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Hans-Ulrich Gerland arbeitet als Leitender Beamter im Amt der Wehrbeauftragten

Ein Mann im Anzug sitzt auf einem Schreibtisch.

„Unser wichtigstes Projekt ist jedes Jahr die Arbeit am Jahresbericht der Wehrbeauftragten“, sagt Hans-Ulrich Gerland. (DBT/Marc Beckmann)

Stellen Sie sich bitte kurz vor…

Mein Name ist Hans-Ulrich Gerland, von Beruf bin ich Jurist und aktuell als Leitender Beamter im Amt der Wehrbeauftragten tätig.

Meine Reise durch die Bundestagsverwaltung begann Anfang 1989 in den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages. Themen waren u.a. die friedliche Revolution in der DDR, der Einigungsvertrag und die Wiedervereinigung. Es folgte eine Tätigkeit im Referat Parteienfinanzierung/Länderparlamente. Stichworte hier: Neues Parteienfinanzierungsgesetz - SED-Millionenvermögen – Aufbau der Länderparlamente in den neuen Bundesländern. Die Realisierung des Holocaust-Mahnmals stand im Zentrum meiner folgenden Tätigkeit im Sekretariat des Kulturausschusses. In meine anschließende Zeit als Leiter des Sekretariats des Parlamentarischen Kontrollgremiums fielen die Anschläge von 9/ 11 in New York, der Beginn des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr und die sicherheitspolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus. Die Sicherheitspolitik begleitete mich von nun an weiter bei meinen Stationen durch die Verwaltung. Als Sekretär des Sekretariats des Verteidigungsausschusses konnte ich die rasante Entwicklung in diesem Politikbereich live mitverfolgen. Afghanistan- und Mali-Einsatz der Bundeswehr - Aussetzung der Wehrpflicht – Sparmaßnahmen - Krimkrise. Dazwischen habe ich an fünf parlamentarischen Untersuchungsausschüssen teilgenommen und dabei neben vielen Ministerinnen und Ministern zwei Bundeskanzlern und eine Bundeskanzlerin als Zeugen/in erleben dürfen. Seit 2019 bin ich Leitender Beamter bei der Wehrbeauftragten. Aktuell wichtige Themen sind hier die Zeitenwende infolge des Ukrainekrieges und die Re-Fokussierung der Bundeswehr auf die Bündnis- und Landesverteidigung sowie das sog. 100 Mrd. Sondervermögen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Ein guter Arbeitstag beginnt mit einem anständigen Kaffee und einem kurzen Plausch mit Kolleginnen und Kollegen. Dem schließt sich zu Beginn einer Woche häufig eine Teamrunde bei der Wehrbeauftragten an, in der die nächsten Tage und Wochen geplant werden. Zukünftige Truppenbesuche, Besprechungstermine und Pressearbeit der Wehrbeauftragten werden besprochen. Ferner wird die aktuelle Arbeit im Amt gemeinsam reflektiert. Dann folgt die Sichtung von Eingaben. Die täglich eingehenden Eingaben der Soldatinnen und Soldaten werden gelesen und an die jeweils zuständigen Fachreferate weitergeleitet. Gleichzeitig werden vorgelegte Abschlussschreiben an die Petenten für die Vorlage an die Wehrbeauftragte bearbeitet. Im weiteren Verlauf des Tages gibt es vielfach Besprechungen mit Referatsleiterinnen und Referatsleitern zu einzelnen Vorgängen oder Personalfragen. In Sitzungswochen kommt die Teilnahme an Sitzungen des Verteidigungsausschusses hinzu. Ein Arbeitstag kann sehr ausfüllend sein.

Welches war Ihr letztes besonderes Projekt?

Unser größtes und wichtigstes Projekt ist die Arbeit am Jahresbericht der Wehrbeauftragten. Hier sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes gefordert, um dem Parlament eine gute Unterrichtung zu liefern.

Aber es sind vor allem auch die vielen Truppenbesuche der Wehrbeauftragten im In- und Ausland , die deutlich machen was Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr leisten und welche Entbehrungen sie gerade im Auslandseinsatz oder aktuell in den sogenannten einsatzgleichen Verpflichtungen etwa in Litauen, Estland oder der Slowakei dafür in Kauf nehmen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes unterstützen die Wehrbeauftragte bei diesen Truppenbesuchen sowohl bei der Vorbereitung als auch durch ihre Begleitung und Nachbereitung. In vielen Bereichen werden Verbesserungen angestoßen oder angeregt, das stellt für alle Beteiligten einen großen Mehrwert dar.

Welchen Tipp haben Sie für Jobsuchende?

Informieren, informieren, informieren. Schauen Sie sich auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages alles an, was der Bundestag an Facettenreichtum in der Arbeitswelt bietet. Besuchen sie den einmal im Jahr in Berlin stattfindenden Tag der Ein- und Ausblicke, um einen Überblick über die vielfältigen Tätigkeiten zu bekommen oder rufen Sie einfach mal an.

Worin finden Sie einen Ausgleich zum Berufsalltag?

Als Ausgleich zum Berufsalltag hat sich über die Jahre das Joggen durch den heimischen Tegeler Forst bewährt. Während des Laufens kann ich abschalten und den Gedanken freien Lauf lassen. Manche Lösung für schwierige berufliche Problemstellungen habe ich beim Laufen. Sollte dies keine Entspannung bieten, greife ich als Alt-Rocker in meiner Freizeit gern zur E-Gitarre und stelle den Verstärker auf 11. Als Mitglied des italienischen Projekts ROCKIN‘1000 spiele ich dann gern auch mal mit 999 anderen Rockverrückten aus allen möglichen Ländern den einen oder anderen Rockklassiker im Stadion.

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