02.02.2026 | Parlament

Pressemitteilung: „Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale‘ als Staatsfeinde in der DDR“ – Fachgespräch und Ausstellungseröffnung

Die Verfassung der DDR legte fest: „Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger“. Wer dieser „Pflicht“ nicht nachkommen konnte oder wollte, der wurde zum Staatsfeind erklärt und musste mit Gefängnis und weiteren Repressionen rechnen. Schätzungen gehen von rund 130.000 Verurteilungen nach dem sogenannten „Asozialenparagrafen 249“ zwischen 1968 und 1989 aus. Die Gruppe der Betroffenen umfasst ein breites Spektrum, von Punks und Prostituierten bis hin zu Ausreiseantragstellerinnen und Antragstellern und Oppositionellen.

In Zusammenarbeit mit exhibeo e.V. – Gesellschaft für politische, kulturelle und historische Forschung und Bildung (Berlin) und der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) möchte die SED-Opferbeauftragte über diese der breiten Öffentlichkeit wenig bekannte Form der politischen Verfolgung in der DDR und die langanhaltenden Folgen für die Betroffenen informieren.

Vor diesem Hintergrund lade ich Sie herzlich zu einem Fachgespräch ein.

Mittwoch, den 11. Februar 2026, um 17.00 – 18.30 Uhr
im Mauer-Mahnmal des Deutschen Bundestages

Im Rahmen der Veranstaltung wird die Bundesbeauftragte mit den beiden Zeitzeugen Tim Steinwender und Thomas Pflug über ihre Erfahrungen sprechen und in einem Podiumsgespräch mit den Ausstellungsmachern Dr. Michael Schäbitz, Historiker und Kurator, und Dr. Eva Fuchslocher, Kulturwissenschaftlerin und Soziologin, sowie mit Dr. Franziska Kuschel von der Bundesstiftung Aufarbeitung, welche die Ausstellung gefördert hat, über die neue Ausstellung „Erziehung durch Arbeit. ‚Asoziale‘ als Staatsfeinde in der DDR“ ins Gespräch kommen. Ich freue mich zudem sehr, dass Lasse Jacobsen, der als Rechtsanwalt unter anderem Strafverteidiger und Anwalt für DDR-Unrecht ist, auf dem Podium den rechtlichen Hintergrund näher beleuchten wird.

Vor dem Fachgespräch bieten wir der Presse einen Ausstellungsrundgang an. Sollten Sie Interesse an einem Interview mit Zeitzeugen oder Zeitzeuginnen haben, so sprechen Sie uns gerne im Vorfeld der Veranstaltung an.

Bitte melden Sie sich bis zum 9. Februar 2026 per E-Mail an:
sed-opferbeauftragte@bundestag.de 

Niels Schwiderski, Leitung der Geschäftsstelle der SED-Opferbeauftragten