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Parlament

Überweisungen im vereinfachten Verfahren

Ohne Aussprache hat der Bundestag am Donnerstag, 26. Juni 2025, mehrere Vorlagen zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen:

Menschenrechtspolitik: Die Bundesregierung legt den 16. Bericht über ihre Menschenrechtspolitik als Unterrichtung (20/14480) vor. Darin informiert die Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik im Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2024. Einen Schwerpunkt setzt sie dabei auf die Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgelegten menschenrechtlichen Vorhaben, die von der Ratifizierung und Umsetzung von internationalen Übereinkommen und Konventionen wie der Istanbul Konvention, über Grundsicherung, Mieterschutz, Einsatz gegen Rechtsextremismus und Rassismus, über die Aufnahmen von gefährdeten Menschen bis zu Förder- und Schutzprogrammen für Menschenrechtsverteidiger reichen. Die Vorlage wurde zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe überwiesen.

Agrardiesel: Die AfD hat einen Antrag mit dem Titel „Spürbare Entlastung der heimischen Landwirtschaft – Agrardieselrückerstattung sofort rückwirkend wieder einführen“ (21/604) vorgelegt. Die Vorlage wird im Finanzausschuss federführend weiterberaten. Die AfD-Fraktion fordert darin, die Agrardieselrückerstattung in Höhe von 21,48 Cent pro Liter rückwirkend zum 1. Januar 2024 wieder einzuführen und die CO2-Bepreisung auf Dieselkraftstoffe abzuschaffen. 

Haushalt: Der Präsident des Bundesrechnungshofes hat einen Antrag zur Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2024 (21/470) vorgelegt. Danach haben die Rechnungsprüfer mit Ausgaben in Höhe von 193,2 Millionen Euro um rund 1,4 Millionen Euro über dem Sollansatz gelegen. Die Einnahmen fielen mit 521.000 Euro um 139.000 Euro höher aus als im Soll. Gemäß Paragraf 101 der Bundeshaushaltsordnung prüfen Bundestag und Bundesrat die Rechnung und erteilen die Entlastung. Die Vorlage wurde zur Beratung an den Haushaltsausschuss überwiesen.

Rechtsextremismus: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag mit dem Titel „Demokratie schützen – Rechtsextremisten konsequent entwaffnen und rechtsextremistische Netzwerke im Staatsdienst verhindern“ (21/584) vorgelegt. Die Vorlage wird im Innenausschuss weiterberaten. Darin fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, „verfassungskonforme, rechtssichere und wirkungsvolle Verfahren zu entwickeln, mit denen Angehörige des öffentlichen Dienstes, die Mitglied der AfD sind, hinsichtlich ihrer Verfassungstreue überprüft werden können, um gegebenenfalls dienstrechtliche Maßnahmen zu ermöglichen“. 

Forschung: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag mit dem Titel „Freiheit von Forschung und Lehre weltweit schützen“ (21/582) vorgelegt. Federführend befasst sich der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung damit. Die Bundesregierung soll sich laut Antrag mit einem Bündel an Maßnahmen dafür einsetzen, dass die Wissenschaftsfreiheit weltweit gestärkt wird. So solle die Bundesregierung unter anderem ein Nothilfeprogramm für Studierende aufsetzen, die aufgrund der Entwicklungen in die USA ihr Studium dort derzeit nicht fortsetzen können. Außerdem soll ein Sofortprogramm entwickelt werden, um bedrohte Datenbestände zu sichern. 

(eis/scr/26.06.2025)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Omid Nouripour

Omid Nouripour

© Omid Nouripour/Stefan Kaminski

Nouripour, Omid

Bundestagsvizepräsident

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Dokumente

  • 20/14480 - Unterrichtung: 16. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik
    PDF | 1 MB — Status: 18.12.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/470 - Antrag: Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 2024 - Einzelplan 20 -
    PDF | 1 MB — Status: 12.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/582 - Antrag: Freiheit von Forschung und Lehre weltweit schützen - Wissenschaft nachhaltig stärken
    PDF | 203 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/584 - Antrag: Demokratie schützen - Rechtsextremisten konsequent entwaffnen und rechtsextremistische Netzwerke im Staatsdienst verhindern
    PDF | 184 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/604 - Antrag: Spürbare Entlastung der heimischen Landwirtschaft - Agrardieselrückerstattung sofort rückwirkend einführen
    PDF | 170 KB — Status: 24.06.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisungen beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

Deutscher Bundestag, Internetredaktion

Menschenrechte

Diskurs über Menschenrechtspolitik der Bundesregierung

Zeit: Mittwoch, 14. Januar 2026, 14 bis 17 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal 4 200

Mit dem 16. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik (20/14480) hat sich der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe bei einer öffentlichen Anhörung am Mittwoch, 14. Januar 2026, befasst. Dabei äußerten sich die geladenen Sachverständigen kritisch zur Menschenrechtssituation in Deutschland. 

