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Forderung nach Neuausrich­tung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung

„Deutschland braucht mehr Kinder – Neuausrichtung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung“ und „Babys willkommen heißen – Nationaler Aktionsplan für eine familienfreundliche Gesellschaft“ lauten die Titel zweier Anträge (21/5757(Dokument, öffnet ein neues Fenster), 21/5758(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der AfD-Fraktion, die am Donnerstag, 7. Mai 2026, für eine heftige Kontroverse im Bundestag sorgten. Während die AfD dabei Maßnahmen gegen eine „demographische Katastrophe“ forderte, lehnten die anderen Fraktionen die beiden Vorlagen entschieden ab. Nach einstündiger Debatte wurde die Vorlage den Ausschüssen zur weiteren Beratung überwiesen. Beim ersten Antrag ist der Innenausschuss federführend. Die AfD hatte Federführung beim Familienausschuss beantragt, wurde mit der Mehrheit der übrigen Fraktionen aber überstimmt. Für den zweiten Antrag ist der Familienausschuss federführend.

AfD: Demographische Katastrophe beenden

Martin Reichardt (AfD) sagte, Ziel der beiden Anträge seiner Fraktion sei es, die „demographische Katastrophe unseres Landes zu beenden“. Die Geburtenzahl in Deutschland sei im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1946 gesunken, und es habe 352.000 Sterbefälle mehr als Geburten gegeben, beklagte er. 

Deutschland brauche „mehr Kinder“, sonst drohe der Zerfall des Sozialstaates und letztlich das „Aussterben des Souveräns des Grundgesetzes, nämlich des deutschen Volkes“. Dabei sei Einwanderung „keine Alternative zu eigenen Kindern, denn Einwanderung ersetzt die Deutschen“. Das Gebot der Stunde laute vielmehr „Förderung für einheimische Familien“. 

Union: Demographischer Wandel ist eine Herausforderung

Oliver Pöpsel (CDU/CSU) entgegnete, es sei keine Überraschung, dass das Statistische Bundesamt für 2025 „das größte Geburtendefizit der Nachkriegszeit festgestellt“ habe. Dies sei ein Erbe der 1990er-Jahre, in denen es „rein zahlmäßig besonders schwache Geburtsjahre“ gegeben habe. Daher gebe es nun weniger Frauen, die Kinder zu Welt bringen können. 

Demographischer Wandel sei aber keine Katastrophe, sondern eine Herausforderung. Gute Familienpolitik sei ein „umfassendes, helfendes, familien- und frauenfreundliches Bündel an Rahmenbedingungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. So hätten insbesondere die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 und der Kita-Ausbau zu einem Anstieg der Geburtenrate beigetragen. Die AfD-Anträge seien dagegen teuer und „wirkungsschwach“.

Grüne kritisieren „völkische Weltvorstellung“

Misbah Khan (Bündnis 90/Die Grünen) warf der AfD vor, „in ihrem Weltbild zwischen guten und schlechten Familien“ zu unterscheiden. „Gute Familien in dem Weltbild“ seien „weiße, heterosexuelle Paarbeziehungen mit mindestens drei Kindern“, die es zu entlasten und zu fördern gelte. Familien, die nicht in dieses Weltbild passten, sollten dagegen „hinten runterfallen“. Diese „völkische Weltvorstellung“ entspreche in keiner Weise der Lebensrealität in Deutschland. 

Für ihre Fraktion sei Familie überall dort, wo Menschen langfristig Verantwortung füreinander übernehmen. Familienkonzepte seien vielfältig, und für alle diese Konzepte gelte, dass Familien das Rückgrat der Gesellschaft sind. Der AfD sei jedoch „die Vielfalt der Familien ein Dorn im Auge“.

SPD: Den Alltag von Familien verbessern

Truels Reichardt (SPD) bezeichnete das Familienbild der AfD als „Respektlosigkeit gegenüber Familien, die nicht aus Mutter, Vater und Kind bestehen“. Dabei sei klar, dass dem demographischen Wandel etwas entgegengesetzt werden müsse. Gute Familienpolitik müsse den Alltag von Familien, von Eltern und ihren Kindern verbessern. 

