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1. Dezember 2022

Braunkohleausstieg

Gesetzentwurf der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP: Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier (Drucksachen 20/4300(Dokument, öffnet ein neues Fenster) und 20/4730(Dokument, öffnet ein neues Fenster))

  • Abstimmungsergebnis
  • Debatte

Gesamtergebnis, 736 Mitglieder

  • 523 ja
  • 92 nein
  • 2 enthalten
  • 119 nicht abg.

SPD
206 Mitglieder

  • 179 ja
  • 0 nein
  • 1 enthalten
  • 26 nicht abg.

CDU/CSU
197 Mitglieder

  • 162 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 35 nicht abg.

B90/Grüne
118 Mitglieder

  • 101 ja
  • 0 nein
  • 1 enthalten
  • 16 nicht abg.

FDP
92 Mitglieder

  • 80 ja
  • 0 nein
  • 0 enthalten
  • 12 nicht abg.

AfD
78 Mitglieder

  • 0 ja
  • 63 nein
  • 0 enthalten
  • 15 nicht abg.

Die Linke
39 Mitglieder

  • 0 ja
  • 26 nein
  • 0 enthalten
  • 13 nicht abg.

fraktionslos
6 Mitglieder

  • 1 ja
  • 3 nein
  • 0 enthalten
  • 2 nicht abg.

1 / 50

Name

Fraktion

Bundesland

Abstimmung

Mit 523 Ja- zu 92 Nein-Stimmen hat der Bundestag am Donnerstag, 1. Dezember 2022, den Gesetzentwurf von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier (20/4300(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) gebilligt. Zwei Abgeordnete hatten sich bei der Abstimmung enthalten. 

Angenommen wurde zudem eine Entschließung, wonach die Bundesregierung die gesetzlichen Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Strukturwandel und die an dem veränderten Zeitplan angepasste Gewährung der vorgesehenen finanziellen Hilfen für Investitionen in dieser Legislaturperiode entsprechend anpassen solle. Die jeweils von CDU/CSU und Die Linke zu dem Gesetzentwurf vorgelegten Entschließungsanträge (20/4740(Dokument, öffnet ein neues Fenster),  20/4739(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) fanden hingegen keine Mehrheit im Parlament. Im parlamentarischen Verfahren hatte der Ausschuss für Klimaschutz und Energie zuvor noch Änderungen am Ursprungsentwurf (20/4730(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgenommen.

Ebenfalls angenommen wurde ein Antrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (20/4299(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), der einen zustimmenden Beschluss des Deutschen Bundestages gemäß Paragraf 49 des Kohleverstromiungsbeendigungsgesetzes zum „Änderungsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland“ einholen wollte. Neben den Koalitionsfraktionen stimmte auch die Union für den Antrag. AfD und Linke stimmten dagegen. 

Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen

Im Kohleverstromungsbeendigungsgesetz wurde im Jahr 2020 der Pfad zur schrittweisen Reduzierung der Erzeugung elektrischer Energie durch den Einsatz von Kohle definiert mit dem Ziel, spätestens bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2038 die installierten Kraftwerkskapazitäten zum Einsatz von Steinkohle und den Einsatz von Braunkohle auf jeweils null Gigawatt zu reduzieren, heißt es im Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen (20/4300(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Danach solle der Einsatz von Kohle zur Erzeugung elektrischer Energie in Deutschland sozialverträglich, schrittweise und möglichst stetig reduziert und beendet werden, um dadurch Emissionen zu reduzieren und dabei eine sichere, preisgünstige, effiziente und klimaverträgliche Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität zu gewährleisten.

Um den Kohleausstieg im Rheinischen Revier auf das Jahr 2030 vorzuziehen und die Versorgungssicherheit zu stärken, hätten das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Energieversorger RWE am 4. Oktober 2022 eine politische Verständigung getroffen, heißt es weiter. Darin sei vereinbart, dass die Stilllegung der Kraftwerksblöcke Niederaußem K, Neurath F (BoA 2) und Neurath G (BoA 3) jeweils vom 31. Dezember 2038 auf den 31. März 2030 vorgezogen wird. Diese Vereinbarung soll gesetzlich durch Änderungen des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes umgesetzt werden.

