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24.06.2022 Kultur und Medien — Unterrichtung — hib 325/2022 Dokumentationszentrum zum Zweiten Weltkrieg

Berlin: (hib/AW) Die Bundesregierung plant in Berlin die Errichtung eines Dokumentationszentrums „Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa“. Das Dokumentationszentrum soll als unselbständige Stiftung öffentlichen Rechts unter dem Dach der Stiftung Deutsches Historisches Museum entstehen. Dies geht aus dem Realisierungsvorschlag zur Errichtung des Dokumentationszentrum hervor, den die Bundesregierung als Unterrichtung (20/1845) vorgelegt hat. Mit der Vorlage des Realisierungsvorschlags folgt die Bundesregierung dem Beschluss des Bundestages vom 9. Oktober 2020 zur Errichtung eines Zentrums, das die Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa während des Zweiten Weltkrieges dokumentiert.

„Der Zweite Weltkrieg und die Verbrechen der Deutschen prägen Europa bis heute. Etwa 230 Millionen Menschen in heute 27 europäischen Staaten haben unter der von extremer Gewalt geprägten deutschen Besatzung gelebt. Der Großteil der vielen Millionen Toten waren Zivilistinnen und Zivilisten. Der Gewalt lag eine radikale Rassenideologie zugrunde. Deren genozidale Umsetzung ist in der Geschichte beispiellos“, heißt es in der Unterrichtung. Trotzdem sei das Wissen in Deutschland über die deutsche Kriegführung und die deutsche Gewaltherrschaft außerhalb wissenschaftlicher Kontexte gering. Die Errichtung des Dokumentationszentrums solle diesem Widerspruch entgegenwirken.

Das Dokumentationszentrum soll eine ständige Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzungsherrschaft beheimaten, die durch Wechselausstellungen zu verschiedenen Aspekten der Geschichte, die bis in die Gegenwart hineinreichen oder auch die Vorgeschichte in den Blick nehmen, ergänzt werden. Zu den zentralen Aufgaben des Dokumentationszentrums sollen zudem die Entwicklung und Bereitstellung von Bildungsangeboten, die Erforschung der europäischen Geschichte der Jahre 1939 bis 1945 und die Entwicklung eines Konzeptes „für individuelle Reflexion und individuelles Gedenken“ in den eigenen Räumlichkeiten gehören.

Der Realisierungsvorschlag für das Dokumentationszentrum sieht eine Nutzfläche von 15.000 Quadratmetern für die ständige Ausstellung, Wechselausstellungen, Veranstaltungen, Tagungen und das Bildungsprogramm sowie für Direktion, Mitarbeiterstab und Fellows vor.

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