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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Herrschaft verlor Deutschland seine staatliche Souveränität. Das Land wurde von den Siegermächten Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die Hauptstadt Berlin in vier Sektoren. Als höchstes Organ in Deutschland fungierte der Alliierte Kontrollrat, in dem die Besatzungsmächte gemeinsam Entscheidungen über Deutschland als Ganzes fällten. Die Gebiete jenseits von Oder und Neiße kamen unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung. Nach dem vom "Dritten Reich" begonnenen Zweiten Weltkrieg wurden Millionen von Menschen, darunter allein 14 Millionen Deutsche, vertrieben und zwangsumgesiedelt oder mussten flüchten, verloren dabei Heimat, Besitz und viele auch ihr Leben.

Schon während des Krieges hatten die Alliierten beschlossen, Deutschland zu entmilitarisieren, zu entnazifizieren und zu demokratisieren. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ahndete ein Internationaler Militärgerichtshof in Nürnberg. In ihren Zonen beaufsichtigten die Alliierten die Neugründung von Parteien und lizenzierten Zeitungen. Sie setzten Bürgermeister und Landräte zum Neuaufbau der Verwaltung und Fachleute für den Wiederaufbau der Wirtschaft ein. Mit der Ernennung und Wahl von Ministerpräsidenten und Landtagen begann der politische Neuanfang in den neu und wieder gegründeten Ländern. Die Wiedereinführung des föderalen Staatsaufbaus sollte eine zu starke Zentralisierung verhindern. Der Staat Preußen wurde mit Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 aufgelöst.

Während die Westalliierten den Aufbau eines demokratischen Staates und einer freien Wirtschaft anstrebten, wollte die Sowjetunion ihr kommunistisches Herrschaftssystem und eine gelenkte Wirtschaft auch in Deutschland durchsetzen. Dieser Gegensatz eskalierte mit dem Kalten Krieg und führte 1949 zur Gründung von zwei Staaten in Deutschland.

Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland

Die USA und Großbritannien vereinigten 1947 ihre Besatzungszonen zur BiZone. Frankreich schloss sich der gemeinsamen Politik für Westdeutschland nur zögerlich an. Die am 20./21. Juni 1948 in den westlichen Besatzungszonen und kurz darauf auch in den Westsektoren Berlins durchgeführte Währungsreform vertiefte die Spannungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion. Wenige Tage später blockierte die Sowjetunion alle Zufahrtswege nach West-Berlin. Die Westalliierten errichteten daraufhin eine Luftbrücke zur Versorgung ihrer Sektoren.

Als die drei Westmächte die Ministerpräsidenten ihrer Zonen am 1. Juli 1948 zur Gründung eines westdeutschen Teilstaates und zur Durchführung einer Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung autorisierten, lehnten die Ministerpräsidenten eine solche Wahl ab. Sie wollten einer gesamtdeutschen Nationalversammlung nicht vorgreifen und setzten einen Parlamentarischen Rat durch, der von den Landtagen gewählt wurde. Die 65 Mitglieder des Rates traten am 1. September 1948 in Bonn zusammen. Sie berieten einen Verfassungsentwurf, der zuvor von Experten der Länder bei einem Treffen auf der Insel Herrenchiemsee erarbeitet worden war. Nach Verabschiedung des Grundgesetzes durch den Parlamentarischen Rat und Zustimmung durch die Westmächte sprachen sich zehn Landesparlamente für das Grundgesetz aus, der Bayerische Landtag stellte eine Übernahme in Aussicht. Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet und trat am folgenden Tag in Kraft. Damit war die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

Zur Bundesflagge bestimmt wurden die seit dem Vormärz in demokratischer Tradition stehenden Farben Schwarz-Rot-Gold. Nach kontroversen Debatten verständigten sich Bundeskanzler Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuss 1952 in einem Briefwechsel auf das "Lied der Deutschen" als Nationalhymne. Sie legten fest, dass bei offiziellen Anlässen nur die dritte Strophe gesungen wird.

Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik

Die Sowjetunion begann bald nach Kriegsende, ihre Besatzungszone nach dem Vorbild ihres eigenen Herrschaftssystems umzugestalten. Deutsche Kommunisten, die in der Zeit des Nationalsozialismus im sowjetischen Exil gewesen waren, übernahmen Schlüsselrollen beim staatlichen Neuaufbau. Die Besatzungsmacht ließ Parteien zu, doch wurden diese in einen Block unter Führung der SED gedrängt. SPD und KPD waren im April 1946 gegen den mehrheitlichen Willen der sozialdemokratischen Parteimitglieder unter Zwang zur SED vereinigt worden.

Offiziell bekundete die SED ihren Willen zur deutschen Einheit, intern aber bereitete sie die Gründung eines eigenen Staates vor. Die hauptsächlich der SED angehörenden Delegierten des 1. Deutschen Volkskongresses forderten Ende 1947 eine gesamtdeutsche Regierung. Im März 1948 wählte der 2. Deutsche Volkskongress den Deutschen Volksrat als pseudoparlamentarische Versammlung. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland forcierte die Sowjetunion die Gründung der DDR: Der Volksrat bestätigte am 30. Mai 1949 den Entwurf für eine Verfassung, die am 7. Oktober 1949 in Kraft trat. Zugleich erklärte sich der Volksrat zur Volkskammer, einem Scheinparlament nach sowjetkommunistischer Vorstellung.

Die Farben der Staatsflagge der DDR waren zunächst wie die der Bundesrepublik Deutschland Schwarz-Rot-Gold. Um ihre staatliche Eigenständigkeit zu demonstrieren, fügte die DDR Ende der fünfziger Jahre ihr Staatswappen in die Flagge ein: Ähren, Hammer und Zirkel symbolisierten Bauern, Arbeiter und Intellektuelle, die nach der kommunistischen Ideologie wichtigsten Träger des Staates. Staatshymne wurde das von Johannes R. Becher getextete und von Hanns Eisler komponierte Lied "Auferstanden aus Ruinen". Diese Hymne wurde ab Anfang der siebziger Jahre wegen der Textzeile "Deutschland, einig Vaterland" nicht mehr gesungen.

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