Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth am 24. Februar

Zu Ehren der verstorbenen ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth richtet der Bundestag einen Trauerstaatsakt aus. (© Porträt: Stella von Saldern | Thomas Köhler/ photothek)
Der Deutsche Bundestag würdigt am Dienstag, 24. Februar 2026, die ehemalige Bundestagspräsidentin, CDU-Abgeordnete und Bundesministerin Prof. Dr. Rita Süssmuth mit einem Trauerstaatsakt. Süssmuth war am Sonntag, 1. Februar, im Alter von 88 Jahren in Neuss verstorben. Der Trauerstaatsakt beginnt um 12 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes und dauert 90 Minuten.
Der Trauerstaatsakt wird live im Parlamentsfernsehen und im Internet auf www.bundestag.de übertragen.
Gedenkreden von Heribert Prantl und Friedrich Merz
Nach der Begrüßungsansprache von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner werden der Autor und Journalist Prof. Dr. Heribert Prantl und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Gedenkreden halten. Eröffnet wird der Trauerstaatsakt mit der Nocturne in Es-Dur, Opus 9 Nr. 2 von Frédéric Chopin, vorgetragen von Clara Haberkamp am Piano. Zwischen den Reden werden als weitere Musikstücke „(Something Inside) So Strong“ von Labi Siffre und „I Say A Little Prayer“ von Burt Bacharach & Hal David von den Sängerinnen Emily Intsiful, Jarita Freydank, King Josephine und Toshín dargeboten. Zum Abschluss trägt das Bläserquintett der Universität der Künste Berlin die Nationalhymne vor.
Der Staatsakt findet im Beisein der Familie, Repräsentanten aller Verfassungsorgane sowie von Weggefährtinnen und Weggefährten und weiteren geladenen Gästen statt. Zuvor gibt es ab 10 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte.
Zehn Jahre lang Bundestagspräsidentin
Rita Süssmuth gehörte dem Deutschen Bundestag von 1987 bis 2002 an, sie vertrat den niedersächsischen Wahlkreis Göttingen. Von 1988 bis 1998 stand sie als Präsidentin an der Spitze des Parlaments. Davor war sie von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Bundestagspräsidentin Klöckner nannte Süssmuth eine der „prägendsten Politikerinnen und Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte“. Sie habe Debatten geöffnet und Verantwortung auch zu unbequemen Themen eingefordert, lange bevor diese mehrheitsfähig wurden.
Mit ihrem politischen Wirken stehe Süssmuth dafür, so Klöckner, „dass Führung nicht Lautstärke braucht, sondern Konsequenz“. Als Bundestagspräsidentin habe Süssmuth mit dieser Art den Bundestag als selbstbewusstes Verfassungsorgan gestärkt: „Mit dem Staatsakt wollen wir nun ihre herausragende politische und gesellschaftliche Lebensleistung würdigen und ihr ein bleibendes Andenken setzen.“
Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier hatte den Staatsakt, der vom Bundestag ausgerichtet wird, am 2. Februar angeordnet. Das staatliche Zeremoniell findet nur selten statt. Es ist Ausdruck höchster Würdigung durch die Bundesrepublik Deutschland und ehrt eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die sich, so steht es in der Anordnung über Staatsbegräbnisse und Staatsakte, „um das deutsche Volk hervorragend verdient gemacht“ hat. Im Bundestag ist am 24. Februar ganztägig Halbmastbeflaggung angeordnet. (vom/19.02.2026)