Parlament

Tova Friedman als Sprecherin bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus 2026

Auf dem Foto ist eine ältere Frau mit blond-grauem, kurz geschnittenem Haar zu sehen. Sie trägt ein schwarzes Samtjackett mit weißem Revers sowie eine goldene Halskette. Sie steht an einem Rednerpult mit Mikrofon und blickt leicht zur Seite. Der Hintergrund ist in Rosa- und Lilatönen ausgeleuchtet.

Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Tova Friedman (© picture alliance/REUTERS/Aleksandra Szmigiel)

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schreibt auf ihrem offiziellen Instagram-Account @bundestagspraesidentin(Externer Link) Folgendes:

Wir haben uns heute im @bundestag(Externer Link) darauf verständigt, dass die Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Tova Friedman am 28. Januar 2026 um 12 Uhr bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus zu uns sprechen wird. Es ist uns als Deutscher Bundestag eine besondere Ehre, und ich freue mich sehr, dass Frau Friedman meine Einladung angenommen hat und im Januar aus New Jersey anreisen wird.

Tova Friedman wurde am 7. September 1938 in Gdingen/Gdynia nahe Danzig in Polen geboren. Im Alter von fünf Jahren wurde sie mit ihrer Mutter nach Auschwitz-Birkenau deportiert und überlebte vermutlich durch einen technischen Defekt der Gaskammern. Mit anderen Kindern stand sie kurz vor dem Gang hinein. Bei den Todesmärschen im Januar 1945 gelang es ihr schließlich, sich zwischen Leichen zu verstecken. Nach dem Krieg emigrierte die Familie in die USA, sie wurde dort eine erfolgreiche Therapeutin. Tova Friedman leistet heute eine besonders wertvolle Form der Erinnerungsarbeit: Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Enkel einen TikTok-Kanal mit über 500.000 Followern, auf dem sie über den Holocaust informiert und sich regemäßig Fragen von jungen Menschen stellt.

Die authentische Stimme von Tova Friedman als Mahnerin in der Gegenwart und ihr besonderer Einsatz gegen das Vergessen sind wichtiger denn je. Ihre Lebensgeschichte berührt, erschüttert und verpflichtet uns. Gerade in einer Zeit, in der das Versprechen „Nie wieder“ Risse bekommt und das „wieder“ leider auch in Deutschland als offener Antisemitismus allzu gegenwärtig zu Tage tritt.

Den Post finden Sie unter: https://www.instagram.com/p/DPBhl8xDD2y/(Externer Link)

(veröffentlicht am 26.09.2025)