23. September 2026 Service

Parlamentariergruppe USA des Deutschen Bundestages reist nach Washington D.C., Atlanta und Miami

Eine Delegation der Parlamentariergruppe USA des Deutschen Bundestages reist vom 27. September bis 3. Oktober 2026 unter Leitung des Vorsitzenden Kai Whittaker (CDU/CSU) nach Washington D.C., Atlanta (Georgia) und Miami (Florida). Weitere Delegationsmitglieder sind die Abgeordneten Tijen Ataoğlu (CDU/CSU), Beatrix von Storch (AfD), Philipp Rottwilm (SPD), Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen) und Caren Lay (Die Linke).

In Washington D.C. tauscht sich die Delegation mit Mitgliedern des Repräsentantenhauses und des Senats aus. Darüber hinaus stehen Gespräche mit Mitgliedern verschiedener Ausschüsse beider Häuser sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der US-Regierung auf dem Arbeitsprogramm. Geplant sind auch Begegnungen mit politischen Stiftungen, Think Tanks sowie Organisationen der Zivilgesellschaft.

Im Mittelpunkt der Gespräche der Delegation stehen die aktuellen Entwicklungen der transatlantischen Beziehungen sowie Themen aus den Bereichen der Wirtschafts-, Verteidigungs-, Sicherheits- und Digitalpolitik. Besondere Aufmerksamkeit wird die Delegation auf den Austausch über die bevorstehenden Zwischenwahlen zum US-amerikanischen Kongress richten.

Neben der Hauptstadt besucht die Delegation die Bundesstaaten Georgia und Florida. Hier trifft die Delegation mit Kongressmitgliedern der beiden Bundesstaaten zusammen. Auf dem Programm in Atlanta (Georgia) steht u.a. ein Besuch bei Porsche Cars North America und beim Georgia Institute of Technology.
 

23. September 2026 Service

Tourismusausschuss besucht Albanien

Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 reist eine Delegation des Tourismusausschusses zu Gesprächen auf parlamentarischer und ministerieller Ebene, mit Wirtschaftsvereinigungen und touristischen Einrichtungen nach Albanien. Sie wird sich dabei auch über die aktuelle innen- und außenpolitische Lage Albaniens informieren, insbesondere im Hinblick auf den angestrebten EU-Beitritt des Landes. Die Gespräche finden vor allem in Tirana, der Hafenstadt Durres und den Bergregionen Kruja und Dajti statt.

Die Delegationsreise nimmt Bezug auf diesjährige Besuche hochrangiger albanischer Gäste in Berlin. Im März 2026 hat der albanische Parlamentspräsident Niko Peleshi den Bundestag besucht. Zudem bestehen seit der Internationalen Tourismusmesse ITB Berlin im März Kontakte des Ausschusses zu Tourismusminister Blendi Gonxhja und der Leiterin der „Albania National Tourism Agency“, Zana Cela. Im Jahr 2025 war Albanien offizielles Partnerland der ITB.

Der Ausschuss sieht in Albanien eines der am schnellsten wachsenden Reiseziele Europas; inzwischen entfielen fast 25 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf den Tourismus. Das Land investiere mit internationaler, auch deutscher Unterstützung in den Ausbau der touristischen Infrastruktur nach europäischem Standard und fördere, um „Hotspots“ zu entlasten, speziell im Landesinneren einen nachhaltigen Natur-, Wander- und Agrotourismus.

Die Delegation besteht aus den Abgeordneten Anja Karliczek (Ltg), Michael Kießling, Leif Bodin (alle CDU/CSU), Erhard Brucker (AfD), Stefan Zierke (SPD), Boris Mijatovic (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) und Katalin Gennburg (Die Linke). 

16. September 2026 Service

Öffentliche Anhörungen und Ausschusssitzungen in der Sitzungswoche vom 21. bis 25. September

15. September 2026 Service

Europaausschuss reist nach Armenien

Vom 20. bis zum 23. September 2026 reist eine Delegation des Europaausschusses zu politischen Gesprächen nach Armenien. 

Im Mittelpunkt des Interesses stehen die weitere Ausgestaltung der Beziehungen Armeniens zur Europäischen Union, der Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan sowie die Beziehungen zum Nachbarland Türkei. 