Der von der AfD-Fraktion benannte Sachverständige Jürgen Braun verwies unter anderem auf die Corona-Maßnahmen, mit denen die Menschenrechte in Deutschland „auf unglaubliche Weise eingeschränkt wurden“. Darüber, wie auch über die Christenverfolgung in Nigeria, finde sich aber in dem Bericht nichts, bemängelte Braun, der noch in der vergangenen Legislaturperiode AfD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Menschenrechtsausschuss war.

Expertin: Zuletzt Zunahme von Menschenrechtsverletzungen 

Dr. Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, sagte, in den vergangenen Jahren hätten die Menschenrechtsverletzungen in Deutschland deutlich zugenommen. Die von der SPD-Fraktion nominierte Sachverständige benannte als Beispiele Polizeigewalt, Demonstrationsverbote und Kriminalisierungsversuche im Zusammenhang mit „Palästina-solidarischen Protesten und Klimaprotesten“. Das seien Angriffe auf die Handlungsräume einer „pluralen und kritischen Zivilgesellschaft“. 

Der von der Unionsfraktion benannte Sachverständige Dr. Marcus Michaelsen von der Universität Toronto ging auf die transnationale Repression ein. Politisch Verfolgte, die in Deutschland Schutz gefunden hätten, würden dennoch durch ihre oft autoritär regierten Herkunftsstaaten bedroht. Deutschland müsse Übergriffen repressiver Staaten entschlossen und auf der Basis liberaler Werte und der Menschenrechte entgegentreten, forderte er. 

Expertin geht mit Unternehmen ins Gericht

Das Lieferkettengesetz nahm die von der Fraktion Die Linke zu der Anhörung eingeladene Sachverständige Lisa Pitz von der Menschenrechtsorganisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in den Blick. Die Umsetzung des Gesetzes sei derart mangelhaft, „dass es in der Breite zu wenig Wirkung zeigt“, sagte sie. Menschenrechtsverletzungen und Umweltverstöße bestünden in den meisten Fällen unverändert fort, „weil Unternehmen bloße Scheinlösungen implementieren und die Aufsichtsbehörde dazu tendiert, diese schlicht abzunicken“. 

Der Autor und Podcaster Burak Yilmaz, von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu der Anhörung geladen, benannte die soziale Ungleichheit als zentrale Menschenrechtsfrage. Menschenrechte verlören ihre Glaubwürdigkeit, „wenn sie im Alltag an der sozialen Realität scheitern“. Im Januar habe der deutsche Aktienindex den höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht, sagte Yilmaz. Für immer mehr Menschen in Deutschland würden auf der anderen Seite Armut, Perspektivlosigkeit und Ausgrenzung „zur bitteren Realität ihres Alltags“. 

Experte: Europarat sichtbarer machen

Gerald Knaus, Gründer der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI), forderte eine Debatte darüber, „wie wir den Europarat sichtbarer machen“. 

Dazu brauche es andere Teile des Europarates, wie das Ministerkomitee, die der Parlamentarischen Versammlung folgen und viel robuster diejenigen Staaten an ihre Verantwortung erinnern, die die Menschenrechtskonvention auch heute noch systematisch brechen und Urteile des Gerichtshofes in Straßburg nicht umsetzen, sagte der von der CDU/CSU-Fraktion geladene Experte. 

Teils hitzigen Diskussion

Im Verlauf der teils hitzigen Diskussion schätzte der ehemalige AfD-Abgeordnete Braun die Meinungsfreiheit in Deutschland als gefährdet ein. Meinungsumfragen zeigten, dass eine große Mehrheit der Deutschen sich nicht mehr traue, öffentlich frei seine Meinung zu äußern, sagte er. Immer massiver seien zudem in den letzten Jahren die staatlichen Maßnahmen gegen regierungskritische Bürger geworden. „Tausende“ erlebten Strafverfahren wegen unliebsamer Meinungsäußerungen, häufig eingeleitet mit Hausdurchsuchungen. „Die international berüchtigte Abhängigkeit deutscher Staatsanwaltschaften von der jeweiligen Landesregierung scheint hier eine Rolle zu spielen“, sagte er.

