Besuch

Wieland Förster

Werk des Künstler Wieland Förster
Werk des Künstler Wieland Förster

Bild 1 von 2

(© DBT/J F Müller)

Bild 2 von 2

(© DBT/J F Müller)

„Daphne II“, 2001, Bronze
Terrasse Kunstforum

Die figürliche Bronzeskulptur ist auf der Terrasse des Erweiterungsbaus des Marie-Elisabeth-Hauses weithin sichtbar aufgestellt. Mitte der 1990er Jahre schuf der Künstler Wieland Förster eine Reihe von Daphne-Plastiken, darunter auch drei Bronzestatuen.

Die Geschichte von Daphne und Apollo gehört zu den berühmtesten griechischen, antiken Mythen. Der Gott Apollo verliebt sich in die Nymphe Daphne, sie erwidert aber seine Liebe nicht. Auf der Flucht vor dem zudringlichen Gott bittet sie um Hilfe und wird von ihrem Vater – der Flussgott Peneios – in einen Lorbeerbaum verwandelt. Diese Metamorphose der weiblichen Figur Daphnes in eine Baumgestalt inspirierte viele Künstler. 

Die Oberfläche mit den schrundigen Strukturen der Skulptur „Daphne II“ weckt Assoziationen zu Baumrinden. Die Merkmale der weiblichen Anatomie sind verbunden mit freier rhythmischer Formgebung. Durch die gestischen Strukturen wird der bildhauerische Prozess des Bildhauers unmittelbar sichtbar. 

Wieland Förster verarbeitet schöpferisch die Einflüsse von Bildhauern der klassischen Moderne und bezieht sich immer wieder auf den menschlichen Körper. Das Existenzielle – Leben und Tod, Eros und Chaos – sagt Wieland Förster, sei die einzige, mit dem Leben fertigzuwerden: „Kunst ist nicht Natur. Sie steht neben ihr, gleichwertig. Sie nährt sich von ihr, weil sie Raum und Rahmen ist. Kunst ist Metapher der Wirklichkeit, herausgeschält, verdichtet, gesteigert. Und sie ist immer einseitig und anfechtbar.“

Wieland Förster war einer der Bildhauer in der DDR, der einen Hauch der Moderne in die traditionsschwere Bildhauerei einbrachte.

Informationen zum Künstler

Wieland Förster wurde 1930 in Dresden geboren. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste in Dresden und ist in verschiedenen Disziplinen tätig, darunter Bildhauerei, Zeichnung, Grafik und Malerei. Er ist seit 1974 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR und wurde im Jahr 1985 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. 1996 war er Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste Dresden. Darüber hinaus veröffentlichte er seit den 1970er-Jahren zahlreiche literarische Arbeiten, in denen er sich teilweise auch mit seinem eigenen künstlerischen Schaffen auseinandersetzt.

(kvo, bfe)