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Presse

14. Oktober 2022

Internationale EPTA-Konferenz zu gesellschaftlichen Disruptionen

Zeit: Montag, 17. Oktober 2022, 9.45 Uhr
Ort: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Anhörungssaal 3.101

Die sowohl gesellschaftliche als auch technologische Dimension sogenannter Disruptionen ist das Thema der diesjährigen Konferenz der europäischen Vereinigung von Institutionen der parlamentarischen Technikfolgenabschätzung (EPTA). Sie findet am 17. Oktober 2022 in Berlin mit Abgeordneten und Wissenschaftler/-innen aus über 16 verschiedenen Ländern statt.

Mit Disruptionen sind einschneidende, sich schnell vollziehende Veränderungen mit häufig zerstörerischem Charakter gemeint – etwa der 11. September 2001, ein mögliches Abreißen des Golfstroms oder die Covid-19-Pandemie. Die internationale Konferenz wird gemeinsam vom Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sowie vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) ausgerichtet, die in diesem Jahr die EPTA-Präsidentschaft innehaben.

Auf die Einführung durch den Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen), folgen eine Reihe von Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit internationalen Wissenschaftler/-innen und Expert/-innen aus der Praxis sowie Bundestagsabgeordneten, die der Berichterstattergruppe Technikfolgenabschätzung angehören.

Die drei thematischen Schwerpunkte der Konferenz sind:

  • Kritische Infrastrukturen (etwa die Strom- und Wasserversorgung, das Internet), deren Ausfall um jeden Preis verhindert werden muss
  • Autonome Waffensysteme als Beispiel für softwaregestützte Systeme, die Entscheidungen mit potenziell weitreichen Konsequenzen treffen
  • Wälder als Musterbeispiel für einen Naturraum, der durch Klimawandel und andere menschliche Aktivitäten stark unter Druck steht und „umzukippen“ droht.


Anlässlich der Konferenz erklären Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung:

Kai Gehring, MdB (Vorsitzender):
„Unsere diesjährige deutsche Präsidentschaft der europäischen Institute für technologische Folgenabschätzungen haben wir genutzt, um unser TAB agiler, progressiver, öffentlicher und so transparenter aufzustellen – kurzum: fitzumachen für die 2020er Jahre. Es ist mir eine Ehre, unsere europäischen und internationalen Partner-Einrichtungen im Bundestag begrüßen zu dürfen. Im wechselseitigen Austausch lassen sich Risiken frühzeitiger erkennen, Chancen stärker nutzen und gemeinsam Transformationen mit sozialen, ökologischen, digitalen und nachhaltigen Innovationen besser meistern.“

Dr. Holger Becker, MdB (SPD):
„Von Energieversorgung über digitale Infrastruktur und Pandemien bis hin zu genereller gesellschaftlicher Resilienz – das Potenzial für Disruptionen mit weitreichenden gesellschaftlichen Konsequenzen, gleich welcher Art, ist in unserer modernen Welt hoch: umso wichtiger und wertvoller, dass im Rahmen der EPTA-Konferenz diesem Thema inhaltlich Rechnung getragen wird – über den nationalen Kontext hinaus auf internationaler Ebene.“

Lars Rohwer, MdB (CDU/CSU):
„Disruptionen werden im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung zunehmen. Wir brauchen die Technikfolgeabschätzung und die Offenheit für neue Technologien, um die Risiken und Chancen solcher Veränderungen bewerten zu können und in der Folge immer effizienter mit Energie und Ressourcen umzugehen.“

Laura Kraft, MdB (Bündnis 90/Die Grünen):
„Wir leben in einer Zeit extremer Disruptionen. Agil zu sein bedeutet hier, ein ungewisses Ergebnis in eine Chance umzuwandeln. Ich freue mich darauf, von Expertinnen und Experten zu lernen, wie Technikfolgenabschätzung uns in disruptiven Zeiten ein Wegbegleiter sein kann.“

Prof. Dr. Stephan Seiter, MdB (FDP):
„In einer Zeit disruptiver Veränderungen ist es wichtig, dass sich Gesellschaft und Politik den Folgen technologischer Entwicklungen bewusst sind. Neue Technologien verändern unser Leben in vielen Bereichen: Die Produkte, die wir konsumieren. Die Produktionsprozesse, mit denen wir diese Produkte herstellen. Der Rat von Expertinnen und Experten ist deswegen ein wichtiger Beitrag für eine evidenzbasierte Politik.“

Prof. Dr. Michael Kaufmann, MdB (AfD):
„Technischer Fortschritt sichert den Wohlstand und die Zukunft unseres Landes, ist aber zugleich mit Risiken verbunden. Das Büro für Technikfolgenabschätzung im internationalen Verbund EPTA leistet wertvolle Arbeit, um das Parlament im Hinblick auf vernünftige politische Weichenstellungen zu beraten.“

Ralph Lenkert, MdB (Die Linke):
„Mit zunehmender Technisierung steigt die Abhängigkeit der Gesellschaft vom Funktionieren der Technik. Wissenschaftliche Technikfolgenabschätzung ist unerlässlich für den Gesetzgeber, um rechtzeitig notwendige Entscheidungen treffen zu können, die die Resilienz der Gesellschaft sicherstellen. Ohne die verbindende Arbeit des EPTA kann dies nur unvollständig gelingen.“

Detaillierte Informationen zur Sitzung finden Sie oder unter: www.tab-beim-bundestag.de/epta-konferenz-2022

Hinweise:
Alle Medienvertreter benötigen zum Betreten der Gebäude des Deutschen Bundestages eine gültige Akkreditierung (www.bundestag.de/presse/akkreditierung).

Während der Konferenz besteht für die interessierte Presse die Möglichkeit zu Interviews.

Die Sitzung wird live im Internet unter www.bundestag.de übertragen. Am Folgetag ist sie unter www.bundestag.de/mediathek abrufbar.