Familien mit kleinen Kindern und der Übernahme beruflicher Verantwortung seien häufig finanziell, mental und von der zeitlichen Belastung her „am Limit“. Notwendig sei, das „Gesamtsystem Familie“ finanziell und zeitlich so zu entlasten, dass dies „auch gleichstellungspolitisch Sinn macht“. Dabei müsse die Entlastung natürlich allen Familien zugutekommen. Das habe die AfD aber nicht im Sinn.    

Linke: Elternschaft ist ein Armutsrisiko

Mandy Eißing (Die Linke) beklagte, dass Elternschaft „in Deutschland für viele ein Armutsrisiko“ sei. Wer wissen wolle, warum die Geburtenrate sinkt, müsse sich anschauen, unter welchen Bedingungen Familiengründungen hierzulande stattfinden. Jedes siebte Kind sei armutsgefährdet, und bei Alleinerziehenden liege das Armutsrisiko bei 29 Prozent. 

Viele Familien hätten Zukunftsängste. Junge Menschen bräuchten Wohnungen, verlässliche Kinderbetreuung, ausreichende Löhne sowie „die Gewissheit, dass ein Kind nicht das Ende der eigenen Karriere bedeutet“. Wenn Politiker aber „jungen Frauen vorschreiben wollen, sie müssten Kinder gebären, um die Demographie zu retten“, sei dies eine „absolute Anmaßung“. Frauen seien keine „Gebärmaschinen des Staates“.

Erster Antrag der AfD

In ihrem ersten Antrag (21/5757(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) fordert die AfD die Bundesregierung auf, das bisherige Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in ein „Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung“ (BMFB) umwandeln und in dessen Geschäftsbereich das derzeitige Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) als „Bundesinstitut für Deutsche Bevölkerungsentwicklung“ weiterführen. 

Dieses „Bundesinstitut für Deutsche Bevölkerungsentwicklung“ soll dem Antrag zufolge die „Erarbeitung von Demographiezielen für Deutschland“ mit Vorrang als wissenschaftliches Projekt vorantreiben. „Ziel soll es sein, regelmäßig fortzuschreibende Demographieziele auf dem Weg zu einer merklichen Verjüngung der deutschen Bevölkerung zu definieren, um die deutschen sozialen Sicherungssysteme wieder zukunftsfähig zu machen und fortan zukunftsfest zu halten“, schreiben die Abgeordneten weiter.

Zweiter Abtrag der AfD

Dem zweiten Antrag der AfD (21/5758(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) zufolge soll die Bundesregierung einen Aktionsplan „für eine familienfreundliche Gesellschaft“ unter Beteiligung von Familien- und Alleinerziehendenverbänden entwickeln und verabschieden. Er soll nach dem Willen der Fraktion zur Förderung von Familien und Kindern beitragen, finanziell mit 75 Millionen Euro pro Jahr abgesichert sein sowie Ziele und Maßnahmen insbesondere in den Bereichen „traditionelle Familie“, „Recht“, „Arbeit“ und „Gemeinschaft“ entwickeln. Dabei soll die Bundesregierung laut Vorlage mit einer Kampagne für ein positives traditionelles Familienbild werben. „Die Vorteile, früh eine Familie zu gründen, sollen hervorgehoben und einer Diskriminierung von kinderreichen Familien entgegengewirkt werden“, schreiben die Abgeordneten weiter.

Zugleich plädieren sie dafür, jedes Gesetz im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens auf seine Familienfreundlichkeit hin zu überprüfen, „insbesondere mit Blick auf das Sozial-, Steuer- und Bildungsrecht“. Arbeitgeber, die in ihre Belegschaft „in besonderem Maße Mütter und Väter integrieren und diese fördern“, sollen dem Antrag zufolge gestärkt werden und die Bundesregierung ein Gesetz vorlegen, „nach dem flexiblere Arbeitszeitmodelle erlaubt sind und durch besondere Anreize auch präferiert werden“. Ferner fordert die Fraktion die Bundesregierung unter anderem auf, Länder, Kommunen und Verbände anzuregen, sich an der Umsetzung des Aktionsplanes zu beteiligen. „Der Ausbau integrierter kinder- und familienbezogener Angebote soll gefördert werden, es müssen generationsübergreifende Konzepte entwickelt werden und neue Beratungs- und Unterstützungsangebote auf kommunaler Ebene konzipiert werden, wie beispielsweise die Unterstützung Eltern junger Kinder durch Ehrenamtliche im Haushalt oder die Einführung einer ,Familienkarte'“, heißt es in der Vorlage des Weiteren. (sto/07.05.2026) 

