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Fatina aus Jordanien schätzt den Blick hin­ter „politische Kulissen“

Fatina Toukan vor dem Paul-Löbe-Haus und Reichstagsgebäude

© DBT/Melde

Fatina Toukan kommt aus Jordanien. Die 34-Jährige hat Architektur studiert und arbeitet für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Ihr Kurzpraktikum in der letzten Septemberwoche absolviert sie im Abgeordnetenbüro von Volkmar Klein (CDU/CSU).

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland? Wie kam es dazu, dass Sie die deutsche Sprache erlernt haben?

Wenn man im jungen Alter ins Ausland geht, entstehen oft Chancen und Herausforderungen gleichermaßen. Meine Erfahrungen in Deutschland haben mich stark geprägt, denn diese habe ich vom späten Teenageralter an über die Hälfte meines Lebens gemacht. Die deutsche Sprache war schon von Anfang an ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lernprozesses. Ich habe damit nicht nur mein Studium (Bachelor und Master) absolviert, sondern konnte auch die deutsche Kultur besser verstehen. Darüber hinaus habe ich versucht, durch das Erlernen der deutschen Sprache in meinem zunächst kleinen Freundes- und Kollegenkreise eine Art interkulturelle Schnittstelle zu bilden und den aktiven Austausch zu suchen. Aus diesen Erfahrungen konnte ich mehrere Fähigkeiten und Kompetenzen entwickeln, die ich sicherlich noch lange in meinem persönlichen und beruflichen Weg einsetzen und als Grundlage für viele weitere Erkenntnisse nutzen kann.  

Inwiefern engagieren Sie sich in Ihrer Heimat sozial oder zivilgesellschaftlich?

Ich bin seit meiner Schulzeit in Jordanien ehrenamtliches Mitglied in einem gemeinnützigen Verein zur Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Wir unterstützen Menschen vor allem mit körperlicher Behinderung auf verschiedenen Ebenen. Hauptsächlich werden – je nach Einschränkungsgrad der Beteiligten – Ausbildungen in mehreren Bereichen angeboten oder mit anderen Anbietern/Organisationen unterstützt. Immer wieder werden auch Veranstaltungen durchgeführt, die eine soziale Inklusion fördern. Ich beteilige mich, wo es geht, an der Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Ausbildungen. Darüber hinaus unterstütze ich den Verein mit Spendenaktionen beziehungsweise Fundraising. Des Weiteren versuche ich im Rahmen meiner aktuellen Tätigkeit im Bereich der Migration und Entwicklung viele Menschen dabei zu unterstützen, ihre Ziele vor Ort zu erreichen. Ob beruflich oder privat – ich unterstütze junge Menschen, ihr Weltbild zu entwickeln und zu erweitern. Aus diesem Grund habe ich mich schon einmal freiwillig an einem Austauschprogramm zwischen Jordanien und Deutschland beteiligt, wo ich die jordanische Gruppe (Studenten und Absolventen verschiedener Universitäten) auch in Deutschland betreut habe. Ich bin sehr froh, dass ich mittlerweile viele neue (und alte) gemeinnützige Organisationen in Jordanien (und in Deutschland) kennenlerne, die sich mit Themen wie Bildung, Frauenrechte, Chancengleichheit und Nachhaltigkeit beschäftigen. Dafür werde ich mich sicherlich weiterhin einsetzen.

Warum haben Sie sich für das IPS-Programm beworben?

Seit ein paar Jahren arbeite ich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit zwischen der deutschen und jordanischen Regierung. Durch meine Funktion in einem Förderprogramm der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wurde ich zunehmend neugierig auf die Prozesse, die hinter den Entscheidungen der deutschen Regierung stecken. Außerdem hat mich das politische System in Deutschland schon lange interessiert, da ich über die Jahre einen spürbaren Wandel im soziopolitischen Kontext beobachten konnte. Das IPS-Programm bietet den Teilnehmern eine sehr besondere Möglichkeit, einen Blick „hinter die politischen Kulissen“ zu werfen.

Was hat Sie hier im Deutschen Bundestag bislang am meisten überrascht oder beeindruckt?

Die Komplexität des parlamentarischen Systems und die Vielschichtigkeit der Überschneidungen mit den aktuellen politischen Entwicklungen sind sehr beeindruckend. Interessant war es auf jeden Fall auch, die praktischen Prozesse und Strukturen im Bundestag kennenzulernen.

Welche Vorstellungen haben Sie von Ihrer beruflichen Zukunft?

Gerne würde ich im Bereich der internationalen Kooperation tätig bleiben, wo eine nachhaltige Entwicklung von Jordanien oder auch der gesamten arabischen Region sichergestellt werden kann. Ich habe noch viele Ambitionen und Hoffnungen, mit mehr Wissen und Erfahrungen eine bessere und größere Brücke in der Region aufzubauen.

(hau/17.09.2018)

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