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Presse

3. Oktober 2022

Bundestagspräsidentin Bas zum Tag der Deutschen Einheit: Mit Respekt, Zusammenhalt und Zuversicht Herausforderungen begegnen

„Der Tag der Deutschen Einheit macht uns bewusst, wie viel wir gemeinsam erreichen können“, sagte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas in ihrer heutigen Rede beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt. Sie dankte den Bürgerrechtlern und Demonstrierenden in der DDR, die sich 1989/1990 gegen die Diktatur erhoben haben, und auch denen, die „in politischer Verantwortung der Wiedervereinigung den Weg bereitet haben“, insbesondere Helmut Kohl.

„Wir sollten uns an den Mut und den Zusammenhalt jener Tage erinnern“, so die Bundestagspräsidentin. „Sie zeigen, wie viel wir bewegen können. Auch in Zeiten großer Unsicherheit. In Situationen, auf die uns nichts vorbereitet hat.“

„In Westdeutschland haben wir lange nicht ernstgenommen, dass die Nachwendezeit Wunden geschlagen und Narben hinterlassen hat“, bekannte die Bundestagspräsidentin, die aus dem Ruhrgebiet stammt. „Heute weiß ich aus vielen Gesprächen, wie fundamental der Umbruch in Ostdeutschland war. Gerade an historischen Wendepunkten müssen wir einander aufmerksam zuhören“, forderte sie deshalb.

„Seit 1990 haben wir gemeinsam viele Krisen bewältigt und große Aufgaben gemeistert: die Wiedervereinigung und den Umbruch in Ostdeutschland, die Wirtschafts- und Finanzkrise, die Aufnahme vieler Geflüchteter und seit 2020 die Corona-Pandemie. Trotz aller Schwierigkeiten und Fehler: Das Wichtigste in diesen Zeiten war – und bleibt: Wir halten zusammen“, betonte Bas.

Angesichts der vielfältigen ernsthaften Probleme und Krisen, denen Deutschland begegnen muss, unterstrich die Bundestagspräsidentin die Notwendigkeit einer demokratischen Streitkultur. „Es ist notwendig, dass wir miteinander reden – gerade über Reizthemen wie Impfpflicht oder Waffenlieferungen.“ Denn „der demokratische Streit hat einen Zweck: Er führt uns zu gemeinsamen Lösungen“, so Bas. Als Grundlage dafür sieht die Bundestagspräsidentin das Grundgesetz „mit Menschenwürde als höchstem Wert“: „Ich wünsche mir weniger Wut und mehr Respekt“, sagte Bas. „Auf dieser Grundlage können wir über alles streiten – und das sollten wir auch!“ Diesen Appell richtete sie insbesondere an die politische Klasse: „Wir Politikerinnen und Politiker müssen den Kontakt zu den Menschen noch stärker suchen, gut zuhören, uns verständlich erklären. Mit einer klaren Sprache.“

„Einer der besten Gründe für Zuversicht ist für mich unsere Zivilgesellschaft“, betonte Bas und lobte das weit verbreitete ehrenamtliche Engagement von Millionen Bürgern, nicht zuletzt während der Pandemie und bei der Unterstützung für geflüchtete Ukrainer. „Ich danke allen von Herzen, die sich für Menschen in Not einsetzen“, sagte die Bundestagspräsidentin.

„Unser Land ist in vielen Bereichen längst zusammengewachsen. Wir sind stark und solidarisch. Auch und vor allem wegen unserer geteilten Geschichte. Unsere Gesellschaft hat alles, um diese Zeit zu meistern. Mit Respekt, Zusammenhalt und Zuversicht.“

Das Manuskript der Festrede der Bundestagspräsidentin zum Tag der Deutschen Einheit 2022 in Erfurt finden Sie hier: https://www.bundestag.de/parlament/praesidium/reden/2022/20221003-912680

Es gilt das gesprochene Wort.