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Jahreswechsel im Parlamentsviertel

Feuerwerk über dem nächtlichen Reichstagsgebäude

Jahreswechsel im Parlamentsviertel

© picture-alliance/RelaXimages

Die festlich geschmückte Hauptstadt zieht gerade über Silvester und Neujahr Tausende von Besuchern an. Zum Pflichtprogramm gehört für die meisten der Blick von der Reichstagskuppel, dem Publikumsmagneten im Parlamentsviertel. Seit seiner Wiedereröffnung vor 18 Jahren haben jährlich mehr als zwei Millionen Gäste das in den 1990er-Jahren von Sir Norman Foster neu gestaltete Reichstagsgebäude aus dem Jahre 1894 besichtigt. Durchschnittlich besuchen täglich bis zu 6.000 Menschen den Bundestag, zwei Drittel davon, etwa 4.000 pro Tag, ausschließlich die Kuppel.

Kuppel und Dachterrasse sind täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 22 Uhr. An Silvester, 31. Dezember 2018, sind sie ab 16 Uhr geschlossen (letzter Einlass: 14.30 Uhr).

Die Besichtigung ist kostenlos, aber nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmelden können sich sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen. Für die Anmeldung steht ein Online-Formular zur Verfügung, sie ist aber auch per Fax (030/227-36436) oder per Post (Deutscher Bundestag, Besucherdienst, Platz der Republik 1, 11011 Berlin) möglich – nicht jedoch telefonisch.

Rechtzeitig anmelden

Für die Anmeldung sind Name, Vorname und Geburtsdatum erforderlich. Zutritt zum Reichstagsgebäude erhalten auch angemeldete Besucher, die einen Platz im Dachgartenrestaurant reserviert haben, sowie Gäste, die sich beim Besucherdienst des Bundestages angemeldet haben und ein Angebot des Besucherdienstes in Anspruch nehmen – sei es, dass sie an einer Führung durch das Reichstagsgebäude, an einem Informationsvortrag oder an einer Plenarsitzung des Bundestages teilnehmen.

Spontaner Kuppelbesuch

Wer spontan die Kuppel besichtigen möchte, kann sich persönlich in der Serviceaußenstelle des Besucherdienstes in der Nähe des Reichstagsgebäudes neben dem Berlin-Pavillon an der südlichen Seite der Scheidemannstraße anmelden. Bei freien Platzkapazitäten werden dort bis zu zwei Stunden vor dem Besuchstermin personenbezogene Zutrittsberechtigungen ausgestellt. Es ist auch möglich, einen Besuchstermin für die nachfolgenden zwei Tage zu erhalten. Mittel- und langfristige Anmeldungen sind dort allerdings nicht möglich.

Am Montag, 31. Dezember 2018, schließt die Serviceaußenstelle bereits um 14 Uhr. Am Dienstag, 1. Januar 2019, ist sie ab 12 Uhr geöffnet. An den anderen Tagen ist die Serviceaußenstelle regulär von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Spontan anmelden kann man sich mit Name, Vorname und Geburtsdatum. Die Zutrittsberechtigungen sind personengebunden und nicht übertragbar. Die Identität der Besucher wird sowohl beim Ausstellen der Zutrittsberechtigungen als auch beim späteren Passieren des zentralen Eingangs für Besucher überprüft.

Audio-Guides für große und kleine Besucher

Für große und kleine Kuppelbesucher steht ein Audio-Guide zur Verfügung. Der elektronische Kuppelführer erzählt in 20 Minuten alles Wissenswerte über das Reichstagsgebäude und seine Umgebung, den Deutschen Bundestag, die parlamentarische Arbeit und die Sehenswürdigkeiten Berlins. Die handlichen Geräte gibt es auf der Dachterrasse in elf Sprachversionen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Niederländisch und Chinesisch. Hinzu kommt eine weitere Version in „Leichter Sprache“ für Menschen mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Der Text stützt sich auf sehr kurze Sätze und ausschließlich gebräuchliche, allgemein bekannte und verständliche Wörter. 

Für Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren gibt es einen eigenen Audio-Guide, ein Hörspiel mit den Figuren der bekannten Kindersendung „Bernd das Brot“: Bernd das Brot, Briegel der Busch und Chili das Schaf erleben im Bundestag bunte Abenteuer.

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Audio-Guide für blinde Kuppelbesucher

In deutscher Sprache gibt es einen Audio-Guide für blinde Kuppelbesucher. Dabei werden wichtige Gebäude, die beim Kuppelgang für Sehende zu erkennen sind, in Aussehen und Funktion beschrieben. Während die Erläuterungen im herkömmlichen Audio-Guide 20 Minuten lang dauern, nehmen die ausführlichen Schilderungen im Audio-Guide für blinde Besucher 45 Minuten in Anspruch.

Für diese Personengruppe werden auch Umhänge-Tastkoffer mit elf Tastreliefs ausgewählter Objekte wie Reichstagsgebäude, Bundeskanzleramt oder Brandenburger Tor bereitgestellt. Um die Gebäude besser verorten zu können, gibt es ergänzend ein Umgebungsrelief. 

