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Am 15. Dezember 2022 wurde das bei Christoph Bouet in Auftrag gegebene Porträt von Dr. Wolfgang Schäuble in der Galerie der Bundestagspräsidenten im Paul-Löbe-Haus durch die Präsidentin des Deutschen Bundestags Frau Bärbel Bas eingeweiht.

In seiner Rede erläuterte Schäuble: „Als ich vom Kunstbeirat des Deutschen Bundestages darum gebeten wurde, einen Maler für mein Porträt zu benennen, entschied ich mich für Christoph Bouet. Ich kannte ihn durch sein Bildnis von Bundespräsident Joachim Gauck in der Galerie der Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger im Berliner Abgeordnetenhaus. In dieser Galerie hängt auch ein Porträt von mir. Nachdem ich 2016 zum 119. Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt wurde, sollte ich ebenfalls einen Maler für das obligatorische Porträt benennen. Damals entschied ich mich für Werner Schmidt – er stammt aus meiner Heimat im Badischen.

Christoph Bouet wurde in 1974 in der DDR, im heutigen Sachsen-Anhalt geboren. Er studierte in Halle an der Burg Giebichenstein und lebt und arbeitet heute in Magdeburg. Dass er Ostdeutscher ist, war neben der künstlerischen Qualität, die mich beim Gauck-Porträt sehr beeindruckt hatte, ein wichtiges Argument für meine Wahl, denn das Ringen um die deutsche Wiedervereinigung ist für mein politisches Leben wohl eine der wichtigsten Aufgaben, die ich mitgestalten durfte.

In Vorbereitung auf den Porträtauftrag besuchte Christoph Bouet mich einmal in meinem Bundestagsbüro. Er wollte nicht zeichnen oder skizzieren (wofür ich sehr dankbar war), sondern mit mir reden. Wir unterhielten uns bei diesem Treffen auch nicht über das Porträt, sondern über Politik und über Musik, für die wir beide eine große Leidenschaft hegen.

Interessanter Weise fertigte er – ohne dass wir über das Thema gesprochen hatten – als einen der ersten Entwürfe ein Porträt, das mich ganz klar in der Zeit um 1989/90 ins Bild setzte. Ich war damals Chef des Bundeskanzleramts und mitten in den Verhandlungen um die deutsche Wiedervereinigung. Annemarie Renger war Bundestagsvizepräsidentin.

Das erste Bildnis von Bouet zeigte mich jung, dunkelhaarig – und erwies sich damit nicht nur wegen der Haarfarbe leider als nicht geeignet für diese Galerie, die ja an meine Zeit als Bundestagspräsident erinnern soll. Ich musste es also ablehnen – was erst Mal eine etwas unangenehme Situation ist.

Aber ich bin sehr froh, dass ich es getan habe, denn so entstand das jetzige Bildnis. Ich kann naturgemäß nur wenig darüber sagen, die Bewertung muss ich anderen überlassen. Aber was ich an dem Porträt mag, ist, dass Bouet mich als Redner und damit in jener Rolle zeigt, in der ich mich als Bundestagspräsident immer verstanden wissen wollte – als Vermittler zwischen vielen und inmitten vieler. (...)“

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