Parlament

Bundesweiter Schülerwettbewerb zur deutschen Parlamentsgeschichte

2023/24 erinnert der Deutsche Bundestag an zwei herausragende parlamentarische Jubiläen: Vor 175 Jahren trat in der Frankfurter Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament zusammen. 100 Jahre danach flossen wesentliche Artikel der verabschiedeten, aber nie in Kraft getretenen Verfassung, vor allem zu den Grundrechten, in das Grundgesetz ein. Aus Anlass dieses parlamentarischen Doppeljubiläums lobte der Deutsche Bundestag im Rahmen des bundesweiten Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung der bpb 2023 einen Sonderpreis aus. Schülerinnen und Schüler ab der Klassenstufe 8 waren aufgerufen, sich vor Ort auf biografische Spurensuchen zu begeben, über besondere Ereignisse und Entwicklungen, in denen die Stunde des Parlaments schlug, zu reflektieren und so auch über gegenwärtige Herausforderungen der parlamentarischen Demokratie ins Gespräch zu kommen. 

Der offizielle Startschuss erfolgte im Rahmen des Tags der Ein- und Ausblicke am 3. September 2023 durch die Präsidentin des Deutschen Bundestages und den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung. Insgesamt beteiligten sich rund 750 Schülerinnen und Schüler in vierzig Klassen aus zehn Bundesländern an der Ausschreibung, darunter Realschulen genauso wie Berufsschulen und Gymnasien.

Als Sieger gingen 13 Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums Trier hervor. Der Leistungskurs Geschichte überzeugte eine Fach-Jury durch die „bemerkenswerte inhaltlich-reflexive Durchdringung“ des Themas. Die Zwölftklässler begaben sich auf biografische Spurensuche nach Trierer Parlamentariern und nach demokratiegeschichtlichen Wegmarken 1848 und 1949. Sie besuchten historische Orte und Ausstellungen, banden einen Wissenschaftler ein und interviewten Abgeordnete aus dem Landtag und Bundestag. Die Schülerinnen und Schüler fahren im Juni nach Berlin und besuchen am 5. Juni den Deutschen Bundestag. Dort werden sie auch von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas empfangen, der sie ihre Arbeit vorstellen können. Diese zeigte sich von der Arbeit beeindruckt: „Eine engagierte und kreative Recherche, die Geschichte konkret und erfahrbar macht! Die Schülerinnen und Schüler haben auch wenig beleuchtete Facetten – wie die Bedeutung der 1848er-Revolution für Frauen oder jüdische Menschen – herausgearbeitet. Beeindruckt haben mich auch die Ideen, wie an ihrer Schule und in Trier der Menschen gedacht werden kann, die den Parlamentarismus in Deutschland aufgebaut haben.“ Die Fach-Jury zeigte sich vom durchgängig hohen Niveau der Schülerarbeiten angetan. Insgesamt 23 Einsendungen konnten prämiert werden. Die drei weiteren Hauptpreise in Höhe von 1.500, 1.000 und 500 Euro gingen an Schülerinnen und Schüler 8. und 9. Klassen in Hohen Neuendorf und Nauen (beides Brandenburg) sowie in Bocholt (NRW).

Eine Auswahl der besten Werkstücke werden beim „Tag der Ein- und Ausblicke“ im Deutschen Bundestag am ersten Septemberwochenende öffentlich präsentiert.

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