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Normen kön­nen Agen­da 2030 zur Reali­tät wer­den lassen

Normen können dabei behilflich sein, die Agenda 2030 der Vereinten Nationen auch zu einer Realität in Deutschland werden zu lassen. Das sagte Lorenza Jachia von der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) am Mittwoch, 17. Oktober 2018, während eines öffentlichen Fachgesprächs des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung unter Vorsitz von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU). Die UNECE setze Standards und Normen in vielen Bereichen auch über die EU hinaus, sagte die Expertin. Mit Blick auf die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) werde versucht, Normen zu setzen, damit die Ziele möglichst vor Ort umgesetzt werden können.

„Produkte verbessern und Umwelt schützen“

Jachia machte darauf aufmerksam, dass es in fast allen Ländern Normierungseinrichtungen gebe – in Deutschland das Deutsche Institut für Normung (DIN). Zugleich gebe es auch internationale Normierungsorgane, die Normen entwickelten, was teils verwirrend sei für die Bürger, aber auch für Regulierungsbehörden oder Parlamentsabgeordnete. Es gelte also, diese Diversität zu koordinieren und die verschiedenen Normen zu nutzen.

Die UNECE-Vertreterin machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass Normen dazu beitragen könnten, Produkte zu verbessern und die Umwelt zu schützen. Beispiele dafür seien Gütesiegel, die eine nachhaltige Fischerei unterstützten – entsprechend des SDGs 14: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen“. 

„Ausstoß der Treibhausgase messen“

Andere Standards würden dabei helfen, den Ausstoß der Treibhausgase zu messen, „was uns wiederum in die Lage versetzt, unsere Errungenschaften bei der Erreichung des SGDs 13 ,Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen‘ zu messen“, sagte Jachia. 

Gleichzeitig gebe es Standards, die es ermöglichten, gesellschaftliche Ziele zu erreichen. Mit Standards für Abwassersysteme ohne Kanalisation könne man in Ländern, wo Kanalisationssysteme in jedem Teil des Landes nicht praktikabel sind, SDG 6 verfolgen: „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“.

„Gezielter Wissenstransfer“

Durch das in den Normen enthaltene Expertenwissen, was durch die Normung auch den Entwicklungsländern zur Verfügung stehe, werde die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele grundsätzlich unterstützt, fügte DIN-Vertreterin Sibylle Gabler an. „Da findet ganz gezielt auch ein Wissenstransfer statt“, sagte sie. Insofern werde das SDG 17 „Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben“ unterstützt. Ohnehin werde Internationalität bei der Normsetzung großgeschrieben. 85 Prozent aller Normungsprojekte, so die Expertin, hätten einen europäischen oder internationalen Hintergrund.

Gabler sagte weiter, bislang sei es nicht so, dass gezielt Normen für Nachhaltigkeitsziele entwickelt würden. Vielmehr sei es so, dass viele der bereits bestehenden Normen „auf die Unterstützung der SDGs einzahlen“. So etwa die internationalen Siegel zum nachhaltigen Kakaobohnenanbau oder die Normen im Bereich der Medizintechnik. (hau/17.10.2018)

Liste der geladenen Sachverständigen

  • Lorenza Jachia, Wirtschaftskommission der Vereinen Nationen für Europa (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE)
  • Sibylle Gabler, Deutsches Institut für Normung e.V.

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