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Presse

9. März 2022

Bundestagspräsidentin Bas zum Tode von Inge Deutschkron

Zum Tod von Inge Deutschkron erklärt Bundestagspräsidentin Bärbel Bas: 

Mit Inge Deutschkron verlieren wir eine beindruckende Persönlichkeit und eine Zeitzeugin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an den Holocaust in Deutschland wachzuhalten – mit einer klaren Botschaft: „Vergesst nie, was war!“ Inge Deutschkron hat die Entrechtung und Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus selbst als Kind und Jugendliche erlitten und nur durch die Hilfe „stiller Helden“ im Berliner Untergrund überlebt. Ihr Wissen an die junge Generation weiterzugeben und sie zu Toleranz und Zivilcourage zu ermutigen, war für Inge Deutschkron ein besonderes Anliegen. Sie tat es bis ins hohe Alter – in ihren Büchern, Theaterstücken, Interviews, Gesprächen und durch die unermüdliche Arbeit in ihrer Stiftung. Inge Deutschkron verdanken wir, dass in der Blindenwerkstatt Otto Weidt heute an einem authentischen Ort in der Mitte Berlins nachvollziehbar ist, dass unter höchstem persönlichem Einsatz auch in der Diktatur Widerstand und Mitmenschlichkeit möglich waren. Unvergessen bleibt ihre eindrucksvolle Rede in der Gedenkstunde des Bundestages für die Opfer des Nationalsozialismus 2013.

Inge Deutschkron hat sich bleibende Verdienste um die Erinnerungskultur in unserem Land erworben. Der Deutsche Bundestag wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.