Die Abgeordneten treffen Mitglieder des EU-Integrationsausschusses des armenischen Parlamentes und der Regierung, die Leitung der Mission EUMA und Vertreter armenischer Think Tanks. Die Delegation wird an der Genozid-Gedenkstätte Tsitsernakaberd einen Kranz niederlegen. 

Weitere Themen des Besuchs sind die ökologische und ökonomische Bedeutung des Sevansees, wo die Abgeordneten mit Mitgliedern der Lake Sevan Protection Platform zusammentreffen werden. In Tsovazard/ Sevan wird die Delegation ein u.a. mit Mitteln der GIZ gefördertes Agrarunternehmen besuchen und sich über die Agrobiodiversität, den Anbau klimaresilienter Pflanzensorten und die Herausforderungen für den Export von Agrarprodukten in die EU informieren. 

An der Reise unter Leitung des Ausschussvorsitzenden Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) nehmen die Abgeordneten Roland Theis, Jan Metzler (beide CDU/CSU) und Matthias Moosdorf (AfD) teil. 

14. September 2026 Service

Deutsch-Südasiatische Parlamentariergruppe besucht Sri Lanka und Bangladesch

Vom 14. bis 19. September 2026 wird eine Delegation der Deutsch-Südasiatischen Parlamentariergruppe unter der Leitung des Vorsitzenden, Nicklas Kappa (CDU/CSU), nach Sri Lanka und Bangladesch reisen. Die weiteren Delegationsmitglieder sind: Johann Saathoff (SPD, stellv. Vorsitzender der Parlamentariergruppe), Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, stellv. Vorsitzende der Parlamentariergruppe) sowie Gerold Otten (AfD).

Die Delegationsreise dient dem bilateralen parlamentarischen Austausch und damit der Vertiefung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stehen Begegnungen mit Vertretern aus Regierung und Opposition, Ausschüssen, Unternehmen sowie weiteren Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. 

In Sri Lanka wird sich die Delegation mit der Premierministerin Harini Amarasuriya sowie dem Oppositionsführer Sajith Premadasa austauschen. Außerdem werden die Abgeordneten die Trace Export City besichtigen und vor Ort über die wirtschaftliche und technologische Entwicklung diskutieren. Zudem ist die Besichtigung des Colombo West International Terminals mit Gesprächen über Hafenwirtschaft, Handel und maritime Sicherheit vorgesehen. 

Weitere Schwerpunkte bilden Gespräche mit Ausschüssen für Auswärtiges, Wirtschaft und Energie.

In Bangladesch sind Gespräche mit dem Parlamentspräsidenten Hafiz Uddin Ahmad Bir Bikram sowie mit dem Auswärtigen Ausschuss vorgesehen. Darüber hinaus wird die Delegation deutsche Unternehmen besuchen, die im Bereich Zementherstellung, Textilchemikalien und Druckerpatronen tätig sind. Die Abgeordneten werden sich mit ihnen über wirtschaftliche Zusammenarbeit, industrielle Entwicklung und Investitionsmöglichkeiten austauschen.

11. September 2026 Service

Delegation des Verteidigungsausschusses reist nach Polen

Vom 14. bis 15. September 2026 reist eine Delegation des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags unter Leitung des Vorsitzenden, Thomas Röwekamp (CDU/CSU-Fraktion), nach Warschau.

Der Fokus der Reise liegt auf der Vertiefung der deutsch-polnischen Freundschaft sowie dem Ausbau der strategischen Partnerschaft, die beide Länder miteinander verbindet. Hierzu trifft die Delegation mit Regierungsvertretern aus dem Verteidigungs- und dem Außenministerium zusammen und führt Gespräche mit Vertretern des Verteidigungsausschusses im polnischen Sejm.

Die Delegation besteht neben dem Vorsitzenden aus den Abgeordneten Thomas Erndl (CDU/CSU), Thomas Ladzinski (AfD), Daniel Baldy (SPD), Jeanne Dillschneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Ulrich Thoden (Die Linke).
 

11. September 2026 Service

Finanzausschuss des Bundestages reist nach Südkorea

Eine Delegation des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages wird vom 13. bis 18. September 2026 nach Seoul (Südkorea) reisen. Leiter der Delegation ist der amtierende Vorsitzende des Ausschusses, Christian Görke (Die Linke).

