Besuch

Wieland Förster

„Daphne II“, 2001, Bronze
Terrasse Kunstforum

Wieland Försters Bronzeskulptur „Große Daphne II“ ist auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Hauses weithin sichtbar aufgestellt. Sie ist eine von mehreren Daphne-Plastiken, die der Bildhauer im Laufe seines Lebens in Auseinandersetzung mit der antiken Sage um die Nymphe Dafne schuf:

Laut Überlieferung verliebte sich der griechische Gott Apollo einst in die Tochter des Flussgottes Peneios - die jungfräuliche Priesterin Daphne. Sie erwiderte Apollos Werben aber nicht. Auf der Flucht vor dem zudringlichen Gott bittet sie um Hilfe und wird von ihrem Vater in einen Lorbeerbaum verwandelt. Diese Metamorphose der weiblichen Figur Daphnes in eine Baumgestalt inspirierte viele Künstler, darunter auch Wieland Förster, dessen Lebenswerk von zahlreichen Frauengestalten geprägt ist. 

Förster zeigt Daphnes Leib im Zwischenstadium der Verwandlung: Die Oberfläche mit den schrundigen Strukturen weckt Assoziationen zu Baumrinden. Die Merkmale der weiblichen Anatomie sind verbunden mit freier rhythmischer Formgebung. 

Wieland Förster verarbeitet schöpferisch die Einflüsse von Bildhauern der klassischen Moderne und bezieht sich immer wieder auf den menschlichen Körper. „Das Existenzielle – Leben und Tod, Eros und Chaos“, sagt Wieland Förster, sei „die einzige, mit dem Leben fertigzuwerden“: „Kunst ist nicht Natur. Sie steht neben ihr, gleichwertig. Sie nährt sich von ihr, weil sie Raum und Rahmen ist. Kunst ist Metapher der Wirklichkeit, herausgeschält, verdichtet, gesteigert. Und sie ist immer einseitig und anfechtbar.“

Informationen zum Künstler

Wieland Förster wurde 1930 in Dresden geboren. Er studierte an der Hochschule für bildende Künste in Dresden und ist in verschiedenen Disziplinen tätig, darunter Bildhauerei, Zeichnung, Grafik und Malerei. Er ist seit 1974 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR und wurde im Jahr 1985 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. 1996 war er Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste Dresden. Darüber hinaus veröffentlichte er seit den 1970er-Jahren zahlreiche literarische Arbeiten, in denen er sich teilweise auch mit seinem eigenen künstlerischen Schaffen auseinandersetzt. (kvo, bfe)