11.06.2025 Finanzen — Antwort — hib 211/2025

Bundesanleihen werden vor allem im Euroraum gehalten

Berlin: (hib/BAL) 55 Prozent der Halter von Bundesanleihen stammen aus den Ländern des Euroraums. Diese Angaben macht die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/372) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/169). Allerdings schreibt die Bundesregierung in ihrer Vorbemerkung, dass Bundeswertpapiere ausschließlich Inhaberpapiere sind. Im Gegensatz zu Namenspapieren verfügt der Emittent, also in diesem Fall der Bund, nicht über ein Namensregister der Halter.

Die Angaben in der Antwort seien folglich lediglich „grobe Abschätzungen“, die sich auf Informationen der Bietergruppe Bundesemissionen bezögen. „Alle in den Antworten gelieferten Zahlen basieren auf diesen Meldungen, über deren Vollständigkeit und Exaktheit der Bund, trotz vorgenommener Qualitätskontrolle, keine Einschätzung abgeben kann“, erklärt die Bundesregierung.

Die Daten in der Antwort zeigen einen deutlichen Anstieg des Volumens an deutscher Staatsschuld, das von ausländischen Zentralbanken und Staaten gehalten wird. So betrug die Summe der von entsprechenden Institutionen aus dem Euroraum gehaltenen Bundesanleihen im Jahr 2010 35 Milliarden Euro. Sie ist bis Anfang 2023 auf 587 Milliarden Euro angeschwollen. Mittlerweile ist der Betrag wieder auf 484 Milliarden Euro gesunken.

In anderen Weltregionen werden jeweils deutlich weniger deutsche Anleihen gehalten: Staatliche Akteure aus dem restlichen Europa besitzen demnach Bundeswertpapiere im Wert von 201 Milliarden Euro (zwölf Prozent). Entsprechende Akteure aus Amerika stehen für 19 Milliarden Euro (1,2 Prozent), aus dem arabischen Raum für sieben Milliarden Euro (0,4 Prozent), aus dem restlichen Asien sowie Australien und Ozeanien für 250 Milliarden Euro und dem restlichen Afrika für eine Milliarde Euro.