Die weiteren Delegationsmitglieder sind die Abgeordneten Dr. Carsten Brodesser (CDU/CSU), Mechthilde Wittmann (CDU/CSU), Kay Gottschalk (AfD), Michael Thews (SPD), Max Lucks (Bündnis 90/Die Grünen) und Doris Achelwilm (Die Linke).

Als exportorientierte Industrienation sieht sich Südkorea vielen Herausforderungen gegenüber, die auch für Deutschland existieren. Dazu gehören auch die Auswirkungen der sich wandelnden Politik der US-Administration und die damit einhergehende Infragestellung der bislang geltenden Sicherheits- und Wirtschaftsordnung sowie die strukturellen Probleme des demographischen Wandels, der Staatsverschuldung und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit.

Daraus leiten sich eine Vielzahl von steuer-, finanz- und zollpolitischen Fragestellungen ab, die im Kernbereich der parlamentarischen Arbeit der Mitglieder des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag liegen. Dazu gehören die Besteuerung und fiskalische Nachhaltigkeit in Zeiten der Globalisierung der Märkte, die Sicherung der Finanzstabilität trotz neuer Risikofaktoren, die Digitalisierung und Innovation im Finanzmarktbereich sowie die Bekämpfung von Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität.

Dazu plant die Delegation unter anderem Gespräche mit

  • Mitgliedern des korrespondierenden Ausschusses des koreanischen Parlaments
  • der Regierung, unter anderem mit Vertretern des koreanischen Haushaltsministeriums und dem National Tax Service
  • Vertretern der koreanischen Zentralbank, der Finanzaufsicht sowie der Pensionsbehörde
  • Wissenschaftlern sowie Wirtschaftsvertretern

Auch ein Besuch der Korean Demilitarized Zone an der Grenze zu Nordkorea steht auf dem Programm der Delegation, bei der die Mitglieder sich über die Sicherheitslage und die geopolitische Situation Koreas informieren werden.

 

11. September 2026 Service

Wochenzeitung „Das Parlament“: Haushaltspolitikerin Paula Piechotta (Grüne) kritisiert Buchungstricks im Etat 2027

Vorabmeldung zu einem Interview in der nächsten Ausgabe der Wochenzeitung „Das Parlament“ (Erscheinungstag 12. September 2026)

– Bei Nennung der Quelle frei zur sofortigen Veröffentlichung –

Die Haushaltspolitikerin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Paula Piechotta, wirft der Bundesregierung vor, Lücken im Haushaltsentwurf 2027 nur „dank Tricks auf dem Papier“ geschlossen zu haben. „Die tatsächliche Lücke ist sehr viel größer“, sagte die Abgeordnete in einem Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ anlässlich der ersten Lesung des Etat-Entwurfs im Bundestag in dieser Woche. „Der Versuch, Haushaltslücken mit den wildesten Haushalts- und Buchungstricks zu lösen und Regeln für das Sondervermögen und den Klima- und Transformationsfonds zu umgehen, macht den Haushalt immer weniger solide“, kritisierte Piechotta. Für Buchungen in Millionen- und Milliardenhöhe fehlten gesetzliche Grundlagen, Ausgaben würden kleingerechnet.

Besonders kritisiert Piechotta die geplante Veranschlagung von 5,8 Milliarden Euro für Verkehrsinvestitionen im Verteidigungsetat, die unter die Bereichsausnahme für Verteidigungsausgaben fallen, und deren Berücksichtigung bei der Berechnung der Investitionsquote im Kernhaushalt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) könne damit nach Piechottas Darstellung die Investitionsquote „künstlich hochtreiben und dann mit dem Sondervermögen machen, was er will“. Im Ergebnis könne er „die Regeln vollständig umgehen, die sicherstellen sollten, dass aus dem Sondervermögen nur zusätzliche Investitionen finanziert werden“. Hintergrund ist, dass die Investitionsquote im Kernhaushalt mindestens zehn Prozent betragen muss, damit die Ausgaben aus dem Sondervermögen als zusätzliche Investitionen gelten.

Das Interview im Wortlaut:

Das Parlament: In Sachsen-Anhalt haben 43,8 Prozent die AfD gewählt, deren Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird. Die Partei könnte den nächsten Ministerpräsidenten stellen. Hätten Sie damit gerechnet?

Paula Piechotta: Es war eines von mehreren Szenarien. Viele haben gehofft, dass es dafür ganz knapp nicht reicht.

