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Zypries: Deutsche Luft- und Raumfahrtin­dus­trie ist leistungsfähig

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist innovativ und leistungsfähig – zu diesem Ergebnis kommt die Bundesregierung in einem aktuellen Bericht unter dem Motto „Innovation und Hochtechnologie in einer Welt im Wandel“. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat ihn als Koordinatorin der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie am Mittwoch, 22. März 2017, in der Regierungsbefragung des Bundestages vorgestellt.

„Luft-und Raumfahrtindustrie ist gut aufgestellt“

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist innovativ und leistungsfähig – zu diesem Ergebnis kommt die Bundesregierung in einem aktuellen Bericht unter dem Motto „Innovation und Hochtechnologie in einer Welt im Wandel“. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat ihn als Koordinatorin der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie am Mittwoch, 22. März 2017, in der Regierungsbefragung des Bundestages vorgestellt.

„Luft-und Raumfahrtindustrie ist gut aufgestellt“

„Die Branche ist auf Wachstumskurs“, sagte Zypries. „106.000 Menschen arbeiten in diesem Industriezweig, so viele wie nie zuvor.“ Durch die hohe Forschungsintensität verfüge sie außerdem über überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Mit einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro sei die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie als strategische Schlüsselbranche „gut aufgestellt“, so das Fazit der Ministerin. 

Seit der Veröffentlichung des letzten Berichts zur Situation der Luft- und Raumfahrtindustrie im Jahr 2009 habe die Bundesregierung „eine Menge angestoßen“, sagte die SPD-Politikerin. Die Branche sei allerdings auch von tiefgreifenden Veränderungen durch die Zunahme des weltweiten Flugverkehrs und vor allem durch die Digitalisierung gekennzeichnet.

Bund unterstützt Forschung und Entwicklung

Angesichts dessen setze sich Bundesregierung dafür ein, dass die Luft- und Raumfahrt auch in Zukunft erstklassige Voraussetzungen für Forschung, Entwicklung und industrielle Produktion in Deutschland vorfindet, so Zypries. Einen Beitrag dazu leisteten das Nationale Programm für Weltraum und Innovation, die deutsche Beteiligung an Raumfahrtmissionen im Rahmen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und insbesondere das Luftfahrtforschungsprogramm. 

Die Wirtschaftsministerin verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Gründung vier neuer Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit Sitz in Jena, Dresden, Hamburg und Augsburg. „Wir haben auch eine neue Förderlinie “Industrie 4.0„ aufgelegt, die sehr gut angenommen wird“, unterstrich Zypries.

„Faszination des Alls“ soll für MINT-Fächer begeistern

Mit rund 47 Millionen Euro unterstütze das Bundeswirtschaftsministerium so die Erforschung und Entwicklung „innovativer Betriebs-, Wartungs- und Instandsetzungsprozesse“. Geplant sei zudem, die Förderung weiter auszubauen, betonte Zypries. Ziel der Bundesregierung sei es, Deutschland als Luft- und Raumfahrtstandort weiter zu stärken. 

Dazu gehöre auch, mithilfe der Faszination, die das Weltall und die Luft-und Raumfahrt ausübten, junge Menschen für Berufe im Bereich der Mathematik, der Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. „Wir wollen, dass sich mehr junge Leute mit den MINT-Fächern beschäftigen und möglichst auch studieren“, sagte Brigitte Zypries, bevor sie sich den Fragen der Abgeordneten stellte.

Piloten als Leiharbeiter

So kritisierte Thomas Lutze, Mitglied der Fraktion Die Linke im Ausschuss für Wirtschaft und Energie als erster Fragesteller, dass im Flugverkehr immer mehr Piloten pro Flug bezahlt würden. Auch die Zahl der Piloten, die als Leiharbeitnehmer tätig sei, steige. „Wie schätzt die Bundesregierung diese Entwicklung ein – und was wollen Sie gegen diesen Unfug unternehmen?“, wollte Lutze von Zypries wissen. Diese betonte zwar, die Bundesregierung beobachte das mit Sorge, verwies aber darauf, dass Lutzes Frage eigentlich nicht ihr Ressort betreffe, sondern das des Bundesverkehrsministers.

Klaus-Peter Willsch (CDU/CSU), Mitglied im Wirtschaftsausschuss und Vorsitzender der fraktionsübergreifenden Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, fragte, ob sich die Bundesregierung international weiterhin für ein Programm zur Asteroiden-Abwehr einsetzen werde. Er habe es sehr bedauert, dass das geplantes AIM-Programm, mit dem Technik zur Abwehr von Asteroiden entwickelt werden sollte, nicht genügend Geldgeber gefunden und beim Ministertreffen der ESA-Mitgliedstaaten im Dezember 2016 abgelehnt worden sei, so der CDU-Abgeordnete. 

Auch Zypries ließ Bedauern erkennen, betonte aber, dass es der Zusage mehrerer Staaten bedürfe, um das Programm zu finanzieren. „Es gibt zwar viele, die Interesse haben, wie etwa die Luxemburger“, sagte die Ministerin. „Aber wir brauchen auch die Beteiligung von Frankreich.“

„Kohlendioxidemissionen in der Luftfahrt reduzieren“

Thomas Lutze (Die Linke) fragte im Anschluss daran noch nach den Plänen der Bundesregierung, eine Kerosinsteuer einzuführen. „Oder wie wollen Sie sonst den Ausstoß von Kohlendioxid in der zivilen Luftfahrt begrenzen?“ Brigitte Zypries antwortete, dass das Thema Kerosinsteuer in der Bundesregierung diskutiert werde, es aber derzeit keine konkreten Pläne zur Umsetzung gebe. „Wir konzentrieren uns lieber darauf, weniger Treibhausgase zu erzeugen“, betonte die Ministerin. 

So gebe es beispielsweise Ansätze, Flughafen-Fahrzeuge durch Elektro-Autos zu ersetzen, berichtete Zypries. Flugzeuge könnten zudem künftig durch eine neue Technik des Landeanflugs in der Lage sein, rund 60 Prozent der Emissionen einzusparen. „Darüber hinaus fördern wir den Bau von leichteren Flugzeugen und verbrauchsärmeren Triebwerken.“ (sas/22.03.2017)

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