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Presse

„Migrationsbericht 2020“ vorgelegt

Inneres und Heimat/Unterrichtung - 14.02.2022 (hib 53/2022)

Berlin: (hib/STO) Im Jahr 2020 sind knapp eine Viertelmillion mehr Menschen nach Deutschland zugezogen als aus der Bundesrepublik weggezogen. Dies geht aus dem als Unterrichtung durch die Bundesregierung vorliegenden „Migrationsbericht 2020“ (20/650) hervor. Danach geht die Nettomigration nach Deutschland seit 2016 kontinuierlich zurück, was sich durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie nochmals verstärkt hat. Infolge der pandemiebedingten weltweiten Reisebeschränkungen machte sich der Rückgang der Wanderungen den Angaben zufolge vor allem ab März 2020 bemerkbar.

Insgesamt wurden im Jahr 2020 laut Vorlage 1.186.702 Zuzüge und 966.451 Fortzüge erfasst; damit sank die Zuwanderung nach Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 23,9 Prozent, während die Abwanderung um 21,5 Prozent zurückging. Der Wanderungssaldo lag somit 2020 mit einem Plus von 220.251 Menschen deutlich unter dem des Jahres 2019 mit einem Plus von 327.060.

Dem Bericht zufolge ist das Migrationsgeschehen in Deutschland weiterhin vor allem durch Zuwanderung aus beziehungsweise Abwanderung in andere europäische Staaten gekennzeichnet. So seien im Jahr 2020 insgesamt 69,1 Prozent aller Zugewanderten aus einem anderen europäischen Land (einschließlich Russlands und der Türkei) gekommen, davon 54,6 Prozent aus Staaten der EU (inklusive des Vereinigten Königreichs).

Auch bei den Fortzügen sei Europa die Hauptzielregion gewesen, heißt es in der Unterrichtung weiter. Mit 67,4 Prozent zogen danach etwa zwei Drittel aller abwandernden Personen im Jahr 2020 aus Deutschland in ein anderes europäisches Land, 55,7 Prozent in andere EU-Staaten (einschließlich des Vereinigten Königreichs).

Rumänien stellte dem Bericht zufolge 2020 wie bereits in den Vorjahren das Hauptherkunftsland von Zugewanderten dar (15,7 Prozent aller Zuzüge), gefolgt von Polen (8,7 Prozent) und Bulgarien (6,1 Prozent). Die weiteren quantitativ wichtigen Herkunftsländer im Jahr 2020 seien Italien, die Türkei, Kroatien, Ungarn, Spanien, Griechenland und Serbien gewesen. „Damit sind acht der zehn Hauptherkunftsländer von Migrantinnen und Migranten des Jahres 2020 EU-Staaten“, schreiben die Autoren des Berichts.

Auch bei den Fortzügen waren im Jahr 2020 laut Vorlage Rumänien, Polen und Bulgarien die wichtigsten Ziele. Bei diesen Ländern sei somit ein hohes Wanderungsvolumen feststellbar, es zögen also „sowohl viele Menschen von dort nach Deutschland zu als auch wieder in diese Staaten fort“.

Der höchste positive Wanderungssaldo im Jahr 2020 wurde den Angabe zufolge gegenüber Rumänien mit plus 36.824 und Bulgarien mit plus 22.758 verzeichnet, gefolgt von Syrien mit plus 18.196. Der positive Wanderungssaldo aus Syrien sei in den vergangenen Jahren jedoch kontinuierlich zurückgegangen, heißt es in dem Bericht weiter: „Bezogen auf die Zuzüge befindet sich dieser Staat nicht mehr unter den zehn bedeutendsten Herkunftsländern.“