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Baumkönigin stellt die Fichte als Baum des Jahres 2017 vor

Eine Frau in einem grünen Blazer und einem Hut aus Holz geschmückt mit Fichtenzweigen überreicht an einem Mann in einem dunklen Anzug einen fichtensetzling

Alois Gerig mit der Baumkönigin des Jahres 2017, Anne Bente Schnoor.

© DBT/Melde

Die Fichte ist Baum des Jahres 2017 und wird von vielen Menschen leider zu wenig wertgeschätzt. Das zumindest bemängelte die Deutsche Baumkönigin Anne Bente Schnoor am Mittwoch, 26. April 2017, im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft. Die gemeine oder gewöhnliche Fichte – auch Picea abies genannt – sei der Brotbaum der Forstwirtschaft, der die Wirtschaft mit einem vielseitig einsetzbaren Bau- und Konstruktionsholz versorge. „Doch heute gilt sie oft als böser Baum“, sagte Schnoor. Großflächig angelegte Monokulturen führten in der Vergangenheit oft zu Streit darüber, wie naturnah und nachhaltig die Wälder gestaltet sein müssen, um dennoch wirtschaftlich unterhalten werden zu können, hakte Stefan Meier von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung ein, die jährlich den Baum des Jahres kürt.

Der Ausschussvorsitzende Alois Gerig (CDU/CSU), der auch forstpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, unterstrich die Bedeutung der Fichte für die Forstwirte. Über eine Million Menschen seien in der Forst- und Holzwirtschaft tätig. Im Zuge des Waldumbaus würden die Fichtenbestände zugunsten von Laubgehölzen weniger. Das müsse zum Nachdenken anregen und zeige, dass nichts bleibe wie es ist. Nicht zuletzt der Klimawandel zwinge zur Reduktion der Fichtenbestände, denn der Baum vertrage höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und starke Stürme nur schlecht.

Eingeschleppte Schädlinge bedrohen Baumschulen 

Helmut Selders setzte sich als Präsident des Bundes deutscher Baumschulen dafür ein, die vielen Betriebe vor den Konsequenzen der globalisierten Handelsströme zu schützen. Baumschulen seien in besonderer Weise von Schädlingen und Parasiten bedroht, die durch Baumärkte, Holzpaletten oder von Urlaubern unbedacht in das hiesige Ökosystem eingeschleppt würden. Anders als Bauern, die nach einem Jahr auf ihren Feldern andere Früchte anbauen können, wenn Schädlinge eine Ernte befallen haben, könnten Baumschulen aufgrund von langen Quarantänezeiten von vielen Jahren Ausfälle kaum verkraften. Der Vorschlag, einen Entschädigungsfonds einzurichten, der zur Hälfte durch den Staat und zur Hälfte von den Baumschulen getragen werden könnte, müsse deshalb diskutiert werden.

Die Abgeordneten des Agrarausschusses bedankten sich für das Engagement der Stiftung und der vielen Forst- sowie Garten- und Landschaftsbaubetriebe. Die Probleme und Ideen der Branche würden vom Ausschuss im Blick behalten und sollen in Zukunft im Dialog gelöst und vorangebracht werden. (eis/26.04.2017)

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