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Eine Ausstellung der Wismut GmbH im Deutschen Bundestag

10. Juni bis 25. Juni 2021

Unspektakulär, fast geräuschlos endet 2021, nach 75 Jahren, ein wichtiger Teil deutscher Geschichte, der während des Kalten Krieges begann und bis heute fortwirkt. Mit dem Abtransport des letzten Urans aus Königstein in Sachsen  scheidet Deutschland aus der Liste der uranproduzierenden Staaten aus – ein wichtiger Meilenstein beim Atomausstieg der Bundesregierung.

Die Bewältigung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus war eine der größten ökologischen und technischen Herausforderungen im wiedervereinigten Deutschland. Seit 1991 arbeitet die Wismut GmbH im Auftrag der Bundesregierung erfolgreich an der Stilllegung und Sanierung ehemaliger Uranproduktionsstandorte in Sachsen und Thüringen – eine Mammutaufgabe, die weltweit ihres Gleichen sucht. Heute ist die Wismut GmbH ein national wie international anerkanntes Umweltunternehmen. Die Kompetenzen, die aus den Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte resultieren, werden weltweit nachgefragt.

Wegen ihrer Uranvorkommen rückten nach dem Zweiten Weltkrieg das Erzgebirge und Ostthüringen in den Mittelpunkt der Geschichte. Um den Rüstungsvorsprung der USA aufzuholen, forcierte die sowjetische Besatzungsmacht die Gewinnung von Uran in der Region in rücksichtsloser Art und Weise. Bis 1953 wurden als Reparationsleistung ostdeutsche Uranvorkommen für das Atomprogramm der UdSSR ausgebeutet.

Das im Kalten Krieg gegründete Bergbauunternehmen Wismut entwickelte sich zwischen 1946 und 1990 zum größten Einzelproduzenten von Urankonzentraten weltweit. Den Preis bezahlten die Menschen vor Ort: mit zerstörten Landschaften, verschwundenen Ortschaften, massiven Verunreinigungen von Luft, Böden und Gewässern, mit Gesundheitsschäden, sozialen Verwerfungen und zurückbleibenden ökologischen Risiken.

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Bundesrepublik die Verantwortung für die Hinterlassenschaften des ostdeutschen Uranerzbergbaus in all seinen ökologischen, finanziellen und sozialen Dimensionen – ein schwieriges Erbe.

Seit diesem Zeitpunkt hat sich die Wismut GmbH der herausfordernden Aufgabe gestellt, die Wunden des Uranerzbergbaus zu heilen. Bisher hat der Deutsche Bundestag hierfür 6,8 Milliarden Euro an Bundesmitteln bereitgestellt. Wesentliche Meilensteine sind erreicht: Mehr als eine Milliarde Tonnen an radioaktiven Rückständen wurden stabilisiert, Gefahren beseitigt, Risiken minimiert. Neu entstandene Landschaften, besiedelt von seltenen Tier- und Pflanzenarten, künden vom gewaltigen Transformationsprozess. Die Aufgaben der Zukunft bleiben herausfordernd und komplex. Sie werden noch Generationen beschäftigen und den Einsatz materieller, personeller und finanzieller Ressourcen erfordern.

Die im Deutschen Bundestag (Paul-Löbe-Haus) präsentierte Ausstellung beleuchtet drei Jahrzehnte Arbeit an Europas größtem Umweltprojekt. Sie dokumentiert die zurückgelegte Wegstrecke, thematisiert die Zukunftsaufgaben und den Umgang mit dem Erbe der Wismut. Der Uranerzbergbau prägte nicht nur die Umwelt, sondern maßgeblich auch die Kultur und die Menschen der Region. Diesen sozial und wirtschaftlich bedeutsamen Teil deutscher Geschichte gilt es angesichts zunehmend geringerer Sichtbarkeit seiner Folgen nachfolgenden Generationen zu vermitteln und das vorhandene Wissen zu erhalten.