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Andrea Lindholz

Andrea Lindholz

© Andrea Lindholz/ Timo Raab

Lindholz, Andrea

Bundestagsvizepräsidentin

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Martin Reichardt

Martin Reichardt

© Martin Reichardt/Daniel Schneider

Reichardt, Martin

AfD

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Oliver Pöpsel

Oliver Pöpsel

© Oliver Pöpsel/ Oliver Radkau

Pöpsel, Oliver

CDU/CSU

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Martin Reichardt

Martin Reichardt

© Martin Reichardt/Daniel Schneider

Reichardt, Martin

AfD

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Oliver Pöpsel

Oliver Pöpsel

© Oliver Pöpsel/ Oliver Radkau

Pöpsel, Oliver

CDU/CSU

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Misbah Khan

Misbah Khan

© Misbah Khan/ Nils Leon Brauer

Khan, Misbah

Bündnis 90/Die Grünen

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Truels Reichardt

Truels Reichardt

© Truels Reichardt/ SPD

Reichardt, Truels

SPD

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Birgit Bessin

Birgit Bessin

© Birgit Bessin/ AfD-Fraktion

Bessin, Birgit

AfD

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Truels Reichardt

Truels Reichardt

© Truels Reichardt/ SPD

Reichardt, Truels

SPD

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Mandy Eißing

Mandy Eißing

© Mandy Eißing

Eißing, Mandy

Die Linke

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Dr. Konrad Körner

Dr. Konrad Körner

© Dr. Konrad Körner/ Julia Durmann

Körner, Dr. Konrad

CDU/CSU

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Dr. Maximilian Krah

Dr. Maximilian Krah

© Dr. Maximilian Krah

Krah, Dr. Maximilian

AfD

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Dr. Konrad Körner

Dr. Konrad Körner

© Dr. Konrad Körner/ Julia Durmann

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CDU/CSU

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Kerstin Przygodda

Kerstin Przygodda

© Kerstin Przygodda/ Daniel Schneider

Przygodda, Kerstin

AfD

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Jasmina Hostert

Jasmina Hostert

© Jasmina Hostert/ Anna Voelske

Hostert, Jasmina

SPD

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Martin Reichardt

Martin Reichardt

© Martin Reichardt/Daniel Schneider

Reichardt, Martin

AfD

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Jasmina Hostert

Jasmina Hostert

© Jasmina Hostert/ Anna Voelske

Hostert, Jasmina

SPD

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Nyke Slawik

Nyke Slawik

© Nyke Slawik/ Dominik Butzmann

Slawik, Nyke

Bündnis 90/Die Grünen

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Maik Brückner

Maik Brückner

© Maik Brückner/ Jannis Hutt

Brückner, Maik

Die Linke

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Ellen Demuth

Ellen Demuth

© Ellen Demuth / Hanna Witte

Demuth, Ellen

CDU/CSU

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Sebastian Maack

Sebastian Maack

© Sebastian Maack / Vadim Derksen

Maack, Sebastian

AfD

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Rasha Nasr

Rasha Nasr

© Photothek Media Lab

Nasr, Rasha

SPD

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Heiko Hain

Heiko Hain

© Heiko Hain

Hain, Heiko

CDU/CSU

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Josephine Ortleb

Josephine Ortleb

© Josephine Ortleb/SPD-Bundestagsfraktion

Ortleb, Josephine

Bundestagsvizepräsidentin

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Dokumente

  • 21/5757 - Antrag: Deutschland braucht mehr Kinder - Neuausrichtung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung
    PDF | 466 KB — Status: 05.05.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/5758 - Antrag: Babys willkommen heißen - Nationaler Aktionsplan für eine familienfreundliche Gesellschaft
    PDF | 524 KB — Status: 05.05.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 21/5757(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Federführung beim Innenausschuss) beschlossen
  • Überweisung 21/5758(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Stand: 18.05.2026