Das Parlament: Die AfD führt bundesweit die Umfragen an und ist in allen ostdeutschen Flächenländern stärkste Kraft. Warum verfängt sie gerade dort so sehr?

Piechotta: Gut, das wäre wahrscheinlich eine politikwissenschaftliche Vorlesung über drei Tage. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Wir beobachten global, dass populistische, rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien Aufwind haben. In Zeiten wirtschaftlicher Stagnation und Kriegsgefahr steigt die Sehnsucht nach einfachen Antworten.

Das Parlament: Was können andere Parteien dagegen tun?

Piechotta: Politik darauf konzentrieren, Probleme zu lösen und ehrlich zu kommunizieren. Vieles von dem, was in der Politik als professionell gilt – um Dinge herumreden, keine direkte Kommunikation und viele Binnenlogiken –, funktioniert in diesen Zeiten nicht mehr.

Das Parlament: Sie sagen, Politik müsse Probleme lösen und ehrlich kommunizieren. Wird der Haushaltsentwurf 2027 diesem Anspruch gerecht?

Piechotta: Der Entwurf hat so ein bisschen alle Fehler vom 2026er-Haushalt, und neue kommen dazu. Der Versuch, Haushaltslücken mit den wildesten Haushalts- und Buchungstricks zu lösen und Regeln für das Sondervermögen und den Klima- und Transformationsfonds zu umgehen, macht den Haushalt immer weniger solide. Wir haben Buchungen in Millionen- und Milliardenhöhe, für die es noch nicht einmal eine gesetzliche Grundlage gibt. Und Ausgaben werden kleingerechnet, obwohl alle wissen, dass man am Ende mehr ausgeben wird.

Das Parlament: Sie werfen Finanzminister Lars Klingbeil also Tricksen und Täuschen vor?

Piechotta: Finanzminister Klingbeil, aber auch SPD-Haushälter sagen sinngemäß: Die Ampel scheiterte an drei Milliarden, dieser Haushalt wird nicht an drei Milliarden scheitern. Darauf würde ich entgegnen: Die Ampel konnte rechnen und wusste: Die Lücke beträgt tatsächlich drei Milliarden. Jetzt haben wir so viele Luftbuchungen, dass die tatsächliche Lücke sehr viel größer ist und bislang nur dank Tricks auf dem Papier geschlossen ist, aber real riesengroße Probleme auftreten werden.

Würde das Sondervermögen tatsächlich für zusätzliche Investitionen genutzt, könnte die Koalition etwa die Senkung der Körperschaftsteuer oder die Mütterrente so einfach nicht finanzieren. Stattdessen wird Neuverschuldung, die für investive Ausgaben gedacht war, durch Verschiebebahnhöfe in Teilen für konsumtive Ausgaben verwendet. Aus diesen Ausgaben entsteht kein neues Wachstum, also auch keine zusätzlichen Staatseinnahmen. Die bräuchte es aber, um die steigenden Zinskosten durch die höhere Verschuldung bezahlen zu können. Wer mit Schulden Dinge finanziert, die keine zusätzlichen Einnahmen für den Staat generieren, wie der Finanzminister, führt Deutschland in die Schuldenspirale. Das wird eines der dramatischsten Probleme für den Bundeshaushalt.

Das Parlament: Die Bundesregierung lobt sich hingegen für Rekordinvestitionen. Was stimmt denn nun?

Piechotta: Von den 500 Milliarden Euro Sondervermögen gehen 100 Milliarden an die Länder, bleiben 400 Milliarden. Auf zehn Jahre aufgeteilt müsste man stark vereinfacht 

40 Milliarden Euro mehr Investitionen pro Jahr haben. Im Verkehr sind es durch das Sondervermögen aber nur grob fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr.

Man kann das auch im echten Leben abgleichen: Dann geht man zu Bauunternehmen und Ingenieurbüros und fragt: Merkt ihr etwas vom Sondervermögen? Und die sagen: Nein, gar nichts. Dabei sollte das Sondervermögen auch dazu dienen, dass die Bauwirtschaft dank planbar hoher Mittel für Verkehrsinfrastruktur über die nächsten Jahre Baukapazitäten aufbaut. Das passiert jetzt auch nicht.

