17.06.2026 | Parlament

30 Jahre Bürgerbüro e.V. – 30 Jahre Einsatz für die Opfer der SED-Diktatur

Das Foto zeigt Publikum, welches in Stuhlreihen hinter einander sitzt und in eine Richtung schaut. In der vordersten Sitzreihe sitzen links im Bild zwei Frau, die lächelnd zur Kamera schauen.
Das Foto zeigt einen Mann, der auf einer Bühne auf einem Stuhl sitzt, Gitarre spielt und in ein Mikrofon singt.

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Dr. Anna Kaminsky, Direktorin Bundesstiftung Aufarbeitung, Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte, Hildigund Neubert, Vorsitzende des Bürgerbüro e.V., Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Publizist (v.l.n.r.). (© Team Zupke)

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Musikalischer Beitrag des ehemaligen DDR-Dissidenten Stephan Krawczyk. (© Team Zupke)

1996 fand sich eine ungewöhnliche Koalition zusammen: Ostdeutsche Bürgerrechtler, Künstler und ost- wie westdeutsche Politikerinnen und Politiker schlossen sich zum Bürgerbüro e.V. zusammen, um denjenigen eine Stimme und konkrete Hilfe zu geben, die unter der SED-Diktatur gelitten hatten.

Bis heute arbeitet das Bürgerbüro in Berlin. Zum Jubiläum kamen Gründerinnen und Gründer und viele Wegbegleiter in das Besucherzentrum Stiftung Berliner Mauer. Musikalisch begleitete Stephan Krawczyk, Liedermacher und DDR-Oppositioneller, den Abend. Den Festvortrag hielt Ilko-Sascha Kowalczuk. 

Das Foto zeigt eine Frau, die an einem Rednerpult steht und ins Mikrofon spricht. Sie spricht zu einem Publikum, das vor ihr sitzt und zu ihr schaut.

Die SED-Opferbeauftragte während ihrer Rede. (© Team Zupke)

Evelyn Zupke hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Bürgerbüro „ein Stück gelebte deutsche Einheit“ ist. Vor 30 Jahren gründeten Bürgerrechtler wie Bärbel Bohley, Wolf Biermann und Freya Klier Seite an Seite mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl den Verein. Heute engagiert sich – neben vielen weiteren Ehrenamtlichen – ein in Westdeutschland lebender Jurist gemeinsam mit einem früheren Bausoldaten.

Für die SED-Opferbeauftragte zeigt das: „Sich für die Opfer einzusetzen ist keine Frage der Herkunft oder gar des Alters. Es ist eine Frage der Haltung.“

Viele Opfer staatlicher Verfolgung in der DDR fanden nach 1990 keine ausreichende Anerkennung. Die Rehabilitierungsgesetze waren in Kraft, aber für die Betroffenen teils kompliziert. Das Bürgerbüro stellte sich an die Seite tausender Betroffener – mit juristischer Unterstützung, psychologischer Beratung und dem Einsatz für ihre öffentliche Anerkennung.

Es gibt vielen Betroffenen Halt, wenn sie Beratung und Unterstützung finden, betonte Evelyn Zupke: „In meiner Arbeit als Ombudsfrau für die SED-Opfer erlebe ich tagtäglich, wie weit der Schatten der Diktatur reicht. Wie sehr die Repression das Leben der Betroffenen bis zum heutigen Tag prägt. Gleichzeitig erlebe ich aber auch, was es für Betroffene bedeutet, wenn helfende und schützende Hände sie begleiten und Menschen sich auf ihre Seite stellen.“ 

Ganz persönlich, aber auch im Namen des Deutschen Bundestages dankte die SED-Opferbeauftragte allen Engagierten des Bürgerbüro e.V. – heute wie in den 30 Jahren seit seiner Gründung. Das Unrecht der SED-Diktatur hat Spuren hinterlassen, die über Generationen reichen. Die Arbeit des Bürgerbüros bleibt noch lange gefragt.