22.07.2026 | Parlament

Gedenktafel für Hartmut Tautz in Kittsee (Österreich) eingeweiht

Das Foto zeigt zwei Männer, die draußen vor einer Gedenktafel stehen und in Mikrofone sprechen. Vor ihnen steht Publikum und schaut sie an.
Das Foto zeigt eine Gedenktafel, die auf einer Wiese steht. Davor sind Blumenkränze aufdrapiert. Auf der Gedenktafel ist eine Überschrift zu erkennen: Er träumte von Freiheit und verlor sein Leben.
Das Foto zeigt eine Frau und zwei Männer, die neben einander draußen neben einem Denkmal aus Stein stehen und in die Kamera lächeln.
Das Foto zeigt eine große Informationstafel, die draußen auf einer Wiese steht. Darauf sind Texte und Bilder. Es handelt sich um selbst gemalte von Kindern: Ein Junge spielt auf einem Blasinstrument, ein Schäferhund fletscht seine Zähne, Stacheldraht, Grenzschützer rennen mit Schäferhunden an der Leine etc.).

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Alexander Heise, Zeitzeuge, und Johannes Hornek, Bürgermeister der Gemeinde Kittsee, halten ein Grußwort (v.l.n.r.). (© Team Zupke)

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Die neue Gedenktafel erinnert an das tragische Schicksal von Hartmut Tautz, das stellvertretend für die vielen Menschen steht, die zur Erlangung der Freiheit ihr Leben riskierten. (© Team Zupke)

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Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG, Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag und Jan Kosiar, Vizepräsident der Internationalen Assoziation der politischen Gefangenen und Opfer des Kommunismus, stehen neben dem Denkmal für Hartmut Tautz in Bratislava. (© Team Zupke)

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Mithilfe eines QR-Codes, der auf dieser Informationstafel abgebildet ist, gelangt man zum Hartmut-Tautz-Geocaching-Spiel, welches das tragische Schicksal von Hartmut Tautz online erlebbar macht. (© Team Zupke)

Nur 22 Meter von der Freiheit entfernt starb Hartmut Tautz am 8. August 1986 – gehetzt von Grenzhunden, kurz vor dem rettenden Grenzübertritt von der damaligen Tschechoslowakei nach Österreich. Er wurde nur 18 Jahre alt. 40 Jahre später wurde nun an der österreichisch-slowakischen Grenze zwischen Kittsee und Bratislava-Petržalka eine Gedenktafel für ihn eingeweiht. Die SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestages, Evelyn Zupke, würdigte in ihrer Rede(Interner Link) sowohl das Schicksal des jungen Mannes als auch das Engagement, das die Tafel möglich gemacht hat.

Hartmut Tautz träumte davon, Musik zu studieren und Klarinette zu spielen. Die DDR verwehrte ihm diesen Traum: Trotz mündlicher Zusage wurde er nicht ins Armeemusikkorps der Nationalen Volksarmee aufgenommen – vermutlich, weil er Westkontakte angegeben hatte. Allein und ohne jemanden einzuweihen, machte er sich daraufhin auf den Weg an die tschechoslowakisch-österreichische Grenze.

Evelyn Zupke erinnerte in ihrer Rede daran, warum solche persönlichen Schicksale für die Erinnerungskultur so wichtig sind: Sie verhindern, dass die kommunistische Diktatur zur abstrakten Historie aus Jahreszahlen und Statistiken wird, sondern geben ihr ein persönliches Gesicht. Gerade jüngere Menschen ohne eigene Erinnerung an die Gewaltherrschaft könnten durch solche Geschichten berührt werden.

Ein Gemeinschaftswerk vieler Engagierter

Initiiert wurde die Gedenktafel von Wolfgang Bachkönig und Alexander Heise, die das Projekt gemeinsam mit Bürgermeister Johannes Hornek und der Gemeinde Kittsee umsetzten. Zur Einweihung eingeladen hatte die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft unter ihrem Bundesvorsitzenden Dieter Dombrowski. Unterstützt wurde das Projekt zudem von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, vertreten durch Dr. Christine Schoenmakers. Auch die Erbengemeinschaft Heimpel sowie zahlreiche private Spenderinnen und Spender trugen zur Finanzierung bei. An der Einweihung nahmen zudem Jan Kosiar von der Internationalen Assoziation ehemaliger politischer Gefangener und Opfer des Kommunismus sowie Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Botschaft in Wien teil.

Die SED-Opferbeauftragte dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und sprach die Hoffnung aus, dass die Gedenktafel für Hartmut Tautz Schule macht: Es brauche noch viel mehr Orte, an denen an Menschen erinnert wird, die durch die kommunistische Gewaltherrschaft unterdrückt oder ermordet wurden.