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31. Januar 1996: Deutscher Bundestag im Internet

Vier Screenshots von alten Internetauftritten des Deutschen Bundestages

Die Internetseite des Bundestages wurde seit ihrem Livegang 1996 kontinuierlich weiterentwickelt. (© DBT)

Der Deutsche Bundestag im Internet: Am Mittwoch, 31. Januar 1996, ging www.bundestag.de online. Die damalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth wertete den Start als Beweis dafür, dass sich das Parlament den Herausforderungen neuer Informations- und Kommunikationstechniken stellt. Mit der Webseite konnten erstmals die Tagesordnungen des Bundestages, Pressemitteilungen und grundlegende Informationen über das Parlament und seine Mitglieder direkt abgerufen werden.

Zum Angebot zählten neben dem Pressedienst „heute im bundestag“ (hib) Informationen über die Fraktionen und die Gruppe der PDS im Parlament sowie Hinweise auf Publikationen über den Bundestag, die beim Referat Öffentlichkeitsarbeit angefordert werden konnten. Hingewiesen wurde außerdem auf ein besonders „bürgerfreundliches“ Programm: die Möglichkeit, durch Eingabe des Wohnorts festzustellen, welche Abgeordneten im jeweiligen Wahlkreis als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Der Internetauftritt als „Pilotprojekt“

Süssmuth nannte den Internetauftritt ein „Pilotprojekt“, das stetig ausgebaut würde, wobei auch die Diskussionsmöglichkeiten durch Foren genutzt werden sollten. Ein solches Forum bietet die Plattform für elektronische Petitionen, die am 1. September 2005 freigeschaltet wurde. 

Aktuelles, Abgeordnete, Gremien, Infothek und Fraktionen lauteten damals die Themenbereiche, in die sich der Auftritt gliederte. Drucksachen konnten allerdings noch nicht eingesehen werden. Mittlerweile ist der lückenlose Online-Zugriff auf diese Dokumente seit der ersten Bundestagssitzung am 7. September 1949 möglich. 

Web-TV und App 

Das Internetangebot des Bundestages war zunächst im Wesentlichen textgeprägt, wurde jedoch kontinuierlich weiterentwickelt, etwa mit der Einführung von Web-TV im Jahr 1998. Das Fernsehen über Internet bot nun die Möglichkeit, einzelne Plenardebatten mittels Real-Player live zu verfolgen oder zu einem späteren Zeitpunkt abzurufen. Ergänzt wurde das Angebot mit den Plenarprotokolle und Drucksachen, die über eine eigene Suchmaschine recherchiert werden konnten.

Wegen der steigenden Nutzerzahlen von Smartphones und Tablets wurde der Internetauftritt im Jahr 2010 für mobile Endgeräte optimiert und eine eigene App „Deutscher Bundestag“ entwickelt, über die ausgewählte Angebote etwa Live-Übertragungen aus dem Plenarsaal, Informationen zu Debatten und Ausschüssen sowie Biografien der Abgeordneten abrufbar sind. 

Mehr als 100 Millionen Seitenabrufe

Seit seinem Livegang bietet der Webauftritt des Bundestages Informationen und Dokumente aus erster Hand. Im Jahr 2025 verbuchte das Internetangebot des Parlaments inklusive Fachanwendungen wie die Plattform für E-Petitionen mehr als 100 Millionen Seitenabrufe, allein die Seite www.bundestag.de wurde mehr als 70 Millionen Mal abgerufen. 

Das Parlamentsfernsehen übertrug 2025 rund 850 Stunden ungekürzt und unkommentiert aus dem Plenarsaal und aus den Ausschüssen. In der Mediathek stehen die Videos zudem zum Download, Einbetten und Teilen zur Verfügung. Auswählen lassen sich nicht nur komplette Plenarsitzungen, sondern auch Debatten zu einem bestimmten Thema oder einzelne Redebeiträge. Kurzbeiträge, Reportagen und kurze Erklärvideos informieren über die Arbeit des Parlaments und seiner Abgeordneten.

Smart-TV-App

Das Angebot des Parlamentsfernsehens kann auf sämtlichen Geräten, ob Desktop, Smartphone oder Tablet, genutzt werden. Für Fernsehzuschauer mit internetfähigem TV-Gerät gibt es eine Smart-TV-App, in der alle Plenardebatten und Ausschussübertragungen – genau wie in der Mediathek – abrufbar sind. (vom/irs/26.01.2026)