23.02.2023 | Parlament

IN ZWANGSGEMEINSCHAFT - Die Arbeitskommandos der Strafgefangenen, Ausstellungseröffnung

Das Bild zeigt mehrere Personen in einem gefliesten großen Raum. Ein junger Mann hält ein Tablet in der Hand und zeigt den Anwesenden etwas.
Das Bild zeigt das Profil einer Person die ein Tablet in der Hand hält. Auf dem Tablet sieht man eine ältere Dame die in einer Großküche auf einem Stuhl sitzt und spricht.
Das Bild zeigt eine Großküche, die Teil der Ausstellung ist. Im Raum stehen mehrere Kochherde und Regale.

Bild 1 von 3

Die SED-Opferbeauftragte gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Torsten Wöhler, der Vizepräsidentin des Bundesarchivs Alexandra Titze bei einer Vorführung der neuen Ausstellunginhalte. (DBT / Team Zupke)

Bild 2 von 3

Die Ausstellung „IN ZWANGSGEMEINSCHAFT - Die Arbeitskommandos der Strafgefangenen in Hohenschönhausen“ kann mithilfe von Tablets erkundet werden. (DBT / Team Zupke)

Bild 3 von 3

Die Kochhalle im Untergeschoss der Untersuchungshaftanstalt. (DBT / Team Zupke)

Am 23. Februar 2023 eröffnete die Gedenkstätte Hohenschönhausen die neue Ausstellung „IN ZWANGSGEMEINSCHAFT - Die Arbeitskommandos der Strafgefangenen in Hohenschönhausen“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die für den Gefängnisbetrieb und für die Versorgung der Inhaftierten benötigten Arbeitskräfte. Dafür griff die Staatssicherheit auf Strafgefangene zurück und bildete Arbeitskommandos aus Frauen und Männern. Die Ausstellung nimmt die Lebens- und Arbeitsbedingungen der in den Kommandos eingesetzten Frauen in den Blick.

In ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung berichtete die SED-Opferbeauftragte wie bedrückend es immer wieder für sie ist, hier, an diesem Ort zu sein und welches Glück sie hatte, das ihre Verhaftungen und Verhöre 1989 sie nicht nach Hohenschönhausen führten. Gleichzeitig sei dieser Ort ein Ort der Hoffnung. In vielen Gesprächen mit ehemaligen Häftlingen erlebe sie immer wieder, wie wichtig die Arbeit der Gedenkstätte für die ehemaligen politischen Häftlinge ist. Darum seien auch die Forschung zum Haftalltag, zu den Biografien der Häftlinge und zu den Strukturen des Repressionsapparates und gleichzeitig die Vermittlung in die Gesellschaft für Evelyn Zupke so zentral: „Als SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestages bin ich davon überzeugt, dass gerade mit dieser Arbeit den Opfern ein Stück Würde zurückgegeben wird. Würde, die die Diktatur ihnen genommen hat.“

Die neue Ausstellung befindet sich in einem erhalten gebliebenen, rund 500 qm großen Küchen- und Wohntrakt des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Berlin-Hohenschönhausen. Hier waren bis 1989 Strafgefangene des Frauenkommandos „Neue Küche“ tätig. Die Arbeitsräume und Unterkünfte können mithilfe von Tablets erkundet werden. Über eine Augmented-Reality-App („erweiterte Realität“) werden Berichte von Zeitzeuginnen, Dokumenten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR sowie nachgesprochene Auszüge aus Spitzelberichten an die Stasi virtuell zugänglich gemacht.

Marginalspalte