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Pieter Uphoff erstellt juristische Gutachten für Abgeordnete

Ein Mann steht auf einer Terrasse mit dem Reichstagsgebäude im Hintergrund.

Pieter Uphoff kommt gerne auf die Dachterrasse des Jakob-Kaiser-Hauses. (DBT/Janine Schmitz / photothek)

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor...

Ich habe den universitären Teil meiner Ausbildung zum Juristen sowie mein erstes Staatsexamen in Münster absolviert, für das Referendariat und das damit verbundene zweite Staatsexamen bin ich nach Berlin gekommen. Seit Juni 2022 bin ich in der Bundestagsverwaltung beschäftigt.

Warum haben Sie sich für einen Job in der Bundestagsverwaltung entschieden?

Bei meiner Entscheidung für die Bundestagsverwaltung habe ich auf meine Erfahrungen als geprüfter Rechtskandidat zurückgreifen können, da ich zum Überbrücken meiner Wartezeit auf einen Referendariatsplatz bereits zehn Monate in der Bundestagsverwaltung gearbeitet habe. Konkret gereizt hat mich die Aussicht auf eine parlamentsnahe und doch politisch weitgehend unabhängige Tätigkeit. In der Bundestagsverwaltung ist es an diversen Stellen möglich, politische Prozesse zu begleiten, ohne selbst ins Rampenlicht treten oder sich auf parteipolitische Positionen festzulegen zu müssen. Es ist ein schönes Gefühl, die Arbeit im Zentrum unserer parlamentarischen Demokratie fördern zu können.

Was gefällt Ihnen an der Bundestagsverwaltung besonders gut?

Aus meiner Sicht können nur wenige Arbeitgeber derart vielfältige Verwendungen und Karrierewege anbieten. Als junger Mensch finde ich es toll, mich noch nicht auf eine konkrete Tätigkeit oder ein bestimmtes Fachgebiet festlegen müssen. Dies eröffnet die Möglichkeit, sowohl die fachliche Ausrichtung als auch die grundsätzliche Tätigkeit verändern zu können, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen. Perspektivisch kann ich mir eine parlamentsnahe Verwendung in Ausschüssen oder Untersuchungsausschüssen, in den Parlaments- oder Mandatsdiensten oder im Personalbereich sehr gut vorstellen.

Wie kann man sich Arbeitsalltag im Wissenschaftlichen Dienst vorstellen?

Die Mitarbeitenden der Wissenschaftlichen Dienste verfassen Gutachten, die sie grundsätzlich auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten erstellen. Mein Fachbereich erstellt beispielsweise juristische Gutachten mit Bezug zum Zivilrecht, Strafrecht, Baurecht und den zugehörigen Verfahrensrechten. Typischerweise halte ich dabei zuerst Rücksprache mit dem Abgeordnetenbüro, um die konkreten Hintergründe der Anfrage zu erfahren. In der Folge versuche ich, mich umfassend in die Thematik einzuarbeiten und einen Überblick über die wesentliche Rechtsprechung und Literatur zu erhalten. Danach geht es an die Ausarbeitung des Gutachtens, die je nach Anfrage unterschiedlich umfangreich sein kann. Im Regelfall bin ich vier Tage die Woche im Büro und arbeite einen Tag aus dem Homeoffice.

Worin finden Sie einen Ausgleich zum Berufsalltag/Persönliches?

Offen gestanden war die Work-Life-Balance bei meiner Entscheidung für die Bundestagsverwaltung ein großes Thema – diesbezüglich bin ich sehr zufrieden. Gerade im Vergleich zu anderen juristischen Jobs ist die Arbeitsbelastung vollkommen normal und gut mit dem Privatleben vereinbar. Das flexible Homeoffice ermöglicht es, neben der Arbeit auch mal einen Handwerkertermin wahrnehmen zu können. Neben der Arbeit finde ich Ausgleich im Sport. Ansonsten kommt mir entgegen, dass die verlässlichen Arbeitszeiten sehr bundesligafreundlich sind!

Welche Wünsche würden Sie an die Bundestagsverwaltung adressieren?

Grundsätzlich sehe ich die Bundestagsverwaltung vor denselben Herausforderungen wie andere Arbeitgeber: Die Digitalisierung und Flexibilisierung sind als deutliche Trends auf dem gesamten Arbeitsmarkt erkennbar. Mich würde es freuen, wenn es die Bundestagsverwaltung schafft, diese Trends proaktiv aufzugreifen und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Ihr Lieblingsort in den Liegenschaften des Deutschen Bundestags:

Die Dachterrasse des Jakob-Kaiser-Hauses ist wirklich schön. Mein Büro habe ich jedoch – wie der gesamte Wissenschaftliche Dienst – im Spreebogen in Moabit. Dort ist sicherlich der Ausblick aus dem Konferenzsaal im 14. Stock über ganz Berlin ein Highlight.

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