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Kein beträcht­lich erhöhtes Risiko für Olympio­niken durch Fuku­shima

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Bei der Sicherung der Reaktorblöcke, der Bergung der Brennelemente und der Dekontamination im japanischen Fukushima hat es Fortschritte gegeben. Für die Sportler und Teilnehmer der im Sommer 2020 stattfindenden Olympischen und Paraolympischen Spiele bestehe aus radiologischer Sicht kein beträchtlich erhöhtes Gesundheitsrisiko. Das berichteten Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am Mittwochmittag, 11. März 2020.

„Heute vor genau neun Jahren fand die Reaktorkatastrophe in Fukushima statt“, sagte die Vorsitzende des Ausschusses, Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen). Sie betonte, dass von Beginn an an der Dekontamination gearbeitet worden sei, um zu Normalität zurückkehren zu können. Es gebe aber diverse ungelöste Problemstellungen. Auch der im Zuge der Olympischen Spiele geplante Fackellauf durch belastete Gebiete und Bahnstrecken durch die Rote Zone seien Themen, die den Ausschuss interessierten, sagte Kotting-Uhl.

„Situation in Fukushima ist stabil“

Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), parlamentarische Staatssekretärin im BMU, sagte, die Situation in Fukushima sei stabil. Die Bewältigung der Katastrophe werde jedoch noch mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Es sei unklar, wie genau die Bergung der hochradioaktiven Mischung, die sich noch im Reaktordruckbehälter befinde, ablaufen solle. Jede der dafür infrage kommenden Methoden habe eigene Risiken. Auch die Frage nach der Lagerkapazität und der Entsorgung von kontaminiertem Wasser, das derzeit in Tanks gesammelt werde, bleibe eine Herausforderung.

In der Präfektur verbesserten sich die Zustände und es werde geprüft, ob weitere Orte aus der Evakuierung herausgenommen werden könnten, sagte sie. Mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele, die in Fukushima City stattfinden sollen, käme es zu Belastungen von 0,1 bis 0,5 Mikrosievert pro Stunde, die „kein beträchtlich erhöhtes Gesundheitsrisiko“ darstellten. Bei der Frage, ob der olympische Fackellauf durch Städte, die teilweise in der Sperrzone liegen, gehen müsse, habe auch das Olympische Komitee eine Verantwortung, sagte Schwarzelühr-Sutter.

„Radiologische Situation stark verbessert“

Auch Florian Gering (BfS) betonte, dass sich die radiologische Situation stark verbessert habe. Die Sperrzone sei sukzessiv verkleinert worden: „Anfangs betrug sie noch mehr als 1.000 Quadratkilometer, jetzt sind es weniger als 400“, sagte Gehring. Diese Gebiete könnten langfristig Sperrgebiete bleiben. Die Dekontamination habe sich vor allem auf Wohngebiete und solche Gebiete konzentriert, in denen sich Kinder aufhalten. Allerdings seien dabei auch etwa 20 Millionen Tonnen Abfall entstanden, die in der Präfektur verblieben.

In den freigegebenen Gebieten im Sperrgebiet, komme es teilweise zu noch deutlich höherer Umgebungsstrahlung und einer großen Schwankungsbreite. „In den an der Küste gelegenen Gebieten ist die Strahlung eher niedrig, im Landesinneren dafür deutlich höher“, sagte er dem Ausschuss. Bei der Bewertung der Datengrundlage stütze sich das BfS auf verschiedene Datenquellen. So würden auch Daten aus über 30 Millionen Messungen der japanischen Bevölkerung herangezogen, die die behördlichen Daten stützten, sagte Gering. Hotspots seien in den belasteten Gebieten immer zu finden, dem BfS seien aber „nur sehr kleinräumige Hotspots bekannt“, berichtete Gering.

Langfristige Folgewirkungen für die Präfektur

In ihren Nachfragen konzentrierten sich die Abgeordneten vor allem auf die langfristigen Folgewirkungen für die Präfektur. Karsten Möring (CDU/CSU) betonte, dass der Atomausstieg in Deutschland die richtige Entscheidung sei und wollte Details zur Entsorgung des kontaminierten Wassers erfahren. Dr. Rainer Kraft (AfD) verwies darauf, dass, wer sich Sorgen um die Akkumulation von Strahlung mache, eher einige Bereiche in Deutschland als die Sommerspiele in Japan meiden sollte. Judith Skudelny (FDP) wollte Details zur Datensicherheit erfahren und fragte, ob geplant sei, Gebiete mit erhöhter Strahlenbelastung in der Sperrzone für Besucher der Sommerspiele entsprechend zu kennzeichnen.

Dr. Nina Scheer (SPD) sagte, bei ihr entstehe der Eindruck, dass die Sommerspiele von Japan dazu genutzt würden, um die Situation zu verharmlosen. Sie fragte die Bundesregierung nach Details zum Fackellauf und nach dem Import von kontaminierten Lebensmitteln aus Japan. Auch Hubertus Zdebel (Die Linke) sagte, die Spiele sollten Normalität demonstrieren. Er kritisierte es als „verharmlosend“, dass Menschen zurück in die Evakuierungszone kehren sollen, die dann dort wieder permanent leben würden. Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, ob es Sinn mache, über eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für stark belastete Gebiete in der Präfektur Fukushima nachzudenken. (lbr/11.03.2020)


Fukushima“ lautete das Thema eines öffentlichen Gesprächs des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am Mittwoch, 11. März 2020. Die einstündige Befassung mit den Folgen der Nuklearkatastrophe am 11. März 2011 in Japan bildete unter Vorsitz von Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen) den letzten, öffentlichen Tagesordnungspunkt einer im Übrigen nichtöffentlichen Ausschusssitzung. Die Bundesregierung berichtete über die Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima, insbesondere im Zusammenhang mit den in Japan stattfindenden Olympischen und Paralympischen Sommerspielen 2020. (vom/11.03.2020)


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