25.11.2022 Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung — Anhörung — hib 687/2022

Experten äußern sich zur globalen Nahrungsmittelversorgung

Berlin: (hib/VOM) Die Sicherung der globalen Nahrungsmittelversorgung durch innovative Methoden, zum Beispiel beim Anbau und in der Zucht von Nutzpflanzen, ist Thema einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Mittwoch, 30. November. Die Anhörung mit fünf geladenen Sachverständigen beginnt um 10.30 Uhr im Sitzungssaal 1.302 des Jakob-Kaiser-Hauses in Berlin und dauert voraussichtlich zweieinhalb Stunden. Sie wird live im Parlamentsfernsehen und auf www.bundestag.de übertragen.

Der Ausschuss hält langfristige Investitionen in die nachhaltige Umgestaltung und Stärkung der Ernährungssysteme und den Aufbau von lokaler, widerstandsfähiger, klimaangepasster Lebensmittelproduktion in den Ländern des globalen Südens für erforderlich, um deren „extreme Abhängigkeit“ von Nahrungsmittel-, Saatgut- und Düngerimporten zu überwinden. Dabei rückten Konzepte wie das der Ernährungssouveränität und deren Erreichbarkeit verstärkt in den Fokus.

Die Anhörung zielt darauf ab, Handlungsempfehlungen aus den Beiträgen der Sachverständigen zu erhalten und daraus mögliche politische Maßnahmen abzuleiten. Sie ist in zwei Themenblöcke gegliedert.

Im 55-minütigen ersten Block geht es um die wissenschaftliche Einordnung des Themenfeldes. Die Abgeordneten interessiert zum Beispiel, wie gravierend die Folgen des Klimawandels für die globale Lebensmittelversorgung sind. Von Interesse ist auch, welche Bedeutung dem Anstieg der Weltbevölkerung und sich verändernden Ernährungsgewohnheiten zukommt. Die Experten sollen sich dazu äußern, wie sich der Anbau von Soja, Palmöl und Nutzpflanzen zur Herstellung von Agrotreibstoffen auf die Ernährungssicherung auswirkt. Gefragt wird ebenso nach der Rolle globaler Saatgutfirmen und -banken. Auskunft erteilen werden Roman Herre vom FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk (FIAN) Deutschland und Matin Qaim, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.

Im 95-minütigen zweiten Block stehen innovative Ansätze zur Sicherung einer ausreichenden Produktion von Lebensmitteln und des Zugangs zu Lebensmitteln im Mittelpunkt. Der Ausschuss will beispielsweise erfahren, was erforderlich ist, um die Länder des globalen Südens auf den Pfad einer ausreichenden Ernährungssicherung zu bringen und um mehr Unabhängigkeit von Nahrungs-, Saatgut- und Düngemittelimporten zu erreichen. Er will ebenfalls herausfinden, welche Anbaukonzepte und -methoden sowie Akteure von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit intensiver gefördert werden sollten, weil sie für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und die nachhaltige Sicherung der Welternährung entscheidend sind. Als Sachverständige äußern sich dazu Jochen C. Reif, Leiter des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben (Sachsen-Anhalt), Carin Smaller von der gemeinnützigen Organisation „Shamba Centre for Food & Climate“ in Genf und Daniel Wanjama von „Seed Savers Network Kenya“, eines Netzwerks zur Sicherung des Saatgutzugangs (Kenia).

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