Internationales

Aufgaben und Arbeit

Parlamentarier der IPU während einer Konferenz in Genf.

Die IPU-Versammlungen mit Teilnehmern aus mehr als 100 Ländern finden zweimal jährlich statt. (© DBT/Claudia Brammer)

Die Interparlamentarische Union (IPU) wurde im Jahr 1889 auf Initiative des Engländers William Randell Cremer und des Franzosen Frédéric Passy gegründet, um ein Forum für Meinungs- und Erfahrungsaustausch für Parlamentarier unabhängig von Konflikten und Kulturkreisen zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die IPU von einer kleinen Vereinigung zu einer weltweiten Organisation von parlamentarischen Vertretern aus aktuell 180 Ländern.

Der deutschen Delegation gehörten in der 18. Wahlperiode (2013 bis 2017) unter Leitung von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert acht ständige Mitglieder sowie deren Vertreter und Vertreterinnen aus den vier Fraktionen an.

Das Hauptziel der Gründungsväter, als transnationale Organisation von Parlamentariern einen Beitrag zur Sicherung von Frieden zu leisten, hat bis heute Priorität für die IPU. Darüber hinaus sind  Ziele der IPU, die

  • Kontakte und Erfahrungsaustausch zwischen Parlamenten und deren Mitgliedern aller Länder zu fördern,
  • Fragen von internationalem Interesse zu erörtern, um dadurch einzelne Parlamente zu konkreten Maßnahmen zu veranlassen, und
  • zu einem besseren Verständnis der Arbeitsweise repräsentativer Institutionen beizutragen und deren Entstehung und Fortbildung zu unterstützen.

Zusätzlich hat sich der Aufgabenkatalog um Bemühungen der Völkerverständigung und die Unterstützung von politischer Stabilität und Demokratie erweitert. Die folgenden sechs Aufgabenfelder(Externer Link) werden in gemeinsamen Stellungnahmen, Empfehlungen und Entschließungen umgesetzt:

  • Förderung von repräsentativer Demokratie
  • Förderung von internationalem Frieden und Sicherheit
  • nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung
  • Förderung von Schutz und Achtung der Menschenrechte
  • Förderung von Frauen in Politik und Gesellschaft
  • Kooperationen in den Sektoren Bildung, Wissenschaft und Kultur

Um die Effizienz der Union zu erhöhen, bemüht sich die IPU um eine immer enger werdende und verbesserte Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Diese Kooperation zwischen der IPU und den Vereinten Nationen(Externer Link) wurde im November 2002 durch die Verleihung des Beobachterstatus(Externer Link) in der Generalversammlung der Vereinten Nationen wesentlich gestärkt.
 

Die IPU ist bestrebt, die Tagesordnungen der Versammlung thematisch an die der Generalversammlungen der Vereinten Nationen anzunähern. Ergänzt wird die Arbeit der IPU in den Versammlungen und bei den Sonderkonferenzen durch eine Vielzahl von ausgewählten Projekten zum Aufbau und zur Stärkung demokratischer Institutionen in einzelnen Ländern und Regionen der Union.

Tagungen

Die zweimal jährlich tagende Versammlung erörtert aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Fragen und erarbeitet diesbezüglich Resolutionen. Laut Satzung sind die Parlamentarier zur Verbreitung und Beachtung der Resolutionen in ihren nationalen Parlamenten und an ihre Regierungen gehalten. Die einzelnen Entschließungen sind jedoch rechtlich nicht bindend. Im Frühjahr wird die Sitzung, an der acht deutsche Delegationsmitglieder teilnehmen, in der Regel wechselnd von einem der Mitgliedstaaten ausgerichtet. Die Herbstversammlung findet meist am Sitz der IPU in Genf statt. Zusätzlich zu den ordentlichen Jahrestagungen, veranstaltet die IPU Sonderkonferenzen zu dringlichen Themen von aktuellem internationalem Interesse.

Struktur