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Große Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Bundesländern

Die deutschen Bundesländer

Es sind Unterschiede im Wahlverhalten zwischen einzelnen Bundesländern erkennbar.

© Globus Infografik

Das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 weist erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern aus. So erzielte der Wahlsieger SPD sein bestes Ergebnis im Saarland mit 37,3 Prozent der Zweitstimmen, gefolgt von Niedersachsen mit 33,1 Prozent und Bremen mit 31,5 Prozent. In Bayern kamen die Sozialdemokraten hingegen nur auf 18,0 Prozent, in Sachsen auf 19,3 und in Baden-Württemberg auf 21,6 Prozent. In diesen drei Ländern sowie in Thüringen rangierte die SPD nicht auf Platz eins bei den Zweitstimmen.

CDU in Baden-Württemberg vorne

Die CDU führt die Ergebnisskala nur in Baden-Württemberg (24,8 Prozent) an, in Bayern liegt die CSU vorne (31,7 Prozent). Obwohl in Nordrhein-Westfalen nur auf Platz zwei, schnitten die Christdemokraten dort am besten ab (26,0 Prozent), am schlechtesten in Brandenburg (15,3 Prozent), Hamburg (15,5 Prozent und Berlin (15,9 Prozent).

Bündnis 90/Die Grünen haben den höchsten Zweitstimmenanteil in Hamburg (24,9 Prozent), gefolgt von Berlin (22,4 Prozent) und Bremen (20,8 Prozent). Durchweg einstellig blieben die Ergebnisse in den ostdeutschen Ländern: Sachsen-Anhalt 6,5 Prozent, Thüringen 6,6 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern 7,8 Prozent, Sachsen 8,6 Prozent, Brandenburg 9,0 Prozent.

Die Freien Demokraten erzielten ihr bestes Ergebnis in Baden-Württemberg mit 15,3 Prozent, gefolgt von Hessen mit 12,8 Prozent und Schleswig-Holstein mit 12,5 Prozent. Einstellig blieben die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern (8,2 Prozent), Thüringen (9,0 Prozent), Berlin (9,1 Prozent), Brandenburg (9,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (9,5 Prozent).

AfD führt in Sachsen und Thüringen

Regional äußerst unterschiedlich stellt sich das Wahlergebnis der AfD dar. In Sachsen (24,6 Prozent) und in Thüringen (24,0 Prozent) ist die Partei Wahlsieger. In Sachsen gewann sie zehn Direktmandate, in Thüringen vier, in Sachsen-Anhalt zwei. In Sachsen-Anhalt liegt sie mit 19,6 Prozent der Zweitstimmen nur knapp hinter der CDU (21,0 Prozent) auf dem dritten Platz. In Brandenburg (18,1 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (18,0 Prozent) rangiert sie hinter der SPD auf Platz zwei.

Ihr bestes westdeutsches Ergebnis erzielte die Partei mit 10,0 Prozent im Saarland. In Hamburg kam sie dagegen nur auf 5,0 Prozent, in Schleswig-Holstein auf 6,8 Prozent und in Bremen auf 6,9 Prozent. Auch in den übrigen Ländern bleibt die AfD einstellig.

Linke in drei Ländern zweistellig

Die Linke ist am erfolgreichsten in Berlin und in Thüringen (jeweils 11,4 Prozent der Zweitstimmen), in Mecklenburg-Vorpommern reicht es für 11,1 Prozent. Ihre beste westdeutsche Stimmenausbeute hat sie in Bremen (7,7 Prozent), ihr schlechtestes Ergebnis in Bayern (2,8 Prozent).

Der Anteil der sonstigen Parteien ist in Bayern mit 13,9 Prozent am höchsten. Dort sammelten die Freien Wähler 7,5 Prozent der Zweitstimmen ein. Zweitstellig ist das Ergebnis der Sonstigen auch im Saarland mit 10,5 Prozent, davon 2,8 Prozent für die Tierschutzpartei, und in Brandenburg mit 10,3 Prozent (davon 2,6 Prozent für die Freien Wähler).

Vier grüne Direktmandate im Ländle

In Baden-Württemberg gewann die CDU 33 von 38 Wahlkreisen direkt. Die Grünen gewannen die Wahlkreise Stuttgart I, Karlsruhe-Stadt, Heidelberg und Freiburg, die SPD den Wahlkreis Mannheim.

In Bayern gewannen die CSU-Kandidaten 45 von 46 Wahlkreisen. Lediglich der Wahlkreis München-Süd ging an die neue Abgeordnete Jamila Schäfer von Bündnis 90/Die Grünen.

Je 30 Direktmandate für CDU und SPD an Rhein und Ruhr

Ein relativ ausgeglichenes Bild ergibt für die 64 Wahlkreise in Nordrhein-Westfalen. CDU und SPD gewannen jeweils 30 Wahlkreise direkt, Bündnis 90/Die Grünen die Wahlkreise Aachen I (gewählt: Oliver Krischer), Köln II (gewählt: Sven Lehmann), Bonn (gewählt: Katrin Uhlig) und Münster (gewählt: Maria Klein-Schmeink).

In Niedersachsen stellt die SPD 22 Wahlkreisabgeordnete, die CDU acht. In Hessen gingen 14 Wahlkreise an die SPD, sieben an die CDU und der Wahlkreis Frankfurt am Main II an die Grünen (gewählt: Omid Nouripour).

Aus Rheinland-Pfalz entsendet die SPD acht direkt gewählte Abgeordnete in den Bundestag, die CDU sieben. Acht von elf Direktmandaten in Schleswig-Holstein besetzt die SPD, zwei die CDU und eines die Grünen (gewählt: Robert Habeck).

Zwei Direktmandate der Linken in Berlin

Die direkt gewählten Abgeordneten der zwölf Berliner Wahlkreise kommen von der SPD (vier), der CDU und den Grünen (je drei) und von der Linken (zwei). Dr. Gregor Gysi verteidigte seinen Wahlkreis Berlin – Treptow-Köpenick, Dr. Gesine Lötzsch ihren Wahlkreis Berlin-Lichtenberg.

Von den 16 sächsischen Direktmandaten werden zehn von der AfD, vier von der CDU und je eines von der SPD und der Linken wahrgenommen. Sören Pellmann (Die Linke) sicherte seiner Partei im Wahlkreis Leipzig II das dritte Direktmandat. Das einzige SPD-Direktmandat eroberte Detlef Müller im Wahlkreis Chemnitz.

AfD gewinnt zwei Wahlkreise in Sachsen-Anhalt

Von sieben Wahlkreisen in Sachsen-Anhalt gingen vier an die SPD, drei an die CDU und zwei an die AfD (Kay-Uwe Ziegler im Wahlkreis Anhalt und Robert Farle im Wahlkreis Mansfeld). Die sieben Thüringer Wahlkreise werden von vier AfD-Abgeordneten, drei SPD-Abgeordneten und einem CDU-Abgeordneten (Manfred Grund im Wahlkreis Eichsfeld – Nordhausen – Kyffhäuserkreis) betreut.

In Hamburg gewann die SPD vier von sechs Wahlkreisen, während zwei an die Grünen gingen: gewählt wurden Linda Heitmann in Altona und Dr. Till Steffen in Eimsbüttel. In vier Bundesländern gingen schließlich alle Wahlkreise an Abgeordnete der SPD: in Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland. (vom/27.09.2021)

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