03.07.2026 | Parlament

Gedenken an jugendliche Opfer der Werwolf-Tragödie in Malchow

Zahlreiche Blumenkränze vor einem Gedenkstein.

Kränze am Gedenkstein für die Opfer der Werwolf-Tragödie in Malchow. (© Team Zupke)

Zum 28. Mal versammelten sich Angehörige, Zeitzeugen und Gäste vor der Villa Blanck in Malchow, um der jugendlichen Opfer der sogenannten Werwolf-Tragödie zu gedenken. Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag hielt in diesem Jahr die Gedenkrede. 

Besonders bewegend war die große Beteiligung der Malchower Stadtgesellschaft: Mehr als 70 Menschen kamen zum Gedenkstein, einige von ihnen mit familiärem Bezug zur Tragödie. Eine Schülerin der Fleesenseeschule Malchow, die heute so alt ist wie die Opfer damals, gestaltete die Veranstaltung mit.

Zweistöckiges, helles Haus mit Keller und großer Eingangstreppe, idyllisch im Grünen.

Villa Blanck in Malchow heute, wo die Jugendlichen festgehalten und gefoltert wurden. (© Team Zupke)

Ende 1945 und Anfang 1946 verhaftete die sowjetische Administration 33 Jungen und Mädchen in Malchow – unter dem haltlosen Vorwurf, sie gehörten der nationalsozialistischen Sabotageorganisation „Werwolf“ an. In der Villa Blanck wurden sie mit brutalen Methoden verhört, Geständnisse unter Folter erpresst. 13 der Jugendlichen starben in sowjetischer Haft. Erst nach dem Ende der SED-Diktatur konnte die sogenannte Werwolf-Tragödie öffentlich aufgearbeitet werden; seit 1998 erinnert ein Gedenkstein am historischen Ort an ihr Schicksal.

Rednerin frontal in schwarzem Kleid vor Baum und Zaun und Blumenkränzen, davor zahlreiche Zuhörer von hinten abgebildet.

Evelyn Zupke während ihrer Gedenkrede. (© Team Zupke)

In ihrer Rede machte Zupke deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der oft übersehenen Zeit zwischen Kriegsende und Gründung der DDR ist: „Diese Zeit, zwischen 1945 und 1949: Diese Zeit ist mehr als eine Art Nachbeben des Zweiten Weltkrieges. Diese Zeit zu verstehen, ist wichtig. Die Auseinandersetzung mit der SBZ kann wie ein Schlüssel sein. Ein Schlüssel zum Verständnis von Jahrzehnten der Diktatur im Osten Deutschlands. Die Einschüchterung einer ganzen Gesellschaft – die Angst als Kitt der Diktatur: Sie fand in dieser Zeit ihren Anfang.“ 

Zupke dankte den Malchowerinnen und Malchowern für ihr jährliches Engagement: „Mit ihrer Erinnerungsarbeit geben sie den Opfern ein Stück Würde zurück.“