Video-Guide für gehörlose Kuppelbesucher

Der Video-Guide für Gehörlose löst beim Gang auf der Rampe an bestimmten „Schleifen“ das Abspielen eines Films aus. Angekündigt wird dies durch ein Vibrieren des Geräts, ähnlich wie bei einem Handy. Die Nutzer können den Film anhalten und auch vor- und zurückspulen.

24 Filme umfasst der Video-Guide, in denen ein gehörloser Moderator in Gebärdensprache über die Sehenswürdigkeiten informiert, die von der jeweiligen Stelle aus zu erblicken sind.

Historische Ausstellung in der Kuppel

In der Kuppel ist seit dem 9. November 2016 die neue parlamentshistorische Ausstellung „Vom Reichstag zum Bundestag“ zu besichtigen. In zwölf Vitrinen erzählt die Ausstellung anhand ausgewählter Bilder, Dokumente und kurzer Texte die Geschichte des Reichstagsgebäudes von den Anfängen bis heute. Sie erinnert an wichtige Ereignisse der deutschen Parlamentsgeschichte und stellt weitere parlamentarische Orte in Deutschland vor.

Die Ausstellung wurde von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland konzipiert. Sie kann im Rahmen eines angemeldeten Besuchs der Reichstagskuppel besichtigt werden.

Öffnungszeiten des Restaurants

Das Dachgartenrestaurant östlich der Kuppel ist täglich von 9 bis 16.30 Uhr und von 18.30 bis 24 Uhr geöffnet, an Silvester, 31. Dezember, jedoch nur bis 19 Uhr. An Neujahr, 1. Januar, ist es ab 19 Uhr wieder regulär geöffnet. Gäste mit Reservierung nutzen den Eingang rechts unterhalb des Westportals (Eingang West C).

Platzreservierungen sind unter der Rufnummer 030/22 62 99 33 oder per E-Mail unter kaeferreservierung.berlin@feinkost-kaefer.de möglich.

Führungen im Bundestag

90-minütige Führungen durch das Reichstagsgebäude finden täglich um 10.30 Uhr, 13.30 Uhr, 15.30 Uhr und 18.30 Uhr in den Wochen statt, in denen das Parlament nicht tagt. Hinzu kommen Führungen für Familien mit Kindern zwischen sechs und 14 Jahren samstags um 10 Uhr, 12.30 Uhr und 14.30 Uhr sowie sonntags und gegebenenfalls feiertags um 10 Uhr und 12.30 Uhr. Im Rahmen dieser Führungen kann die Installation „Die Regimentstochter“ im Jakob-Kaiser-Haus besichtigt werden. Das 36-teilige Werk der englischen Künstlerin Tacita Dean ist eine Leihgabe aus dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Kunst- und Architekturführungen sind samstags, sonntags und gegebenenfalls feiertags um 11.30 Uhr im Reichstagsgebäude und um 14 Uhr und 16 Uhr im Paul-Löbe-Haus oder im Jakob-Kaiser-Haus. Führungen für ausländische Besuchergruppen mit mindestens sechs und höchstens 25 Teilnehmern sind in folgenden Sprachen möglich: Dänisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Norwegisch, Polnisch, Russisch, Spanisch. 

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Vorträge im Bundestag

Die 45-minütigen Vorträge auf der Besuchertribüne des Plenarsaals beginnen montags zwischen 9 und 17 Uhr und samstags, sonn- und feiertags zwischen 10 und 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Vorträge auf Englisch finden dienstags um 11 Uhr, auf Französisch um 13 Uhr statt.

Besucher, die zu einem Vortrag angemeldet sind, nutzen den linken Eingang am Westportal des Reichstagsgebäudes (Eingang West A). Ohne vorherige schriftliche oder Online-Anmeldung ist die Teilnahme an einem Vortrag oder an einer Führung durch das Gebäude nicht möglich.

Christo-Sammlung zum verhüllten Reichstag 1995

Auf der Präsidialebene des Reichstagsgebäudes sind rund 400 Exponate der Künstler Christo und Jeanne-Claude zum verhüllten Reichstag im Sommer 1995 zu sehen. Dabei handelt es sich unter anderem um Originalteile, Modelle, Dokumente, Fotos und Skizzen Christos zur Reichstagsverhüllung vom 24. Juni bis 7. Juli 1995.

Besucher können die Christo-Exponate auf Wunsch an Wochenenden im Rahmen der Kunst- und Architekturführungen im Bundestag mit den Schwerpunkten im Reichstagsgebäude (Führungsbeginn 11.30 Uhr), Paul-Löbe-Haus (14 Uhr) oder Jakob-Kaiser-Haus (16 Uhr) besichtigen. Anmelden können sich Besucher über die Online-Anmeldung, aber auch per Fax (030/227-36436) oder per Post (Deutscher Bundestag, Besucherdienst, Platz der Republik 1, 11011 Berlin). 

