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Presse

„Blue-Eyed“-Seminare in Großer Anfrage thematisiert

Inneres und Heimat/Große Anfrage - 12.07.2022 (hib 365/2022)

Berlin: (hib/STO) Sogenannte „Blue Eyed“-Seminare sind ein Thema einer Großen Anfrage der AfD-Fraktion (20/2612). Darin schreibt die Fraktion, die frühere Bundesregierung habe im August 2021 bestätigt, „dass das Bundesverteidigungsministerium im September 2019 Soldaten der Bundeswehr an einem ,Blue Eyed'-Seminar des Unternehmens Diversity Works teilnehmen ließ“. Zahlreiche Seminare von Diversity Works seien zudem 2021 an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW und zwischen Ende 2016 und Juli 2021 am Zentrum für Interkulturelle Kompetenz der Justiz NRW durchgeführt worden. Eine ZDF-Dokumentation von 2014 zeige, dass in den „Blue Eyed“-Seminaren des Unternehmens Teilnehmer mit blauer Augenfarbe vom Kursleiter „bewusst rassistisch abgewertet, ,systematisch diskriminiert, herabgewürdigt und verunsichert' werden“.

Erfunden worden seien die „Blue Eyed“-Seminare Ende der 1960er Jahre von der US-amerikanischen Lehrerin Jane Elliott, deren Ideen von einem Professor für Journalismus an der Universität Iowa der „Critical Race Theory“ (CRT) zugeordnet würden, führt die Fraktion ferner aus. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler William A. Galston definiere die CRT als eine „explizit linke Theorie und Bewegung, (...) die die Idee einer objektiven Betrachtung von Rasse zugunsten einer notwendig politischen, machtorientierten Perspektive verwirft“. Das Prinzip der Chancengleichheit werde laut Galston „zugunsten einer an Einkommen, Wohlstand und sozialem Status der Schwarzen zu messenden Ergebnisgleichheit abgelehnt“.

Wissen wollen die Abgeordneten, wie viele „Blue Eyed“-Lehrgänge Diversity Works bei Einrichtungen des Bundes abgehalten hat. Auch erkundigen sie sich danach, wie viele „Blue Eyed“-Lehrgänge Diversity Works nach Kenntnis der Bundesregierung bei den Polizeibehörden der Länder und an Schulen durchgeführt hat. Ferner fragen sie, ob es an den betreffenden Einrichtungen des Bundes oder nach Kenntnis der Bundesregierung an den betreffenden Polizeibehörden der Länder oder Schulen interne Beschwerden oder juristische Klagen gegen diese Lehrgänge gegeben hat. Zudem möchten sie unter anderem erfahren, ob es in den vergangenen zehn Jahren in Einrichtungen des Bundes neben Diversity Works weitere Schulungen, Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter gab, die die CRT zum Inhalt hatten.