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Roshaan aus Namibia hat ihre Komfortzone verlassen

Eine Frau lächelt in die Kamera mit dem Reichstagsgebäude im Hintergrund.

Roshaan aus Namibia, Teilnehmerin des IPS Afrika 2024 (Isaac Baguma)

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland? Warum haben Sie Deutsch gelernt?

Meine Eltern haben mich von der 1. bis zur 10. Klasse in eine deutsche Schule geschickt und dort habe ich Deutsch gelernt. Ich habe mich sofort in die Sprache und die deutsche Kultur verliebt. Durch die Deutsche Höhere Privatschule lernte ich viel über Deutschland und wusste, dass ich eine Beziehung zu diesem Land aufbauen wollte. Ich wollte schon immer nach Deutschland reisen und dort studieren. Im Jahr 2018 hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, Deutschland zu besuchen, da ich einen Sprachwettbewerb gewonnen habe, bei dem alle Kosten übernommen wurden. Seitdem war ich mir immer sicher, in Deutschland zu studieren. Ich möchte auch immer noch entweder meinen Master oder PhD dort machen. Deutsch zu lernen war definitiv eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe, und die Sprache zu studieren war eine noch bessere Entscheidung. Denn ich habe erkannt, dass die Sprache so viele Möglichkeiten bietet und so viele Türen öffnen kann, wie zum Beispiel das IPS-Programm.

Warum haben Sie sich für das IPS-Programm beworben?

Ich habe mich für das IPS-Programm beworben, weil ich darin eine Lernmöglichkeit gesehen habe. Als jemand, der Deutsch und Politik studiert hat, finde ich es äußerst wichtig, immer zu versuchen, mein Wissen über verschiedene Länder, Systeme und Sprachen zu erweitern. Das IPS-Programm gab mir nicht nur die Möglichkeit, innerhalb eines Monats meine Deutschkenntnisse zu verbessern, sondern verschaffte mir auch Einblicke in die deutsche Politik. Es war eine Gelegenheit zu lernen, Vergleiche mit meinem Heimatland zu ziehen und etwas Wertvolles in mein Heimatland zurückzubringen. Es ging aber auch darum, meine Universität, meine Dozenten und meine Familie stolz zu machen.

Was hat Sie an dem Programm am meisten überrascht oder beeindruckt? Was war Ihr absolutes Highlight?

Was mich an dem Programm sehr beeindruckt hat, war die Struktur und Organisation, die es aufwies. Wann es vielleicht ein kleines Problem gab, beispielsweise wenn jemand eine Präsentation nicht halten konnte, konnte das IPS-Team schnell die Initiative ergreifen und sich einen Plan B ausdenken, der hervorragend umgesetzt wurde. Ein weiterer Punkt, für den ich wirklich dankbar war, war die Freundlichkeit und Offenheit aller. Jeder hat sich wirklich Mühe gegeben, damit wir uns immer wie zu Hause gefühlt haben. Ich muss hinzufügen, dass ich während meiner Zeit im Bundestag einige Höhepunkte erlebt habe. Erstens hat mir der Workshop zum Thema Korruption sehr gut gefallen, weil der Gast auch von unseren Erfahrungen in unseren Heimatländern hören wollte. Zweitens war der Austausch mit dem Direktor beim Deutschen Bundestag, Herrn Dr. Michael Schäfer, absolut genial. Er war sehr offen, man konnte einfach mit ihm reden und er zeigte großes Interesse an uns und unseren Heimatländern. Mein letzter Höhepunkt war wenige Stunden vor meinem Rückflug. Ich hatte die Gelegenheit, an der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus teilzunehmen und die Rede einer Holocaust-Überlebenden zu hören, was natürlich sehr traurig, aber auch sehr aufschlussreich war.

Auf welche Herausforderungen sind Sie während Ihres vierwöchigen Aufenthalts in Berlin gestoßen und wie sind Sie damit umgegangen?

Bevor ich für das Programm nach Berlin flog, hatte ich die Angst, nicht gut genug zu sein und zweifelte ein bisschen an meinen Fähigkeiten. Aufgrund dieser Angst war es für mich in der ersten Woche schwierig, meine Gedanken und Ansichten zu bestimmten Themen mitzuteilen. Allerdings wurde mir schnell klar, dass ich aus einem bestimmten Grund in Berlin bin und dass das, was ich zu bieten habe, auf jeden Fall auch wertvoll ist. Ich begann also langsam zu wachsen, persönlich und mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Ich habe meine Angst, nicht gut genug zu sein, überwunden und mich einfach dazu entschlossen, 100% zu geben und meine Komfortzone zu verlassen. Ich muss sagen, dass ich mich als Mensch, aber auch als politisch interessierte Person auf jeden Fall weiterentwickelt habe. Ich bin mit viel mehr Selbstvertrauen nach Hause zurückgekehrt.

Welche Vorstellungen haben Sie von Ihrer beruflichen Zukunft?

Was meine berufliche Laufbahn betrifft, konzentriere ich mich jetzt darauf, weiter zu studieren, denn ich bin noch jung, voller Energie und motiviert zu lernen. Ich möchte meinen Master in Menschenrechten machen und dann langsam anfangen, einen Einfluss auf das Leben der Namibier zu haben. Ich möchte sehr gerne meinen Master in Europa machen, vielleicht Deutschland, und mich möglicherweise dort niederlassen. Ich habe einen Traum meinen PhD zu bekommen, bevor ich 30 bin, und ich werde alles tun, was ich kann, um dieses Ziel zu erreichen.

Was raten Sie Personen, die sich für eine Teilnahme am IPS-Programm bewerben möchten?

Zukünftigen IPS-Stipendiatinnen und Stipendiaten würde ich raten, immer hart zu arbeiten, nicht schüchtern zu sein und niemals an ihren Fähigkeiten zu zweifeln. Ihre Beiträge sind wertvoll und die Welt kann davon profitieren. Haben Sie Selbstvertrauen, seien Sie stolz auf sich und arbeiten Sie immer hart für Ihre Träume.

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