Wirtschaft

Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht 2026

Symbolbild zum Thema Witschaftsbericht: Ein Modell-Geschäftsmann steht auf einem Chart mit vielen Börsenkursen und Zahlen

Der Bundestag befasst sich mit der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. (© picture alliance / SZ Photo | Wolfgang Filser)

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (CDU) hat am Freitag, 30. Januar 2026, vor dem Bundestag eine 15-minütige Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht 2026 der Bundesregierung (21/3700) abgegeben. Anschließend beriet das Parlament den Bericht, bevor es ihn zur weiteren Beratung in den federführenden Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwies.

Ein Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/3870) lehnte das Parlament mit den Stimmen von CDU/CSU, AfD und SPD bei Enthaltung der Linken ab. Darin wurde unter anderem gefordert, die Stromsteuer für alle Unternehmen und Verbraucher auf das europäische Mindestmaß zu senken. 

Wachstum von einem Prozent erwartet

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem und im kommenden Jahr nach Einschätzung der Bundesregierung weniger stark wachsen, als im Herbst 2025 erwartet worden war. Die Bundesregierung korrigierte ihre Prognose für 2026 von 1,3 auf 1,0 Prozent und für 2027 von 1,4 auf 1,3 Prozent herunter, wie aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2026 hervorgeht. Probleme bereiten der deutschen Wirtschaft insbesondere die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sowie die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Unternehmen. Getragen werde das Wachstum vor allem von den staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.

Als Ursachen für die reduzierte Wachstumsprognose listet der Bericht vier Faktoren auf. Zum einen die schwache Erholung der deutschen Wirtschaft: Die Erholung falle „schwächer“ aus als erwartet, heißt es in dem Papier. Außerdem lähme der schwache Außenhandel die exportabhängige deutsche Wirtschaft. Vor allem die Geschäfte mit China und den USA seien „von Gegenwind“ getroffen. Die Unsicherheit im Handel mit den USA nehme zu. Zwar sei seit 2025 ein Zollabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten, das 15 Prozent pauschale Einfuhrzölle für EU-Waren vorsieht, verhandelt worden. Doch neue Zolldrohungen aus den USA wie im Grönland-Streit verunsicherten die Exportwirtschaft.

Private Investitionen als „zentrale Herausforderung“

Auch die Binnennachfrage bleibe verhalten. Zwar stellt der Bericht fest, dass die konjunkturelle „Erholung von der Binnenwirtschaft getragen“ werde. Der private Konsum wächst jedoch nur moderat: Für 2026 wird ein Plus von 0,8 Prozent erwartet, für 2027 von 1,1 Prozent. Stärker trage der Staat zur Nachfrage bei. Der Staatskonsum solle laut Regierungsprognose im laufenden Jahr um 2,4 Prozent zulegen. Doch dieses Wachstum gehe ebenfalls vor allem auf staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung zurück. Die privaten Investitionen werden im Jahreswirtschaftsbericht als „zentrale Herausforderung“ beschrieben. 

Schließlich führe der demografische Wandel dazu, dass es weniger Erwerbstätige gibt. Trotz schrumpfender Industriekapazitäten werde die Arbeitslosenquote aber stabil bleiben, die Bundesregierung rechnet für 2026 mit 6,2 Prozent. Gleichzeitig fehlten den Betrieben weiterhin Arbeitskräfte. Das sei auch entscheidend für die schwache Entwicklung des Potenzialwachstums: Ab 2028, so prognostiziert es die Bundesregierung, reduziere der Faktor Arbeit das Wachstum jährlich um 0,1 Prozent. (nki/hau/30.01.2026)

Parlament

Vereinbarte Debatte zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer

Der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer am 23.08.1966 an seinem Schreibtisch in Röhndorf .

Konrad Adenauer im August 1966 an seinem Schreibtisch in Röhndorf. (© picture alliance / Wolfgang Weihs | Wolfgang Weihs)

Liveübertragung: Freitag, 30. Januar, 11.40 Uhr

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages erinnern in einer Vereinbarten Debatte am Freitag, 30. Januar 2026, an Konrad Adenauer, den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Die 30-minütige Debatte trägt den Titel „Vom Parlamentarischen Rat zum Bundestag als Fundament unserer Demokratie – Zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer“. In 14 Jahren Kanzlerschaft stellt er die wesentlichen Weichen für die Geschichte der Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Als er 1963 mit der berühmten Bemerkung „Ich gehe nicht leichten Herzens“ zurücktritt, sind die politischen Ziele aus seiner Regierungserklärung vom 20. September 1949 – Wiederaufbau und Westintegration, auch die Versöhnung mit Frankreich – im Wesentlichen erreicht. (ste/27.01.2026)

Aktuelle Stunde

Bundestag debattiert über die Energiesouveränität

Farbenprächtig leuchtet der Sonnenaufgang über der Winterlandschaft mit einem Windenergiepark im östlichen Brandenburg.

Die Energiesouveränität und die Umsetzung der Klimaziele sind Thema im Bundestag. (© picture alliance/dpa | Patrick Pleul)

Liveübertragung: Freitag, 30. Januar, 13.55 Uhr

Der Bundestag befasst sich am Freitag, 30. Januar 2026, mit dem Arbeitsrecht. In einer Aktuellen Stunde auf Verlangen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Energiesouveränität stärken – Klimaziele umsetzen debattiert das Plenum eine Stunde über das Thema. (eis/27.01.2026)