Bundesregierung informiert über Mpox und Hepatitis
Berlin: (hib/SCR) Die Bundesregierung sieht derzeit keine neuen besorgniserregenden Ausbrüche oder Veränderungen bei Mpox (vormals Affenpocken) oder Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern in Deutschland. Das geht aus der Antwort (21/390) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/182) hervor.
Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden mit Stand 20. Mai 2025 insgesamt 4.327 Mpox-Fälle gemeldet, davon 99,3 Prozent bei Männern. 6,4 Prozent der Fälle führten zu einer Hospitalisierung, Todesfälle hat es bislang nicht gegeben.Es handelte sich laut Regierung nahezu ausschließlich um Fälle der Klade IIb. Seit dem Rückgang des Ausbruchsgeschehens im Herbst 2022 werde Mpox in Deutschland nur noch auf niedrigem Niveau registriert, mit einzelnen kurzfristigen regionalen Anstiegen - unter anderem in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin.
Im Hinblick auf Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern wurden der Bundesregierung seit April 2022 insgesamt 22 Fälle von schwerer akuter non-A-E-Hepatitis mit Verdacht auf unklare Ursache oder mit Adenovirus-Nachweis übermittelt. Die Fälle stammten aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein. Im Rahmen einer „aktiven Surveillance“ zwischen Mai 2022 und Mai 2023 meldeten acht pädiatrische Leberzentren neun Fälle von fulminantem Leberversagen unbekannter Ursache oder mit Adenovirus-Nachweis mit Listung für eine Lebertransplantation. In fünf Fällen wurde transplantiert, ein Kind verstarb. „Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu bleibenden Schäden, folgenloser Ausheilung und möglicherweise fehlenden Spenderorganen vor“, heißt es weiter.
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu möglichen Übertragungswegen bei Mpox oder zur Ursache der Hepatitis unbekannter Ätiologie bei Kindern liegen der Bundesregierung der Antwort zufolge nicht vor. Hypothesen zur Hepatitis gehen von einer Kombination aus Adeno-assoziierten Viren und genetischer Prädisposition als Risikofaktor aus, die Ursache sei aber weiterhin nicht abschließend geklärt.
Für die Versorgung der Bevölkerung seien 2022 rund 25,7 Millionen Euro für Mpox-Impfstoffe aufgewendet worden. Impfstoffdosen, die nicht von den Ländern bestellt wurden, seien 2024 an das Bundesministerium der Verteidigung abgegeben worden. 100.000 davon seien im Rahmen einer Spende aufgrund eines Ausbruchsgeschehens nach Afrika geliefert worden. Zur Bedarfsplanung bei Impfstoffen verweist die Bundesregierung auf die jeweils aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und auf Daten des RKI. Diese sollen eine Überbeschaffung in künftigen Ausbruchssituationen vermeiden helfen.