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Presse

Gut zwei Drittel der Sudanesen haben Zugang zu Trinkwasser

Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/Antwort - 01.08.2022 (hib 389/2022)

Berlin: (hib/VOM) In der Republik Sudan haben etwa 68 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (20/2759) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (20/2527) mit. Dabei bestünden große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten und zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Von den verfügbaren und erneuerbaren Süßwasserressourcen würden rund 94 Prozent für die Nutzung im Land entnommen. Die Bundesregierung schätzt, dass der Trinkwasser-, Nahrungsmittel- und Energiebedarf im Sudan bei gleichbleibender demografischer Entwicklung absehbar steigt. Zugleich stellten die Auswirkungen des Klimawandels eine große Herausforderung für Wasserverfügbarkeit und die Produktion von Nahrungsmitteln dar.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, stuft der Welthungerindex 2021 die Lage im Sudan als „ernst“ ein. Das Land belege Rang 95 unter 116 im Index bewerteten Ländern. 12,3 Prozent der Bevölkerung gälten als unterernährt, 31,4 Prozent der Kinder seien durch Mangel- oder Unterernährung in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hätten die Nahrungsmittelverfügbarkeit weiter negativ beeinflusst. Im August und September 2020 hätten 55 Prozent der sudanesischen Haushalte ihren Nahrungsmittelverbrauch reduziert.

Als hauptsächliche Energiequellen im Sudan nennt die Bundesregierung Biomasse, vor allem Feuerholz und Holzkohle, Öl und Wasserkraft. 37 Prozent der Bevölkerung haben den Angaben zufolge Zugang zu Energie, rund vier Millionen Menschen seien ohne Zugang zu Strom. Dabei variiere die Stromversorgung regional sehr stark, in West Darfur hätten nur zwei Prozent der Bevölkerung Zugang zu Strom.

Die Regierung beziffert ihr Engagement im Sudan in der staatlichen Zusammenarbeit auf ein Volumen von 139,9 Millionen Euro, verteilt auf fünf mehrjährige Maßnahmen. 60 Millionen Euro entfallen danach auf die Unterstützung des Transitionsprozesses über den Multi-Partner Fonds „Stars“ („Sudan Transition and Recovery Support“), der von der Weltbank verwaltet wird und zum Ziel hat, die sudanesische Übergangsregierung beim wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transitionsprozess und bei staatlichen Dienstleistungen für die Bevölkerung zu unterstützen. 40 Millionen Euro kommen laut Regierung dem integrierten Programm des UN-Kinderhilfswerks Unicef und des UN-Welternährungsprogramms WFP zur Resilienzförderung und Stärkung sozialer Kohäsion zugute. 20 Millionen Euro stünden für die soziale Sicherung von Müttern und Kindern, 10 Millionen Euro für den Wiederaufbau in Darfur und 9,9 Millionen Euro für die Ernährungssicherung von Flüchtlingen und anliegenden Gemeinden in den Bundesstaaten Gedaref und Kassala zur Verfügung. Die zehn in der Antwort aufgelisteten mehrjährigen Maßnahmen der nichtstaatlichen Zusammenarbeit summieren sich auf knapp 80 Millionen Euro.