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Widerstand und Opposition in der DDR

„Wir wollen freie Menschen sein“ - mit dieser Forderung wenden sich am 17. Juni 1953 Hunderttausende in der DDR gegen das SED-Regime. Die Unzufriedenheit über die Folgen des von Walter Ulbricht angekündigten „planmäßigen Aufbaus des Sozialismus“ treibt sie auf die Straße. Alarmiert durch die unerwartete Protestwelle rufen die Machthaber sowjetisches Militär zur Hilfe. Panzer rollen, sowjetische Truppen treiben unterstützt von Einheiten der Volkspolizei die Menschenmengen auseinander. Dabei werden viele Demonstranten verwundet, mehr als fünfzig kommen ums Leben. Der Aufstand scheitert - und damit der Versuch weiter Teile der ostdeutschen Bevölkerung, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und die deutsche Einheit durchzusetzen.

36 Jahre später im Herbst 1989 erschallt überall in der DDR der Ruf „Wir sind das Volk“. Beflügelt von Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion gehen wieder Hunderttausende für die demokratische Erneuerung ihres Landes auf die Straße. Die SED-Führung - diesmal ohne den Rückhalt durch Moskau - hat der Bewegung nichts entgegenzusetzen. Am 9. November 1989 fällt in Berlin die Mauer. Das SED-Regime bricht zusammen, der Weg zur deutschen Einheit ist frei.

1953 und 1989 sind die Schlüsseldaten in der Geschichte von Widerstand und Opposition in der DDR. Die Sehnsucht nach Freiheit und Rechtsstaatlichkeit ist auch in anderen Phasen gegenwärtig. Die Ausstellung zeigt viele eindrucksvolle Beispiele von Mut und Zivilcourage in der zweiten deutschen Diktatur. Sie erinnert an die Auflehnung vieler Sozialdemokraten gegen die Zwangsvereinigung ihrer Partei mit der KPD zur SED, an den frühen Protest in den bürgerlichen Parteien gegen die Vereinnahmung durch die SED oder an die Empörung von Schülern und Studenten über die Sowjetisierung ihrer Schulen und Universitäten. Weitere Themen sind der Widerstand in der Jugend in den 1950er Jahren, die Reaktionen auf den Mauerbau 1961 und die Solidarität mit dem „Prager Frühling“ 1968. Eindrucksvolle Zeugnisse präsentiert die Ausstellung für die Opposition in den 1970er und 1980er Jahren. Die Proteste von Bürgerrechtlern am Rande der offiziellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration im Januar 1988, die Aktionen gegen Wahlfälschungen im Mai 1989 und die Empörung über die Reaktion der DDR-Führung auf das Massaker in Peking läuten die friedliche Revolution und das Ende der DDR ein.

„Widerstand und Opposition in der DDR“ bietet den Besuchern Einsicht in einen weitgehend vergessenen Teil ostdeutscher Geschichte. Ton- und Filmdokumente sowie die Publikationen „Einsichten. Diktatur und Widerstand in der DDR“ und „Geheimkamera. Der 17. Juni 1953 - Zeitgeschichte im Brennpunkt“ ermöglichen weitere vertiefende Informationen.

„Für ein offenes Land mit freien Menschen!“ Am 9. Oktober 1989 versammelten sich auf den Straßen Leipzigs mehr als 70 000 Menschen, um gegen die Unterdrückung in ihrem Land zu protestieren. Der gewaltlose Verlauf dieser Demonstration wurde zum Signal für die friedliche Revolution.

In der Stadt der Montagsdemonstrationen erinnert heute das Zeitgeschichtliche Forum der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an den Aufstieg und Fall der zweiten deutschen Diktatur. In der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums wird die Geschichte von Repression und Widerstand in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR vor dem Hintergrund der deutschen Teilung gegenwärtig. Wechselausstellungen und Veranstaltungen ergänzen und erweitern das thematische Angebot.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 13. Juni bis zum 8. Juli 2003 im Paul-Löbe-Haus

Konrad-Adenauer-Allee 1
10117 Berlin-Mitte
nach vorheriger Anmeldung bei der Bundestagsverwaltung
Telefon: 030 / 227 - 32143
Eintritt frei

Die Wanderausstellung „Widerstand und Opposition in der DDR“ ist im Laufe des Jahres 2003 an zehn Standorten in der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Die aktuelle Station finden Sie auf den Internetseiten des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

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