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Blutrote Hände gegen den Ein­satz von Kinder­soldaten

Farbige Fotografie zweier Frauen, die ein Papier mit rotem Handabdruck und die mit roter Farbe angemalte Hand in die Kamera halten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (links) und die Vorsitzende der Kinderkommission Susann Rüthrich setzen ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

© DBT/Melde

Zwischen 250.000 und 300.000 Kinder werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen weltweit als Kämpfer in bewaffneten Konflikten missbraucht. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat die Kinderkommission des Deutschen Bundestages (Kiko) nun zum sechsten Mal zum „Red Hand Day“ eingeladen. 

Abgeordnete aller Fraktionen sowie Beschäftigte des Bundestages konnten am Dienstag, 12. Februar 2019, einen (blut-)roten Handabdruck als Zeichen des Protests gegen die Rekrutierung von Minderjährigen als Soldaten abgeben.

Exorbitante Zahlen weltweit

In Myanmar wird die höchste Zahl an Kindersoldaten vermutet. Allein für die nationalen Streitkräfte sollen mehrere Zehntausend Kinder rekrutiert worden sein. Weitere exorbitante Zahlen minderjähriger Soldaten werden im Konflikt in Libyen und in anderen Staaten Afrikas befürchtet. Auch in Kolumbien wird die Zahl auf 14.000 Kinder geschätzt. 

Die Misshandlungen der Minderjährigen sind dabei vielgestaltig; so werden sie an Waffen eingesetzt, sie werden aber ebenso als Träger, Boten und Spione missbraucht. Zudem sind Kinder häufig auch sexueller Gewalt ausgesetzt – insbesondere Mädchen.

Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention

Der „Red Hand Day“ soll an diese Schicksale gemahnen. Die im Bundestag gesammelten roten Handabdrücke auf weißem Papier werden von der Kiko im Anschluss an die Protestaktion im Reichstagsgebäude an die Vereinten Nationen weitergeleitet. Im Amt der Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte ist seit April 2017 Viginia Gamba.

Hintergrund des internationalen Gedenktages ist ein Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention, das die Beteiligung von Kindern unter 18 Jahren an bewaffneten Konflikten verbietet. Es trat am am 12. Februar 2002 in Kraft.

Rüthrich: Eines der schlimmsten Verbrechen an Kindern

Die Vorsitzende der Kiko, Susann Rüthrich (SPD), zeigte sich glücklich über die breite Teilnahme an der Aktion und sprach ihren Dank für das „deutliche Zeichen, den ein Einsatz von Kindern in Kriegen zu ächten“, aus. Die Rekrutierung Minderjähriger sei eines der schlimmsten Verbrechen, das man Kindern antun könne, fügte sie hinzu.

Unter anderen gab auch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) ihren Handabdruck ab und wies dabei auf das dreißigjährige Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention in diesem Jahr hin. „Wir hoffen, dass auch hier aus dem Bundestag ein starkes Signal ausgeht – auch an andere Orte, an denen die Aktion heute stattfindet“, sagte sie mit Blick auf den breiten Radius des Gedenktages. Neben ihren Handabdruck schrieb Giffey den Satz: „Eine glückliche Kindheit für jedes Kind!“ (ste/12.02.2019)

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