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Expertin: Jugendliche wissen nicht, wie und wo man sich engagieren kann

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Die Bereitschaft sich zu engagieren ist in der Altersgruppe der 15- bis 27-Jährigen hoch. Auf der anderen Seite klagten viele Organisationen, in denen sich junge Leute entsprechend einbringen könnten, über Nachwuchssorgen. Viele Jugendliche wüssten nicht, wie und wo man sich engagieren könne oder stünden vor zu hohen finanziellen Hürden, berichtete Ana-Maria Stuth, Abteilungsleiterin Programme bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) am Dienstag, 23. Februar 2021, über die Erkenntnisse ihres Projekts „Jugendhearing u_count“ zum jungen Freiwilligenengagement im Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement unter Leitung von Alexander Hoffmann (CDU/CSU).

Mehr Informationen über die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements, eine größere Anerkennung seines der Gesellschaft und ihrer Bezugspersonen sowie eine stärkere Beteiligung an Entscheidungen, die ihr unmittelbares kommunales Umfeld betreffen, wünschten sich Jugendliche zudem, so die Ergebnisse einer Befragung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Rahmen des vom Familienministerium geförderten Projekts „u_count: gemeinsam Gesellschaft gestalten“ zum jungen Freiwilligenengagement, die Stuth vorstellte.

Mehr Informationen, Förderprogramme, Vergünstigungen nötig

Politik und Gesellschaft müssten Jugendliche, die für ein Engagement bereit seien, auch wenn sich dies nicht in Vereinen und anderen Organisationen abspiele, unterstützen, sonst verliere man diese jungen Menschen. Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass freiwilliges, ehrenamtliches Engagement der Persönlichkeitsentwicklung diene.

Für Politik und Organisationen der Jugendarbeit gelte es, mehr Informationen dort hin zu bringen, wo die jungen Leute sind: an die Schulen und in die sozialen Medien. Außerdem brauche es mehr Förderprogramme, damit in Schule und Jugendarbeit bekannter gemacht werde, dass man sich überhaupt engagieren kann. Um Engagement finanziell für die jungen Leute tragbar zu machen, solle man diesen Vergünstigungen beispielsweise in Form von Tickets für den öffentlichen Nahverkehr zukommen lassen.

„Anerkennung ist die Währung, mit der wir Engagement bezahlen“

Die Befragung habe auch offengelegt, was für ein hoher Stellenwert der Anerkennung von Engagementarbeit zukomme – oder deren Fehlen. Lob und Zuspruch von Freunden, seitens der Familie und Lehrkräfte: diese „Anerkennung ist die Währung, mit der wir Engagement bezahlen“, sagte Stuth, und zugleich ein wesentlicher Motivationsgeber für die jungen Leute.

Auch der Gedanke, von einem Ehrenamt oder Freiwilligendienst für den eigenen Lebenslauf zu profitieren, bewege junge Menschen dazu, sich zu engagieren. Qualifikationsnachweise sollten in das Schulzeugnis einfließen können und Wartezeiten für Studiengänge verkürzen helfen. Die Jugendlichen wünschten sich außerdem einen einheitlichen Engagement-Ausweis in Deutschland, in dem man Engagement-Zeiten und -Erfahrungen dokumentieren und ein Leben lang mit sich tragen könne.

Jugendliche wollen ihr Umfeld stärker mitgestalten

Die Jugendlichen hätten außerdem deutlich gemacht, dass sie noch stärker in politische Entscheidungen über die Entwicklung ihres unmittelbaren kommunalen Umfelds einbezogen werden wollen und mangelnde Mitwirkungsmöglichkeiten beklagt. Das eigene Umfeld mitzugestalten sei für viele eine weitere starke Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren. Gemeinnützige Organisationen müssten sich in diesem Bereich neu aufstellen und helfen, Partizipation zu stärken. Auch die Kommunen seien gefordert, Jugendliche jenseits der Spielplatzgestaltung beispielsweise auch in der Verkehrsplanung anzuhören und einzubinden.

Jenseits der klassischen Engagement-Orte in Vereinen und Verbänden gelte es an weitere Zielgruppen, die bislang noch nicht erreicht wurden, heranzutreten: einzelne Engagierte und selbst organisierte Gruppen wie „Fridays For Future“. Da verändere sich die Zivilgesellschaft gerade. Diese hätten noch keinen Zugang zu den Förderinstrumenten.

Projekt „u_count: gemeinsam Gesellschaft gestalten“

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hatte im Zuge des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekts „u_count: gemeinsam Gesellschaft gestalten“ von Juni bis Oktober 2019 in bundesweit 14 Jugendhearings und etwa 45 regionalen Zukunftswerkstätten knapp 1.200 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Erwartungen im Hinblick auf freiwilliges Engagement und Freiwilligendienste befragt.

Im Abschlussbericht werden die Wünsche, Interessen und Bedürfnisse junger Menschen im Hinblick auf Freiwilligendienste und freiwilliges Engagement systematisch aufbereitet. Aus den Ergebnissen werden zudem Handlungsempfehlung für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur bedarfsgerechten Ausgestaltung von freiwilligem Engagement und Freiwilligendiensten abgeleitet. (ll/23.02.2021)

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