstellung „WIR – 19 Grundrechte. 19 künstlerische Positionen. Ein Gesprächsraum“ im Forum Kunst im Bundestag wechseln die Fokusshows. Vom 6. Februar 2026 bis zum 5. April 2026 legen wir den Fokus auf Said Baalbaki und Tobias Zielony und zeigen zwei sehr verschiedene künstlerische Positionen

Wir laden Sie herzlich zu einem Besuch der neuen Fokus-Ausstellungen ein. Mehr Informationen im Verlauf dieser E-Mail oder ausführlicher auf der Website.

MEET THE ARTIST: Kommen Sie am Freitag, den 13. Februar, von 16 bis 18 Uhr mit dem Künstler Said Baalbaki persönlich ins Gespräch. Anmeldung nicht erforderlich.  

Weitere Veranstaltungen werden wir per Newsletter ankündigen. Wenn Sie jemanden kennen, der ebenfalls am Newsletter interessiert ist, verweisen Sie bitte gern auf die Anmeldung unter www.bundestag.de/newsletter!

ZUGANGSHINWEIS – NEUER EINGANG

Der Zugang zum FORUM KUNST im Bundestag befindet sich unmittelbar auf Straßenniveau in der Luisenstraße 30. Wir bitten alle Besucherinnen und Besucher, sich auf einen kurzen Sicherheitscheck einzustellen (ähnlich einer Flughafenkontrolle). Eine Anmeldung zum Ausstellungs- und Veranstaltungsbesuch ist NICHT notwendig. Bei Fragen zum barrierefreien Zugang oder zu regulären und Sonderführungen kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail.

FORUM KUNST im Bundestag |Luisenstraße 30 | 10117 Berlin

Reguläre Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr, Eintritt frei.

Ihr Team des Kunstreferates

Mehr Informationen zur Grundgesetz-Ausstellung und allen 20 beteiligten Künstlerinnen und Künstlern: www.kunst-im-bundestag.de