Das Parlament: Im Verkehrsministerium hat Steffen Bilger den von Bundeskanzler Merz geschassten Patrick Schnieder abgelöst. Ändert der Personalwechsel etwas?

Piechotta: Das macht für den Haushalt keinen großen Unterschied. Die Kritik von Merz an Schnieder war, so wie ich sie wahrgenommen habe, ja nicht, dass er nicht für mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur gekämpft hat. Merz hat ihn vielmehr dafür kritisiert, dass er offen gesagt hat, es müsse ein größerer Anteil aus dem Sondervermögen in echte Verkehrsinvestitionen fließen. Das sehen wir genauso – ebenso die Wirtschaftsinstitute und die Bauindustrie.

Das Parlament: Ein Teil der Verkehrsinvestitionen soll statt im Sondervermögen im nächsten Jahr im Verteidigungsetat veranschlagt und als verteidigungsrelevant deklariert werden. Was halten Sie davon?

Piechotta: Wir haben nichts dagegen, wenn beispielsweise eine militärisch relevante Güterverkehrstrasse mit solchen Mitteln zusätzlich elektrifiziert würde. Das ist aber leider nicht das Ziel von Lars Klingbeil. Vorsicht, für eine genaue Erklärung müssen wir sehr tief in den Haushalt einsteigen: Jetzt wird es sehr nerdig. Und Herr Klingbeil möchte ja, dass sich niemand in die nerdigen Winkel des Haushalts verirrt. Deswegen gehen wir erst recht hinein:

Die Regel zum Sondervermögen besagt: Bevor ich das Sondervermögen anzapfen darf, muss ich im Kernhaushalt eine Investitionsquote von zehn Prozent erreichen. Wenn diese erreicht wird, dann ist per Definition alles, was das Sondervermögen ausgibt, zusätzlich. Diese Definition ist sehr juristisch und extrem löchrig.

Das Parlament: Wo liegt das Problem?

Piechotta: Die zehn Prozent müssen nur in der Haushaltsaufstellung auf dem Papier erreicht werden, nicht im Haushaltsvollzug der tatsächlich fließenden Gelder. Damit gibt es einen großen Anreiz für den Finanzminister, die Quote künstlich hochzurechnen. Das führt unter anderem dazu, dass nichtinvestive Ausgaben künstlich kleingerechnet werden, ein Beispiel: Der Grundbedarf der Autobahn GmbH kostet immer im Schnitt um die 2,5 Milliarden Euro, wird aber im Haushalt auf ungefähr zwei Milliarden unterveranschlagt. Und dann sagt man unterjährig: Ach, wir brauchen leider doch wieder 500 Millionen mehr. Dadurch sieht im Haushaltsentwurf auf dem Papier alles super aus. Im Vollzug aber sieht es anders aus: Im Haushalt 2025 unterschritt die tatsächliche Investitionsquote mit 8,7 Prozent deutlich die 10 Prozent.

Das Parlament: Und was ändert die Veranschlagung im Verteidigungsetat?

Piechotta: Jetzt treibt man das noch weiter ad absurdum als im Vorjahr. Dort stehen noch einmal 5,8 Milliarden Euro Verkehrsinvestitionen, die über die Bereichsausnahme für Verteidigungsausgaben schuldenfinanziert werden können – also außerhalb der regulären Kreditgrenze der Schuldenbremse. Für die Investitionsquote ist entscheidend: Diese schuldenfinanzierten Investitionen im Verteidigungsetat zählen oben im Zähler mit, werden unten aus dem Nenner aber herausgerechnet. Dadurch steigt die errechnete Investitionsquote.

Das führt dazu, dass Klingbeil ein Perpetuum mobile geschaffen hat: Er kann Verkehrsinvestitionen aus dem schuldenfinanzierten Verteidigungsetat finanzieren, damit die Investitionsquote künstlich hochtreiben und dann mit dem Sondervermögen machen, was er will. Im Ergebnis kann er die Regeln vollständig umgehen, die sicherstellen sollten, dass aus dem Sondervermögen nur zusätzliche Investitionen finanziert werden sollten.

Das Parlament: Glauben Sie, dass die Koalition den Haushalt noch stärker verändern wird?

