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Presse

Linke fordert Aufklärung im Fall der DTB-Trainerin Frehse

Sport/Kleine Anfrage - 04.04.2022 (hib 150/2022)

Berlin: (hib/MIS) Gegen die Turn-Trainerin Gabriele Frehse findet aus Sicht der Linksfraktion eine Kampagne und Vorverurteilung in der Öffentlichkeit statt, bei der weder der Deutsche Turner-Bund (DTB) noch das für den Leistungssport zuständige Bundesinnenministerium (BMI) sich für eine sachgerechte Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe und den Schutz der betroffenen Person eingesetzt hätten. In einer Kleinen Anfrage (20/1217) fordern die Abgeordneten von der Bundesregierung umfassende Aufklärung, eine Analyse der zurückliegenden Abläufe und - sofern sich die Unhaltbarkeit der Vorwürfe gegen Gabriele Frehse bestätigen sollte - ihre Rehabilitation.

Gegen die DTB-Trainerin wurden laut Fragesteller in einem Artikel des „Spiegel“ im November 2020 schwere Vorwürfe erhoben. Einige Turnerinnen hätten Frehse eines rüden Umgangstones und der nicht sachgemäßen Verabreichung von Medikamenten bezichtigt. Im Dezember 2020 sei sie freigestellt worden. Anfang Mai 2021 habe der Olympiastützpunkt Sachsen das Arbeitsverhältnis mit der beschuldigten Trainerin mittels einer Verdachtskündigung aufgekündigt, woraufhin diese eine Kündigungsschutzklage am Arbeitsgericht Chemnitz erhoben habe.

Der Sportausschuss befasste ,sich, wie aus der Vorbemerkung der Anfrage hervorgeht, am 24. Februar 2021 in Anwesenheit mehrerer Sachverständiger mit der Situation im Turnsport. Grundlage dafür war unter anderem das vom DTB in Auftrag gegebene Gutachten, welches weder zu dem Zeitpunkt und auch nicht bis heute den Mitgliedern des Ausschusses sowie den betroffenen Personen vollständig zur Verfügung gestellt worden sei. In der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit dem Titel „Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe am Olympiastützpunkt Chemnitz im Turnen“ vom 2. März 2021 (19/27177) habe das BMI erklärt, dass es alle beteiligten Akteure um Stellungnahmen gebeten und umfassende Aufklärung gefordert habe. Erklärungsbedürftig sind nach Auffassung der Linken-Abgeordneten die Gründe, die zur Berufung gegen das Urteil des Arbeitsgerichtes Chemnitz führten, mit dem die Kündigung gegen die auch mit Bundesmitteln finanzierte Trainerin Gabriele Frehse für unwirksam erklärt worden sei.

Verbunden mit den Vorwürfen gegenüber Frehse seien auch die Entwicklung und Perspektive des Bundesstützpunktes Chemnitz, die Abwanderung von Kaderathletinnen zu anderen Bundesstützpunkten und eine instabile unzureichende Personalsituation in Chemnitz, schreiben die Abgeordneten.