Ein wichtiger Teil des Wismut-Erbes ist die Wismut-Kunstsammlung, eine der größten Unternehmens Kunstsammlungen der Bundesrepublik. Sie umfasst über 4000 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik und Plastik. Die Bergbau-Landschaften, Untertage-Szenen und Porträts haben einen tiefen regionalen Bezug zur sächsisch-thüringischen Industriegeschichte und sind Zeitdokumente der Lebensumstände der Menschen im ehemaligen Uranerzbergbau. Einen Eindruck vermittelt eine Auswahl von Gemälde und Grafiken, die als Teil der Ausstellung im Westgraben des Paul-Löbe-Hauses gezeigt werden.

Eröffnung der Ausstellung

Aufgrund der weiterhin geltenden pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen wurde die Ausstellung am 10. Juni 2021 online eröffnet. Hierzu wurden die  Eröffnungsansprache von Bundestagsvizepräsident Dr. Hans-Peter Friedrich, die Grußworte des Abgeordneten Carsten Körber (CDU/CSU, Haushaltsausschuss) und des Aufsichtsratsvorsitzenden der Wismut GmbH Dr. Wolfgang Meißner sowie ein Eröffnungsvideo mit Einblicken in die Ausstellung aufgezeichnet und können hier auf der Internetseite (siehe oben rechts) abgerufen werden.

Besuch der Ausstellung

Die vom 10. Juni bis zum 25. Juni 2021 präsentierte Ausstellung kann unter Beachtung der geltenden Pandemie-Restriktionen (siehe unten) nach vorheriger Anmeldung montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Eingang West, Konrad-Adenauer-Straße 1, Berlin-Mitte, besucht werden.

Die Anmeldung kann online, telefonisch unter +49 30 227-38883 oder per E-Mail unter ausstellungen@bundestag.de erfolgen. Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung spätestens zwei Tage vor dem gewünschten Besuchstermin gebeten.

Hierbei sind der vollständige Vor- und Zuname, das Geburtsdatum sowie das Datum und die Uhrzeit des gewünschten Besuchs anzugeben. Aus Pandemiegründen ist ein Besuchsbeginn jeweils nur zur vollen Stunde möglich. Spätester Besuchsbeginn ist jeweils 16 Uhr.

Über die erfolgreiche Anmeldung zu einem Ausstellungsbesuch wird anschließend elektronisch oder telefonisch informiert.

Führungen

Die Wismut GmbH bietet Ausstellungsführungen an folgenden Tagen und zu folgenden Zeiten an:

Mittwoch, den 16. Juni 2021: Führungen stündlich ab 12 Uhr, letzte Führung um 16 Uhr;

Donnerstag, den 17. Juni 2021: Führungen stündlich ab 9 Uhr, letzte Führung um 13 Uhr;

Mittwoch, den 23. Juni 2021: Führungen stündlich ab 12 Uhr, letzte Führung um 16 Uhr;

Donnerstag, den 24. Juni 2021: Führungen stündlich ab 9 Uhr, letzte Führung um 13 Uhr.

Aufgrund der Pandemie-Restriktionen können nur bis zu sechs Einzelpersonen an einer Führung teilnehmen. Daher ist auch hierfür eine Anmeldung (siehe sogleich) erforderlich, die ebenfalls spätestens zwei Tage vor dem gewünschten Termin der Führung erfolgen sollte. Über die erfolgreiche Anmeldung zu einer Führung wird anschließend elektronisch oder telefonisch informiert.

Externe Besucherinnen und Besucher können sich für eine Führung mit der Anmeldung zum Ausstellungsbesuch anmelden (siehe oben), indem sie den Tag und die Uhrzeit der gewünschten Führung als Besuchstermin und -zeit angeben.

Inhaberinnen und Inhaber eines gültigen Bundestags- oder Dienstausweises melden sich für eine Führung bitte elektronisch unter ausstellungen@bundestag.de an.

Pandemiebedingte Hinweise

Aufgrund der Pandemiesituation ist der Ausstellungsbesuch derzeit nur für Einzelpersonen möglich.

In den Gebäuden des Deutschen Bundestages ist eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen.

Ferner werden die Kontaktdaten aller Besucherinnen und Besucher zum Zwecke der schnellen Kontaktverfolgung möglicher Covid-19-Infektionsketten erfasst.

Der Nachweis eines aktuellen negativen Coronavirus-Testergebnisses ist zurzeit nicht notwendig.

Über weitere mögliche Maßnahmen wird im Rahmen einer fortlaufenden Risikobewertung entschieden. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf dieser Seite.

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