Meinungsfreiheit gelte nicht absolut, befand die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. „Sie endet dort, wo Menschen vor rassistischer Diskriminierung und anderer Hassrede geschützt werden müssen“, sagte Duchrow. Amnesty International erwarte von der Bundesregierung, dass sie die Grundrechte und die Handlungsfähigkeit der Zivilgesellschaft sichert und stärkt. „Auch und gerade, wenn sich Organisationen kritisch zu staatlicher Politik äußern.“ Der Staat müsse Protest schützen und ermöglichen. Er müsse Polizeigewalt unterbinden und konsequent verfolgen. Zudem müssten sich zivilgesellschaftliche Organisationen in die politische Willensbildung einbringen können, forderte sie. 

„Regelungslücken bei transnationaler Repression schließen“

Autoritär regierte Staaten nutzen transnationale Repression, um ihre politische Macht auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu sichern, sagte Marcus Michaelsen. Diese Praktiken seien Ausdruck eines globalen Erstarkens autoritärer Politik. Um transnationaler Repression in Deutschland wirksam begegnen zu können, brauche es ein belastbares Lagebild, welches bislang aber nicht vorliege. Michaelsen forderte, Sicherheitsbehörden und Strafverfolgung zu stärken. Rechtliche Regelungslücken im Umgang mit transnationaler Repression sollten seiner Ansicht nach geschlossen werden. Dabei sei die gesamte Bandbreite der eingesetzten Taktiken und beteiligten Akteure zu berücksichtigen, die im Interesse eines fremden Staates zur Einschüchterung und Bedrohung dienen können.

ECCHR-Vertreterin Pitz warf der Bundesregierung mit Blick auf das Lieferkettengesetz vor, die Durchsetzungsbefugnisse der Behörden weiter zu beschneien. Sie missachte dabei die Gewaltenteilung und das Völkerrecht. Der Bilanz der ehemaligen Bundesregierung, die Unternehmen seien gut auf das Gesetz vorbereitet gewesen, sie seien jedoch überlastet gewesen, weshalb das Gesetz abgeschwächt werden müsse, sie eine Fehldiagnose, die auch die aktuelle Bundesregierung teile, sagte Pitz und verwies auf den am Freitag zur Abstimmung stehenden Änderungsentwurf des Lieferkettengesetzes. Damit würden zentrale Durchsetzungsmechanismen des Gesetzes gestrichen, befand sie. 

Experte in Sorge vor der „Sprache der Ausgrenzung“

Burak Yilmaz sagte, wenn die demokratische Mitte der Gesellschaft beginne, die Sprache der Ausgrenzung zu übernehmen, und wenn Außenpolitik autoritäre Regime wie in Syrien „aus Pragmatismus“ legitimiere, „werden Menschenrechte nicht verteidigt, sondern verhandelbar und fragil“. 

Yilmaz erwähnte ein von ihm geführtes Gespräch mit einem 18-jährigen Schüler kurz vor der Bundestagswahl. Dieser habe gesagt, er habe die Wahl zwischen einer Partei, die ihn remigrieren wolle und allen anderen Parteien, die ihn abschieben wollten. „Wenn es schon in der Sprache an Haltung fehlt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn das Vertrauen in die Demokratie weiter schwindet“, sagte Yilmaz. (hau/14.01.2026)

Dokumente

  • 20/14480 - Unterrichtung: 16. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik
    PDF | 1 MB — Status: 18.12.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Tagesordnung

  • Tagesordnung der 15. Sitzung, Mittwoch, 14. Januar 2026, 14:00 Uhr - öffentlich

Sachverständigenliste

  • Liste der Sachverständigen

Fragenkatalog

  • Fragenkatalog öA Menschenrechtspolitik der Bundesregierung am 14.01.2026

Stellungnahmen

  • Stellungnahme des Sachverständigen Jürgen Braun
  • Stellungnahme der Sachverständigen Dr. Julia Duchrow
  • Stellungnahme des Sachverständigen Dr. Marcus Michaelsen
  • Stellungnahme der Sachverständigen Lisa Pitz
  • Stellungnahme des Sachverständigen Burak Yilmaz

Weitere Informationen

  • Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe
  • 20/14480 - Unterrichtung: 16. Bericht der Bundesregierung über ihre Menschenrechtspolitik
    PDF | 1 MB — Status: 18.12.2024
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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw03-pa-menschenrechte-1127896

Stand: 13.02.2026