07.07.2025 Inneres — Antwort — hib 285/2025

Polizeieinsatz beim Spiel RB Leipzig gegen St. Pauli

Berlin: (hib/STO) Um den Polizeieinsatz beim Spiel RB Leipzig gegen St. Pauli am 9. Februar 2025 geht es in der Antwort der Bundesregierung (21/728) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/503). Darin schrieb die Fraktion, dass das „Hamburger Abendblatt“ am 13. Februar 2025 über das polizeiliche Auftreten beim Heimspiel von Rasenball Leipzig gegen den FC St. Pauli berichtet habe. „Demnach seien die Fans des Hamburger Vereins mit Ankunft am Leipziger Hauptbahnhof massiv von der Polizei verbal und körperlich angegangen worden“, führte die Fraktion weiter aus. Dieses Verhalten der Polizei solle bis zur Abreise der St.-Pauli-Fans angehalten haben.

Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort darlegt, war das Verhalten der anreisenden Gästefans, insbesondere der Ultraszene, mit dem Sonderzug „als anlasstypisch und mit geringer Hemmschwelle einzustufen“. Durch die eingesetzten Bundespolizisten sei bei Eintreffen am Hauptbahnhof Leipzig frühzeitig eine mobile taktische Kommunikation mittels Ansprachen von Reisenden und Fans sowie begleitender Lautsprecherdurchsagen erfolgt. „Diese dienten der Fanlenkung zu den vor dem Hauptbahnhof Leipzig bereitgestellten Shuttlebussen sowie der Deeskalation“, heißt es in der Antwort weiter.

Den Angaben zufolge leisteten die Anhänger des FC St. Pauli den Ansprachen nur sehr zögerlich Folge. Nach beziehungsweise während der polizeilichen Ansprachen sei durch die Gruppe der zirka 850 Sonderzugreisenden lautstark „Alle Bullen sind Schweine“ skandiert worden. Kurz nach dem Ausstieg der St. Pauli-Fans kam es laut Vorlage zur Vermummung einzelner St. Pauli-Anhänger. Des Weiteren bewarfen Anhänger des FC St. Pauli den Angaben zufolge während des Fußmarsches vom Sonderzug zu den bereitgestellten Shuttlebussen am Hauptbahnhof Leipzig die eingesetzten Polizeivollzugsbeamten (PVB) mit gefüllten Bierdosen in Richtung Kopf/Oberkörper.

„Darüber hinaus kam es zu Beleidigungen zum Nachteil der PVB“, schreibt die Bundesregierung ferner. Diese „offenkundig polizeifeindliche und teilweise aggressive Stimmung“ der Anhänger des FC St. Pauli habe sich sodann bis zum Einsatzende unverändert hingezogen.

Im gesamten Einsatzverlauf sprachen Einsatzkräfte 157 Platzverweise gegenüber Anhängern des FC St. Pauli aus, wie aus der Antwort zudem hervorgeht. Insgesamt 156 Platzverweise seien zwangsweise mittels einfacher körperlicher Gewalt durchgesetzt worden. Bei der zwangsweisen Durchsetzung der Platzverweise seien keine Personen verletzt worden.