Piechotta: Das Spannende ist, dass diese Koalition nur zwölf Stimmen Mehrheit hat. Die Abgeordneten spüren, dass die Unzufriedenheit vor Ort groß ist. Es gibt baureife Infrastrukturprojekte, bei denen jeder sagen würde: Wir haben doch jetzt dieses Sondervermögen, jetzt muss das gebaut werden. Aber die Finanzierung fehlt.

Regionale Abgeordnete können sagen: Wenn das nicht im Haushalt steht, stimmen wir als Gruppe nicht zu. Da können wenige Abgeordnete entscheidend sein. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir im Parlament noch zugunsten tatsächlich zusätzlicher Verkehrsprojekte umschichten können.

Das Parlament: Die Bundesregierung will auch konsolidieren. Wird tatsächlich gespart?

Piechotta: Konsolidierung ist superwichtig, sie muss aber intelligent sein. Die Regierung setzt sehr oft das Rasenmäherprinzip an und erzeugt damit kontraproduktive Maßnahmen. Der Bundesrechnungshof hat in den letzten Jahren vorgemacht, wie kluger Personalabbau geht, und seine Stellen bereits deutlich reduziert ohne Einbußen bei der Qualität. Dem wird jetzt trotzdem gesagt: Du musst noch einmal die pauschale Stelleneinsparung erbringen so wie alle Behörden, die in den letzten Jahren gar nichts an Effizienzsteigerung versucht haben. Damit bestraft man die Behörden, die in den letzten Jahren aus Eigeninitiative mit gutem Beispiel vorangegangen sind wie der Bundesrechnungshof – der jetzt bei seinen Prüf-Kapazitäten sparen muss. Wenn der Bundesrechnungshof jetzt noch einmal sparen muss, kann er weniger prüfen – in einer Haushaltssituation mit mehr Schulden, mehr Sondertöpfen und mehr Verwirrung als jemals zuvor. Das ist kontraproduktiv.

Die Fragen stellte Sören C. Reimer.

Paula Piechotta sitzt seit 2021 für Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag. Im Haushaltsausschuss befasst sie sich unter anderem mit dem Verkehrsetat.

11. September 2026 Service

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner plädiert für starke Parlamentseinbindung in der Krise – G7-Parlamentspräsidentenkonferenz tagt in Paris

Die G7-Staaten müssen ihre Parlamente vor dem Hintergrund von Krieg, Cyberangriffen, hybrider Bedrohungen und Desinformation stärken. Dafür plädiert Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim G7-Parlamentsgipfel in Paris. Gerade in Krisenzeiten dürften Parlamente nicht zum nachträglichen Kontrolleur degradiert werden. Sie müssten in der Lage sein, Entscheidungen der Regierungen kompetent zu begleiten und demokratisch zu legitimieren.

Julia Klöckner: „In der Krise schlägt die Stunde der Exekutive. Das stimmt. Aber Krisen dauern nicht nur Stunden. Sie dauern Monate, manchmal Jahre. Und dann gibt es neben den akuten auch noch die latenten Krisen. Es geht daher nicht nur um die Frage, wie schnell ein Staat entscheiden kann. Es geht vor allem um die Frage, wie lange eine Demokratie eine Entscheidung tragen kann – dafür braucht es die Legitimation der Volksvertretung, also durch Parlamente. Man kann per Eilentscheidung auf eine Krise reagieren – aber sie nicht per Eilentscheidung dauerhaft bewältigen.“

Als Beispiel verweist die Bundestagspräsidentin auf die Ukraine, wo nur wenige Stunden nach Beginn des russischen Angriffskriegs die Werchowna Rada zusammentrat, und die Verhängung des Kriegsrechts beschloss.

„Auch ein Parlament kann in einer akuten Krise schnell handeln. Zudem liegt die besondere Stärke der parlamentarischen Demokratie darin, dass Entscheidungen nicht nur getroffen, sondern auch dauerhaft politisch abgesichert werden“, so Klöckner weiter.

Zugleich müssten die Parlamente besser gegen neue Bedrohungen geschützt werden. Sie seien heute nicht mehr nur Orte der politischen Debatte über internationale Konflikte, sondern selbst Ziele von Cyberangriffen, Spionage und Drohnen.

