Imi Knoebel

„Rot Gelb Weiß Blau 1-4“ von Imi Knoebel (© DBT/Jan Pauls)
„rot gelb weiß blau“, 1997,
Veranstaltungsfoyer Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
Der Bildhauer und Maler Imi Knoebel war Schüler von Joseph Beuys (ab 1965) an der Düsseldorfer Kunstakademie. Während sein Lehrer die radikale Veränderung von Kunstbegriff und Gesellschaft propagierte, setzte sich Knoebel mit der Befreiung der Kunst von jeglichen Inhalten und Funktionen auseinander. Zunächst schuf Knoebel schwarz-weiße Linienbilder, experimentierte mit flächigen Skulpturen aus übereinanderliegenden Platten, Keilrahmen und geometrischen Formen aus Holzfaserplatten. Er reduzierte in seinen Arbeiten die Kunst in bildnerische Formen und der Wirkung des Materials. Seine Werke zeichnen sich durch kompromisslose Abstraktion auf geometrische Formen aus. Imi Knoebel gilt als Meister der gegenstandslosen Kunst und wegweisender Vertreter eines radikal konzeptuellen Materialeinsatzes.
Ende der 90er Jahre fasste Knoebel die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Bild-Analysen in farbenprächtigen Wandobjekten zusammen. Er bezeichnete seine Werke als „Pure Freude“, und drückt damit die pure Freude an der Farb- und Formkomposition in seinem Schaffen aus. Er stellte damit aber auch einen Bezug zu dem Plattenlabel „Pure Freude“ der Düsseldorfer Punkszene her, in deren Mittelpunkt seine Frau Carmen Knoebel als Wirtin des „Ratinger Hofes“ stand. Aus dieser Werkphase stammen die Arbeiten für das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.
Die vierteilige Installation von Imi Knoebel befindet sich im Veranstaltungsfoyer des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses mit Blick auf die Spree. Die farbenfrohe Komposition aus Streifen und Rechtecken in den Primärfarben Rot, Gelb, Weiß, Blau sowie dem Silber von Aluminium ist offen angeordnet, lässt den Sichtbeton im Hintergrund durchscheinen und bezieht die Materialität des Gebäudes spielerisch mit ein. Imi Knoebel geht damit einen Dialog mit der Architektur ein. Auch diese vier Bilder sind strikt gegenstandslos, das „Nichtgemalte“ soll beim Betrachter Empfindungen auslösen und der Fantasie freien Lauf lassen.
Informationen zum Künstler
Imi Knoebel wurde 1040 in Dresden geboren, 1950 zog er mit seinen Eltern nach Mainz. Von 1962 bis 1964 besuchte er gemeinsam mit Imi Giese die Werkkunstschule Darmstadt. 1964 wechselte er gemeinsam mit Giese an die Düsseldorfer Kunstakademie. Durch extravagantes Auftreten erreichten die „Imis“ - beide nahmen den Vornamen als Künstlernamen an - in die Beuys-Klasse in Raum 20 aufgenommen zu werden. Mit Giese und Blinky Palermo bildet er eine Minimal-Art-Strömung unter den Beuys-Schülern. (kvo, bfe)