Vorübergehend stärkere Braunkohleverstromung

Der auf das Jahr 2030 vorgezogene Kohleausstieg im Rheinischen Revier leiste einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und das Erreichen der Klimaschutzziele im Energiesektor, schreiben die Fraktionen. Zusätzlich sei in der politischen Verständigung vom 4. Oktober 2022 eine Verlängerung der Laufzeit der Kraftwerksblöcke Neurath D und Neurath E über den 31. Dezember 2022 hinaus bis zum 31. März 2024 vereinbart worden. Durch die vorübergehend stärkere Nutzung von Braunkohle zur Kohleverstromung werde Gas in der Stromerzeugung gespart und so ein Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet.

Durch die Zustimmung zu dem Antrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz soll die Bundesregierung ermächtigt werden, diesen Änderungsvertrag mit den Betreibern von Braunkohleanlagen und weiteren, von der Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung unmittelbar betroffenen Braunkohletagebauunternehmen zu schließen.

Änderung des öffentlich-rechtlichen Vertrags

Die Vertragsparteien (Bundesrepublik Deutschland, RWE Power und RWE AG) haben am 10. Februar 2021 einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland abgeschlossen. Kern der Vereinbarung ist die Stilllegung der im vereinbarten Stilllegungspfad genannten Braunkohleanlagen, die durch eine darauf abgestimmte, im Kohleverstromungsbeendigungsgesetz geregelte Entschädigung abgegolten wird.

Mit dem Änderungsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland vom 10. Februar 2021 beabsichtigen die Vertragsparteien, den öffentlich-rechtlichen Vertrag in Übereinstimmung mit den in der politischen Verständigung vereinbarten Eckpunkten anzupassen. Hierdurch soll eine finale Regelung für die Beendigung der Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier getroffen werden. (vom/mis/02.12.2022)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

()
Kathrin Henneberger

Kathrin Henneberger

© Kathrin Henneberger

Henneberger, Kathrin

Bündnis 90/Die Grünen

()
Wilfried Oellers

Wilfried Oellers

© Wilfried Oellers/ Tobias Koch

Oellers, Wilfried

CDU/CSU

()
Karsten Hilse

Karsten Hilse

© Karsten Hilse/ Hagen Schnauss

Hilse, Karsten

AfD

()
Reinhard Houben

Reinhard Houben

© Reinhard Houben/ Maurice Cox

Houben, Reinhard

FDP

()
Aydan Özoğuz

Aydan Özoğuz

© Deutscher Bundestag / Stella von Saldern

Özoguz, Aydan

Bundestagsvizepräsidentin

()

Dokumente

  • 20/4299 - Antrag: Änderungsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages gemäß § 49 des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes
    PDF | 229 KB — Status: 08.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/4300 - Gesetzentwurf: Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier
    PDF | 264 KB — Status: 08.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/4730 - Beschlussempfehlung und Bericht: a) zu dem Gesetzentwurf der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP - Drucksache 20/4300 - Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier b) zu dem Antrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz - Drucksache 20/4299 - Änderungsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Reduzierung und Beendigung der Braunkohleverstromung in Deutschland Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages gemäß § 49 des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes
    PDF | 340 KB — Status: 30.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/4739 - Entschließungsantrag: zu der dritten Beratung des Gesetzentwurfs der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP - Drucksachen 20/4300, 20/4730 - Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier
    PDF | 185 KB — Status: 30.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/4740 - Entschließungsantrag: zu der dritten Beratung des Gesetzentwurfs der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP - Drucksachen 20/4300, 20/4730 - Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Braunkohleausstiegs im Rheinischen Revier
    PDF | 164 KB — Status: 30.11.2022
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Reden zu Protokoll: Scheer, Dr. Nina (SPD), Roloff, Sebastian (SPD), Lutze, Thomas (Die Linke)


namentliche Abstimmung zu Gesetzentwurf 20/4300(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Beschlussempfehlung 20/4730(Dokument, öffnet ein neues Fenster) Buchstabe a: Gesetzentwurf annehmen)
23:04:24: Beginn der Abstimmung
23:23:39: Ende der Abstimmung
endgültiges Ergebnis
Gesamt: 617 Ja: 523 Nein: 92 Enthaltungen 2

Beschlussempfehlung 20/4730(Dokument, öffnet ein neues Fenster) Buchstabe b (eine Entschließung annehmen) angenommen
Entschließungsantrag 20/4740(Dokument, öffnet ein neues Fenster) abgelehnt
Entschließungsantrag 20/4739(Dokument, öffnet ein neues Fenster) abgelehnt
Beschlussempfehlung 20/4730(Dokument, öffnet ein neues Fenster) Buchstabe c (Änderungsantrag 20/4299(Dokument, öffnet ein neues Fenster) zustimmen) angenommen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
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Stand: 10.08.2026