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Ausstellung im Reichstagsgebäude

Noch bis Sonntag, 6. Januar 2019, ist im Reichstagsgebäude die Ausstellung „1914/1918  Not Then, Not Now, Not Ever zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten von international renommierten Künstlerinnen und Künstlern, die ein Jahrhundert nach Kriegsende ein ganz besonderes Zeichen für den Frieden setzen. Mit dabei sind unter anderem Arbeiten von Christian Boltanski, Monica Bonvicini, Tony Cragg, Ilya und Emilia Kabakov, Anish Kapoor, Jana Sterbak, Roman Ondak und Günther Uecker.

Die Ausstellung kann im Rahmen von Führungen durch den Deutschen Bundestag besichtigt werden. Sie umfasst 31 symbolhafte Friedenszeichen – gestaltet von Künstlern aus den 31 Staaten, die am Ersten Weltkrieg militärisch beteiligt waren. 29 Staaten hatten die Pariser Vorortverträge unterzeichnet, Russland und die Ukraine hatten bereits zuvor Separatfrieden geschlossen. Der Ausstellungstitel geht zurück auf das Buch „Toen niet, nu niet, nooit“ der niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin Truus Menger-Oversteegen.

Alle 31 Arbeiten haben eines gemeinsam: Ausgangspunkt bildet jeweils ein Quader aus Eichenholz, der den beteiligten Künstlern zur individuellen Gestaltung zur Verfügung gestellt wurde. Das Holz stammt aus einem umkämpften Frontabschnitt im Elsass und trägt bis heute Spuren des Krieges. Verletzungen im Holz, eingeschlossene Reste von metallenen Kriegsgeschossen und schwarze Verfärbungen machen aus den Holzelementen gleichermaßen Relikte wie Zeitzeugen des Krieges. Aus den ursprünglich einheitlichen Blöcken sind dabei 31 ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden.

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Bilder-Zyklus „Birkenau“ von Gerhard Richter

In der Westeingangshalle des Reichstagsgebäudes ist der Bilder-Zyklus „Birkenau“ von Gerhard Richter zu sehen. Der im Jahr 2014 geschaffene vierteilige Zyklus nach Dokumentarfotos von Häftlingen aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen des Künstlers um eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema des Holocaust. Gerhard Richter stellte die fotografisch umgesetzten Bilder dem Deutschen Bundestag als Schenkung zur Verfügung. 

Für die Eingangshalle hatte der Künstler bereits zur Wiedereröffnung des Reichstagsgebäudes die abstrakte Farbkomposition „Schwarz Rot Gold“ für die Nordwand geschaffen. Indem die „Birkenau“-Bilder auf die gegenüberliegende Südwand gehängt werden, entsteht ein gedanklicher Spannungsbogen, der das Selbstverständnis der Erinnerungskultur zur Anschauung bringen soll.

Ausstellung im Schadow-Haus

In der Ausstellung „Lorbeeren für Schadow“ nimmt der Hallenser Künstler Moritz Götze den 225. Geburtstag der Quadriga auf dem Brandenburger Tor zum Anlass, dessen Schöpfer Johann Gottfried Schadow (1764 bis 1850) einen Lorbeerkranz zu flechten und sich seinem Werk kongenial anzunähern. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 28. April 2019, im Seitenflügel des Schadow-Hauses in der Schadowstraße 12-13 in Berlin-Mitte bei freiem Eintritt zu sehen, und zwar jeweils dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Aber nicht nur die Quadriga mit der Figur der Victoria steht im Mittelpunkt der Ausstellung, sondern auch der Zug der Friedensgöttin, der von Schadow gestaltete Fries unmittelbar unter der Quadriga, der verrät, dass die Victoria als Friedensgöttin konzipiert war. Das Brandenburger Tor nach dem Vorbild der Propyläen der Akropolis in Athen sollte ein Friedenstor werden, das König Friedrich Wilhelm II. als neuen „Perikles“ feiert: Es versinnbildlichte die Hoffnung des Monarchen, von Berlin aus eine europäische Friedensordnung aufbauen zu können.

Parlamentshistorische Ausstellung im Deutschen Dom

Schließlich ist im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt 1 in Berlin-Mitte die historische Ausstellung des Deutschen Bundestages mit dem Titel „Wege  Irrwege Umwege. Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ zu sehen. Rund 300.000 Besucher besichtigen jährlich diese Ausstellung, in der sich seit Herbst 2013 die Ebene zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie nach 1949 in der Bundesrepublik Deutschland neu gestaltet präsentiert.

Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr. Es stehen Audio-Guides in Deutsch, Englisch und Französisch zur Verfügung (E-Mail: historischeausstellung@bundestag.de).

Anfahrt zum Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude ist zu Fuß von folgenden Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs zu erreichen:

Hauptbahnhof: Fernbahnen, Regionalbahnen, S-Bahnen
Friedrichstraße: Regionalbahnen, S-Bahnen, U-Bahn
Brandenburger Tor: S-Bahnen
Reichstag/Bundestag: Buslinien 100, M 85. (vom/27.12.2018)

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