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Landjugend überreicht Erntekrone an den Land­wirtschaftsausschuss

Drei Männer und zwei Frauen stehen hinter einer Krone aus Stroh.

Alois Gerig (v.l.), Nina Sehnke, David Kuhrmann, Wiebke Fehse und Sebastian Schaller

© DBT/Melde

Der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft hat eine neue Erntekrone. „Voller Stolz“ nahm der Vorsitzende Alois Gerig (CDU/CSU) die Krone am Mittwoch, 26. September 2018, vor Eintritt in die Tagesordnung im Ausschusssaal von der Landjugend entgegen. Als ein besonderes „Statussymbol“ bezeichnete Gerig die Krone, die in diesem Jahr von der Landjugend Sachsen-Anhalt gebunden und überreicht worden war.

„Die Krone wurde aus unterschiedlichen Getreidearten aus dem ganzen Bundesland zusammengetragen“, sagte David Kuhrmann, Vorsitzender der Landjugend Sachsen-Anhalt. Gerig erklärte, froh darüber zu sein, eine so üppige Krone in solch einem Dürrejahr überreicht zu bekommen.

Ernteausfälle bereiten Landwirte große Sorgen

Damit war auch eines der Themen gesetzt, die zuvor zwischen dem Jugendverband und einigen Ausschussmitgliedern aus allen Fraktionen besprochen worden waren. Insbesondere die Folgen des zu heißen und niederschlagsarmen Sommers würden die Landwirte noch bis in das nächste Jahr beschäftigen und zu spüren bekommen. So habe es bei der Zuckerrübenernte bis zu 80 Prozent Ernteausfälle gegeben und im Bereich der Futtermittelproduktion gebe es Versorgungsprobleme aufgrund ausbleibender Möglichkeiten zum Grünschnitt. Kuhrmann betonte, dass die Lage für die Landwirte prekär sei, aber die Verbraucher davon nichts mitbekommen würden, weil die Läden voll mit Lebensmitteln sind.

Die Bundesvorsitzende der Landjugend Nina Sehnke betonte die Sorgen im Bereich der Sauenhaltung. Viele junge Landwirte würden sich ernsthaft darüber Gedanken machen, ob es ab dem kommenden Jahr noch lohnend sei, überhaupt in das Geschäft mit der Schweinemast einzusteigen und die elterlichen Betriebe zu übernehmen. Ab dem Jahr 2019 ist die betäubungslose Ferkelkastration untersagt. Doch die zur Verfügung stehenden Alternativen Ebermast, Immunokastration und Kastration unter Vollnarkose gäben den Landwirten keine wirtschaftliche Perspektive, weil entweder der Markt für solches Fleisch begrenzt sei oder es an Tierärzten fehle, die diese Eingriffe durchführen könnten. Sie plädierte dafür, den Landwirten die Sachkunde und die Erlaubnis an die Hand zu geben, diese Eingriffe selbst vornehmen zu dürfen.

Zukunft der Schweinemast in Deutschland

Dass die Probleme drängend sind, gaben die Abgeordneten unumwunden zu. Beistand würden die Landwirte mit rund 430 Millionen Euro von Bund und Ländern zur Kompensation von Ernteausfällen nach der Dürre erhalten. In all diesen Fällen sei es wichtig, dass die Beantragung und Auszahlung einfach und unkompliziert abgewickelt werden kann. 

Bei der Frage, wie mit der Ferkelkastration umgegangen werde soll, bröckelte der Konsens. Einigkeit herrschte darüber, dass niemand die Aufgabe von Betrieben aufgrund der neuen Vorgaben wolle. Ob eine Fristverlängerung zugunsten der bisher gültigen Vorgaben die Situation erleichtere, wurde von den meisten Abgeordneten bezweifelt. Was in den vergangenen fünf Jahren nicht erreicht worden sei, werde auch im nächsten halben Jahr nicht erreicht. Einige Abgeordnete sprachen sich aber auch dafür aus, den Landwirten die rechtlichen Möglichkeiten zu geben, die Kastrationen selbst durchzuführen. Ob und wie die Lösung aussehen könnte, blieb aber offen. Dass letzten Endes Tiere und Fleischprodukte aus dem Ausland eingeführt werden könnten, die nicht unter den in Deutschland geltenden Tierschutzstandards behandelt worden sind, dürfe nicht das Ergebnis sein. Darin waren sich die Abgeordneten wiederum einig. (eis/26.09.2018)

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