Julia Klöckner betont: „Unsere Parlamente sollen offene Häuser sein. Bürgerinnen und Bürger sollen zu uns kommen können. Journalisten sollen unsere Arbeit beobachten. Politische Auseinandersetzung soll sichtbar stattfinden. Aber unsere Offenheit sollte niemand mit Naivität verwechseln können.“

Bei ihrer G7-Konferenz beraten die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten in Paris über gemeinsame Antworten auf globale Krisen und die Stärkung demokratischer Institutionen.

10. September 2026 Service

TERMINHINWEIS: Einweihung des Porträts von Sabine Bergmann-Pohl durch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner

Zeit: Dienstag, 22. September 2026, 12.30 Uhr
Ort: Reichstagsgebäude, Präsidialebene, vor dem Großen Protokollsaal 2 M 001

Der Kunstbeirat des Deutschen Bundestages hat im Juni 2026 unter Leitung und auf Vorschlag von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beschlossen, Dr. Sabine Bergmann-Pohl mit einem Porträt in der Galerie der Präsidentinnen und Präsidenten des Deutschen Bundestages zu würdigen. Damit wird hier erstmals eine Persönlichkeit aufgenommen, die nicht das Amt der Bundestagspräsidentin bekleidet hat.

Sabine Bergmann-Pohl war 1990 die Präsidentin der einzigen frei gewählten Volkskammer der DDR, die unter ihrer Leitung in nur 180 Tagen die parlamentarischen Voraussetzungen für die deutsche Einheit schuf.

Ablauf der Veranstaltung:

  • Begrüßung durch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Würdigung von Sabine Bergmann-Pohl
  • Enthüllung des Porträts
  • Ansprache von Sabine Bergmann-Pohl
  • Kurze Ansprache der Malerin, Doris Ziegler
  • Gemeinsames Foto vor dem Porträt

Hinweise für Medienvertreter:

Es wird um Anmeldung bis zum 22. September, 9 Uhr, gebeten – bitte an: pressereferat@bundestag.de(E-Mail). Zudem ist eine gültige Bundestagsakkreditierung (Interner Link)erforderlich.

Informationen zum Beschluss des Kunstbeirats finden Sie in der Pressemitteilung vom 11. Juni 2026: https://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2026/pm-260610-bergmann-pohl-1184036(Interner Link)

9. September 2026 Service

BILDTERMIN: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner empfängt den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate

Zeit: Donnerstag, 10. September 2026, 14.00 Uhr – Zutritt zur Präsidialebene ab 13.50 Uhr
Ort: Reichstagsgebäude, Präsidialebene, Saal 2 N 037

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner empfängt den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan.

9. September 2026 Service

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner bei G7-Parlamentspräsidentenkonferenz in Paris

Am 11. und 12. September nimmt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner auf Einladung der Präsidentin der französischen Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, an der diesjährigen G7-Konferenz der Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten in Paris teil. Sie wird dort als Hauptrednerin zur Rolle der Parlamente in der Außen- und Verteidigungspolitik vor dem Hintergrund globaler Krisen sprechen. Weitere Themen sind der Umgang der Parlamente mit Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz sowie die Kommunikation in den digitalen Medien. 

Neben dem parlamentarischen Austausch ist ein Treffen der G7-Teilnehmer mit dem französischen Staatspräsidenten, Emmanuel Macron, im Élysée-Palast geplant. Am Rande der Konferenz wird die Bundestagspräsidentin zudem zu einem bilateralen Gespräch mit dem Präsidenten des japanischen Repräsentantenhauses, Eisuke Mori, zusammenkommen.

Außerdem werden die Parlamentspräsidentinnen und Parlamentspräsidenten an der Zeremonie zur Wiederentzündung der Flamme am Grabmal des unbekannten Soldaten teilnehmen, die täglich am Arc de Triomphe stattfindet.

Weitere Informationen zur G7-Parlamentspräsidentenkonferenz finden Sie unter: https://www.bundestag.de/europa_internationales/international/ppk/g8_ppk/g8_ppk-197518(Interner Link)

8. September 2026 Service

BILDTERMIN: Gemeinsame Kranzniederlegung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der ungarischen Parlamentspräsidentin

Zeit: Donnerstag, 10. September 2026, 11.45 Uhr
Ort: deutsch-ungarische Gedenktafel, Außenmauer Reichstagsgebäude Ecke Nord-Ost

Im Rahmen des Besuchs der Präsidentin des ungarischen Parlaments, Ágnes Forsthoffer, im Deutschen Bundestag findet ein gemeinsames Gedenken an der deutsch-ungarischen Gedenktafel an der Außenmauer des Reichstagsgebäudes statt.

