09.11.2022 | Parlament

Zum 33. Jahrestag des Mauerfalls

Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen mit einer Blume in der Hand, alle stehen im Freien. Bäume und Sträucher und eine Hecke sind im Hintergrund.

Gedenkveranstaltung an den Mauerfall am 9. November 1989 an der Bernauer Straße in Berlin
(DBT/ Team Zupke)

Die SED-Opferbeauftragte hat am 9. November 2022 an der zentralen Gedenkveranstaltung an der Bernauer Straße zum 33. Jahrestag des Mauerfalls teilgenommen. Auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth und die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey gehörten unter andrem zu den Gästen in der Gedenkstätte Berliner Mauer. Die Teilnehmenden steckten zusammen mit rund 200 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Frankreich und Norwegen zum Gedenken an die Opfer Rosen in Spalten der Mauer, von der noch Teile in der Gedenkstätte am originalen Standort stehen. Im Rahmen der Veranstaltung trat auch der belarussische Volny-Chor auf, der im August 2020 als Reaktion auf die Repressionen in Belarus entstanden war. Der 9. November bietet aus Sicht der SED-Opferbeauftragten gerade in seiner Vielschichtigkeit die Möglichkeit, in eben ganz besonderer Weise zu einer Sensibilisierung für den Wert der freiheitlichen Demokratie und Menschenrechte beizutragen.

„Bezogen auf das Gedenken an den Mauerfall ist der Jahrestag ein Glück“, betont Evelyn Zupke. Über Nacht wurden die zuvor hermetisch abgeriegelten Grenzübergänge in Berlin und dann auch der innerdeutschen Grenze geöffnet. Knapp ein Jahr später war Deutschland wiedervereinigt.

Für die SED-Opferbeauftragte gehören neben der Freude auch zwei weitere Dinge zu diesem Gedenken: „Das ist zum einen der Blick für die Menschen, die in der DDR für Selbstbestimmung und Freiheit eingetreten sind und vielfach zu Opfern der SED-Diktatur wurden. Und es ist zum anderen eine stärkere Würdigung der Vorgeschichte des Mauerfalls, der Zusammenhänge zwischen den einzelnen historischen Ereignissen und dem vorangegangenen jahrzehntelangen Widerstand vieler oppositioneller Gruppen in der ehemaligen DDR.“

Hintergrund (Bundesstiftung Aufarbeitung):

„In der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 fiel die Berliner Mauer unter dem Druck der Massendemonstrationen auf den Straßen der DDR. Am Abend des 9. Novembers gegen 19 Uhr hatte Günther Schabowski, Mitglied des Zentralkomitees der SED, auf einer internationalen Pressekonferenz nur eine neue Regelung für Reisen in den Westen bekannt geben wollen. Durch dieses Zugeständnis wollte die SED-Führung auf die anhaltende Massenflucht aus der DDR reagieren und ihre Macht absichern. Eigentlich musste man laut dem neuen Reisegesetz noch immer einen schriftlichen Antrag stellen, um auszureisen. Die Erklärungen Schabowskis wurden jedoch so verstanden, dass Reisen ab sofort formlos möglich wären. Noch am selben Abend strömten tausende Bürger Ost-Berlins zu den Grenzübergängen. Am Kontrollpunkt Bornholmer Straße standen um 23 Uhr fast 20.000 Menschen. Eine halbe Stunde später kapitulierten die Grenzbeamten, die bis dahin noch nicht über die neue Regelung informiert waren. In den folgenden Tagen wurden die Grenzübergänge in Berlin und entlang der innerdeutschen Grenze wieder geöffnet. Der Sturz der Berliner Mauer wurde nicht nur ein Symbol für das Ende der SED-Diktatur, sondern auch für das Ende des Kalten Krieges sowie der Teilung Deutschlands und Europas.“

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