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Wolfgang Schäuble würdigt die Verdienste der „Weißen Rose“

Gedenken an Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst, die vor 75 Jahren hingerichtet wurden; neben Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble der Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München, Professor Bernd Huber.

Gedenken an Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst, die vor 75 Jahren hingerichtet wurden; neben Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble der Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München, Professor Bernd Huber.

© LMU München

75 Jahre nach der Hinrichtung der NS-Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst hat Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble am Donnerstag, 12.  April 2018, die Verdienste der „Weißen Rose“ in einer Gedächtnisvorlesung an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität gewürdigt.

„Anstand war ein Schlüsselwort“

Sie seien mutig, aufrecht, auch fehlbar und mit Selbstzweifeln gewesen. Nicht übermenschlich, sondern schlicht Menschen, die in inhumaner Zeit anständig handelten. „Sie zeigten Empathie, die sie in der Gesellschaft vermissten. Sie kämpften gegen die Gleich­gültigkeit an – durch das Wort, das ihnen zur Tat wurde.“

„Anstand“ sei ein Schlüsselwort für das Selbstverständnis der Mitglieder der „Weißen Rose“ gewesen, hielt Schäuble in seiner Rede fest.

„Der Humanität ein Ausrufezeichen gesetzt“

„Es geht um den Umgang von Mensch zu Mensch – und seit dem Nationalsozialismus wissen wir: Anstand entscheidet sich an dem Bild, das wir vom Menschen haben. Die Anerkennung der Würde des Gegenübers ist unverzichtbar, um anständig zu handeln“, so der Bundestagspräsident. „Davon haben wir alle eine Ahnung“. Anstand sei eine Tugend, die wir – in einem völlig anderen politischen und gesellschaftlichen Rahmen – gerade neu entdeckten, weil viele sie heute vermissten.

„Die ,Weiße Rose' hat in einer unmenschlichen Diktatur, in Zeiten von Brutalität und Grausamkeit, der Humanität ein Ausrufezeichen gesetzt. Und hat damit uns in der Demokratie, die sich der unantastbaren Menschenwürde verpflichtet sieht, als beständige Frage hinterlassen, ob wir den davon abgeleiteten Werten und Normen gerecht werden – als Staat, als Gesellschaft, als Individuum. Es geht auch zukünftig um Achtung, gegenseitigen Respekt, Solidarität. Es geht um das Verhältnis von Mensch zu Mensch, kurz: um Anstand!“ (rub/13.04.2018)

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