Zuvor wird Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ihre ungarische Amtskollegin um 10.45 Uhr offiziell im Plenum begrüßen und anschließend zu einem bilateralen Gespräch treffen.

8. September 2026 Service

Ausschuss für Arbeit und Soziales reist nach Südafrika und Namibia

Eine Delegation des Ausschusses für Arbeit und Soziales reist vom 13. bis zum 19. September 2026 nach Südafrika und Namibia.

Anlass der Reise ist der in Deutschland in vielen Branchen spürbare Fachkräftemangel. Im Fokus der Gespräche werden daher die Fachkräftesicherung sowie die Perspektiven einer bilateralen Zusammenarbeit mit den besuchten Staaten stehen. 

Durch Fachgespräche mit Expertinnen und Experten sowie den zuständigen politischen Akteuren möchte sich die Delegation vor Ort ein konkretes Bild über die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und die Auswirkungen der Arbeitsmigration auf beide Staaten machen. Darüber hinaus erhofft sich die Delegation vor dem Hintergrund der Debatte um eine Reform des Lieferkettengesetzes einen Einblick in dessen konkrete Folgen für Beschäftigte und Unternehmen.

Der Delegation unter Leitung des amtierenden Vorsitzenden Bernd Rützel (SPD) gehören die Abgeordneten Marc Biadacz, Dr. Hülya Düber (beide CDU/CSU), Jan Feser (AfD), Ingo Vogel (SPD) und Prof. Dr. Armin Grau (BÜDNIS 90/DIE GRÜNEN) an. 

7. September 2026 Service

TERMINHINWEIS: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eröffnet die Ausstellung „Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt.“ – Podiumsgespräch mit Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel

Zeit: Montag, 21. September 2026, 18.00 Uhr (Zugang für die angemeldete Presse ab 17.00 Uhr)
Ort: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Veranstaltungshalle, Eingang Adele-Schreiber-Krieger-Straße 1

Mit der Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel wird Bundestagspräsidentin Julia Klöckner am 21. September um 18 Uhr im Deutschen Bundestag die Kunstausstellung „Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Außergewöhnliche Begegnungen zwischen Kunst und Politik“ eröffnen.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei berühmte Kanzlerbildnisse, die zur Kunstsammlung des Deutschen Bundestages gehören: Oskar Kokoschkas Porträt von Konrad Adenauer aus dem Jahr 1966 und Andy Warhols Porträt Willy Brandts von 1976. Die Ausstellung präsentiert die Entstehungsgeschichte der beiden Werke sowie zahlreiche andere Porträts der beiden Staatsmänner.

Ablauf:

  • Begrüßungsansprache – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner
  • Grußworte – Bundeskanzlerin a.D., Angela Merkel
  • Einführung in die Ausstellung – Kuratorin Kristina Volke
  • Podiumsgespräch – Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel über Konrad Adenauer, Demokratie und Politik
    Moderation Jacqueline Boysen

Bitte um ANMELDUNG:

Medienvertreter werden um Anmeldung bis Donnerstag, 17. September 2026, 17 Uhr, an pressereferat@bundestag.de(E-Mail) gebeten. Zum Einlass ist zudem eine gültige Bundestagsakkreditierung (Interner Link)erforderlich.

Bitte kommen Sie am Veranstaltungsabend frühzeitig und planen genug Zeit für die Kontrollen am Eingang ein!

Weiterer Hinweis für Medienvertreter:

Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten wird es bei der Eröffnung nur sehr eingeschränkte die Möglichkeit für Foto- und Filmaufnahmen in der Ausstellung selbst geben.

Am 21. September um 11 Uhr besteht daher die Möglichkeit zur Vorabbesichtigung der Ausstellung mit Gelegenheit für Foto- und Filmaufnahmen (FORUM KUNST im Deutschen Bundestag, Eingang Luisenstraße 30). Um Anmeldung wird gebeten (pressereferat@bundestag.de(E-Mail))!

Weitere Informationen zur Ausstellung und zu Führungen durch die Ausstellung: www.bundestag.de/besuche/ausstellugen/kunst_ausst/ kokoschka-warhol-1135316(Interner Link)