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Presse

Roth will neue Impulse in der Kulturpolitik setzen

Kultur und Medien/Ausschuss - 12.01.2022 (hib 15/2022)

Berlin: (hib/AW) Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) will die Kulturpolitik um neue Aspekte erweitern. So soll die Erinnerungskultur um die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte, aber auch die Themen Migration und rechtsextreme Terroranschläge wie in Hanau erweitert werden, führte Roth am Mittwoch vor dem Kulturausschuss aus. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gab vor dem Ausschuss einen ersten Überblick über ihre kulturpolitischen Vorhaben in der neuen Legislaturperiode und stellte sich den Nachfragen der Abgeordneten.

Roth kündigte eine enge Zusammenarbeit mit den Kultusministern der Bundesländer an. Sie werde sich deshalb mit allen Länderministern treffen. Gemäß des Koalitionsvertrages zwischen SPD, Grünen und FDP werde sie sich auch für die Aufnahme eines Staatsziels Kultur in das Grundgesetz einsetzen. Die Restitution von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten soll nach dem Willen Roths intensiviert werden. Als Beispiel nannte sie die Rückübertragung der sogenannten Benin-Bronzen an Nigeria. Dies bedeute aber nicht, dass die Bronzen künftig nicht mehr in deutschen Museen ausgestellt werden könnten, betonte Roth. Es liege im Interesse Nigerias, diese bedeutenden Kulturgüter auch weiterhin in Europa präsentieren zu können. Zudem wolle man zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen deutschen und nigerianischen Museen kommen. Damit könne zugleich ein neues Kapitel in der Beziehung der beiden Länder aufgeschlagen werden.

Zudem will Roth die Kulturlandschaft insgesamt ökologischer und klimafreundlicher gestalten. Dazu gehöre beispielsweise die Senkung des Energieverbrauchs von Museen oder von Festivals. Roth räumte ein, dass man bei der „green culture“ noch am Anfang stehe. Am weitesten sei in diesem Bereich bislang das sogenannte „green shooting“, die umwelt- und ressourcenschonende Produktion von Filmen.